Buckelwal Timmy in Freiheit, doch Peilsender sendet kein Signal – Kritik an Rettungsmission
Nach tagelangem Transport in die Nordsee schwimmt der Wal seit Samstagmorgen im offenen Meer, aber der angebrachte GPS-Tracker übermittelt noch keine Positionsdaten.
AUSTRIA —
Die Fakten
- Buckelwal Timmy wurde am Samstag um 9 Uhr in der Nordsee freigelassen.
- Ein Peilsender wurde am Freitagabend angebracht, sendet aber noch kein Signal.
- Umweltminister Till Backhaus kritisiert, dass vereinbarte Daten und ein Videosystem nicht bereitgestellt wurden.
- Der Wal schwamm nach der Freilassung in westliche Richtung, was als gutes Zeichen gewertet wird.
- Tierärztin Anne Herrschaft sagte: „Mir ist zum Heulen zumute.“
- Die Rettungsaktion dauerte 41 Tage, nachdem der Wal vor Poel gestrandet war.
Freilassung nach tagelangem Transport
Am Samstagmorgen um 9 Uhr öffnete sich die Luke der Barge „Fortuna B“, und Buckelwal Timmy schwamm in die offene Nordsee. Der Transport hatte sich am Freitag verzögert, als Windstärke 6 und bis zu 1,5 Meter hohe Wellen am Übergang zwischen Nord- und Ostsee das Schleppschiff zum Abdrehen zwangen. Erst am Abend bewegte sich der Wal zielstrebig in Richtung Ausgang, verblieb aber bis zum nächsten Vormittag in der gefluteten Barge. Die Freilassung erfolgte an einem sorgfältig gewählten Ort unter Berücksichtigung von Wetter, Wellen und Strömungen. Nach Angaben der Investorin Karin Walter-Mommert schwamm das Tier zunächst einige Runden um die Begleitboote und setzte dann Kurs nach Westen – eine wichtige Voraussetzung, um über günstige Strömungen in den Atlantik zu gelangen.
Peilsender bleibt stumm – technische Hürden
Die Hoffnung, Timmys Weg mit einem Peilsender zu verfolgen, hat sich bisher nicht erfüllt. Experten der Rettungsinitiative brachten den Sender am Freitagabend an der Rückenflosse an, doch seit der Freilassung um 9 Uhr sendet er kein Signal. Karin Walter-Mommert erklärte, der Tracker müsse zehn Sekunden am Stück vollständig im Wasser sein, um zu aktivieren, doch Wale tauchen als Säugetiere immer wieder auf, um zu atmen. Selbst nach der Aktivierung kann der Sender Daten nur an der Oberfläche übertragen. Taucht der Wal kurz auf und ist der Empfang schlecht, reicht die Zeit oft nicht aus, um die Position zu senden. „Das Netz ist schlecht“, fügte Walter-Mommert hinzu. Die Positionsdaten sollten auch dem Umweltministerium in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung gestellt werden.
Umweltminister Backhaus übt scharfe Kritik
Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) zeigte sich verärgert über den Ablauf der Rettungsmission. „Was mich wirklich ärgert, ist ausdrücklich: Es war vereinbart, dass uns die Daten übermittelt werden, damit wir ihn auch begleiten können. Uns sind bis heute keine Daten zur Verfügung gestellt worden“, sagte Backhaus. Zudem sei ein vereinbartes Videosystem auf der Barge, mit dem Tierärzte den Wal hätten beobachten können, nicht installiert worden. Der Minister verteidigte zugleich das Vorgehen der Behörden: Er habe das Tier „nie aufgegeben“ und sei elfmal vor Ort gewesen. „Ich war überzeugt: Er soll seine Chance haben.“ Die Rettungsaktion war von einer privaten Initiative organisiert worden, während die Behörden unterstützend wirkten.
Emotionale Reaktionen der Tierärztinnen
Die Freilassung löste bei den Beteiligten starke Emotionen aus. Tierärztin Anne Herrschaft, die den Moment aus der Ferne verfolgte, sagte: „Mir ist zum Heulen zumute.“ Auch ihre Kollegin Kirsten Tönnies war gerührt. Vom etwa 200 Meter entfernten Beiboot aus beobachtete sie, wie Timmy in der Nordsee verschwand. „Es ist ein gutes Zeichen, dass Timmy noch ein paar Mal gepustet hat“, sagte sie unter Tränen. Der umstrittene Helfer Sergio Bambaren postete auf Facebook: „HOPE IST ENDLICH FREI! Er schwimmt durch die offenen Ozeane, auf der Suche nach seiner Familie … er sieht gut aus, viele Möwen begleiten ihn … gute Atemzüge … der Sender ist aktiviert … jetzt können wir nur noch warten und beten.“
Überlebenschancen und offene Fragen
Trotz der geglückten Freilassung bleibt das Überleben des Wals ungewiss. Entscheidend ist, dass Timmy den richtigen Kurs hält und nicht in die Nordsee gerät, die für große Wale zu flach ist. Bereits im Februar waren an der dänischen Nordseeküste fünf Pottwale gestrandet und verendet, nachdem die dänische Regierung von einer Rettung abgesehen hatte. Zudem ist unklar, ob sich noch Fremdkörper im Maul des Wals befinden. Ob der Aussetzort optimal war oder ein Kapitän zu früh das Kommando zur Freilassung gab, ist nicht geklärt. Der langfristige Erfolg der Rettung wird sich erst zeigen, wenn der Wal in seinen natürlichen Lebensraum zurückkehrt und überlebt. Der Peilsender könnte hierüber Aufschluss geben – sobald er funktioniert.
Ausblick: Warten auf das Signal
Die Rettungsmission, die 41 Tage nach der Strandung vor Poel ihren Höhepunkt erreichte, hat Timmy in die Freiheit entlassen – doch die entscheidende Frage bleibt: Wird der Wal überleben? Der Peilsender, der die Route verfolgen soll, sendet noch kein Signal. Die Helfer hoffen, dass er sich in den kommenden Stunden aktiviert. Bis dahin bleibt nur das Warten. BILD-Reporter Matthias Hornung, der die Aktion aus nächster Nähe begleitete, sagte: „Wir wünschen Timmy alles Gute.“ Die Welt schaut auf ein kleines Signal, das Leben oder Tod bedeuten kann.
Das Wichtigste
- Buckelwal Timmy wurde am 2. Mai 2026 um 9 Uhr in der Nordsee freigelassen.
- Der angebrachte GPS-Tracker sendet bisher kein Signal; technische Hürden verzögern die Positionsübertragung.
- Umweltminister Till Backhaus kritisiert fehlende Daten und ein nicht installiertes Videosystem.
- Der Wal schwamm nach Westen, was als gutes Zeichen für den Weg in den Atlantik gewertet wird.
- Tierärztinnen zeigten sich emotional; die Freilassung war von Tränen begleitet.
- Das Überleben des Wals bleibt ungewiss, da die Nordsee für Wale gefährlich sein kann und Fremdkörper im Maul nicht ausgeschlossen sind.

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