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Patrice Aminati kämpft bei „Hart aber fair“ für mehr Krebsvorsorge ab 14 Jahren

Die an schwarzem Hautkrebs erkrankte Unternehmerin prangert die Debatte um Hautkrebs-Screenings an und fordert ein Umdenken im Gesundheitssystem.

3 min
Patrice Aminati kämpft bei „Hart aber fair“ für mehr Krebsvorsorge ab 14 Jahren
Die an schwarzem Hautkrebs erkrankte Unternehmerin prangert die Debatte um Hautkrebs-Screenings an und fordert ein UmdenCredit · BILD

Die Fakten

  • Patrice Aminati (31) leidet an metastasiertem schwarzem Hautkrebs und wird künstlich am Leben gehalten.
  • Sie war am 4. Mai 2025 Gast bei „Hart aber fair“ in der ARD.
  • Aminati fordert Vorsorgeuntersuchungen für Hautkrebs ab 14 Jahren.
  • Die Sendung diskutierte das Thema „Teuer oder nur Mittelmaß – Was läuft schief bei Ärzten, Kliniken und Kassen?“
  • Gesundheitsökonomin Clara Schlagowski sprach von einer „Sechs-Klassen-Medizin“ in Deutschland.
  • Rund 70.000 Menschen in Deutschland haben keine Krankenversicherung.
  • Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, bezeichnete das deutsche System als eines der leistungsstärksten.

Ein Auftritt voller Leidenschaft und Schmerz

Es war ein tapferer Auftritt von Patrice Aminati am Montagabend bei „Hart aber fair“. Trotz ihrer unheilbaren Krebserkrankung diskutierte die 31-jährige Unternehmerin leidenschaftlich mit den Talkgästen über die Mängel des deutschen Gesundheitssystems. Moderator Louis Klamroth fragte sie, wie sie von ihrem schwarzen Hautkrebs erfuhr. Aminati erklärte, dass Ärzte ihren immer größer werdenden Leberfleck zunächst einfach entfernen wollten – doch es war bereits zu spät.

„Dank Medikamenten werde ich künstlich am Leben gehalten“

Die Mutter einer dreijährigen Tochter hat keine Aussicht auf Heilung mehr. „Dank Medis werde ich künstlich am Leben gehalten“, sagte sie in der Sendung. Im Gespräch mit BILD schilderte sie ihren momentanen Gesundheitszustand: „Ohne Medikamente in voller Dosis geht leider nichts. Kaum haben wir ein Medikament gefunden, und es schlägt an, werden die Leberwerte so schlecht, dass wir pausieren müssen. Dann besteht die Gefahr, dass die Metastasen sich wieder ausbreiten.“

Aminatis Mission: Vorsorge ab 14 Jahren

Mehrmals plädierte Aminati für Prävention und stellte kritische Fragen an die anderen Gäste, darunter den Virologen und CDU-Politiker Hendrik Streeck sowie Andreas Gassen, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Ihre Mission machte sie unmissverständlich deutlich: „Ich möchte ein allgemeines Bewusstsein in der Bevölkerung.“ Ihrer Meinung nach sollten Vorsorgeuntersuchungen schon ab 14 Jahren angeboten werden. Dass die Screenings für Hautkrebs gesundheitspolitisch auf dem Prüfstand stehen, empörte sie besonders: „Warum steht das zur Debatte?“

Debatte um eine „Sechs-Klassen-Medizin“

Die Sendung beleuchtete die Ungerechtigkeiten im deutschen Gesundheitssystem. Gesundheitsökonomin Clara Schlagowski, die selbst wegen eines Hirntumors behandelt wurde, korrigierte Klamroths Frage nach einer Zwei-Klassen-Medizin trocken: „Wir haben eine Sechs-Klassen-Medizin.“ Sie zählte die Abstufungen auf: von Privatversicherten an der Spitze über gesetzlich Versicherte mit guten Kontakten bis hin zu den rund 70.000 Menschen ohne Krankenversicherung, die völlig außer Acht gelassen würden. Eckart von Hirschhausen mahnte jedoch zur Einordnung: Eine gesetzliche Krankenversicherung wie in Deutschland sei eine riesige Errungenschaft, die kranke Menschen nicht mit Armut bestrafe.

Lob für das medizinische Personal

Trotz aller Kritik hatte Aminati ausschließlich positive Worte für ihre Ärzte und das medizinische Personal. „Ich bin in so guten, liebevollen Händen. Was die Ärztinnen, Ärzte und Schwestern jeden Tag leisten, wie sie sich engagieren, ist mit nichts aufzuwiegen“, sagte sie. Ihr persönlicher Leidensweg verdeutlicht die Dringlichkeit von Reformen, doch die Wertschätzung für diejenigen, die täglich um das Leben ihrer Patienten kämpfen, bleibt ungebrochen.

Was bleibt: Der Ruf nach einem Umdenken

Patrice Aminati hat mit ihrem Auftritt eine Debatte angestoßen, die weit über die Talkshow hinausreicht. Ihre Forderung nach Vorsorge ab 14 Jahren und ihr Kampf gegen die Ausgrenzung von Krebspatienten treffen den Nerv eines Systems, das trotz hoher Kosten viele Ungerechtigkeiten aufweist. Ob die Politik die notwendigen Konsequenzen zieht, bleibt abzuwarten – doch Aminatis Botschaft ist klar: Es darf keine Abstriche bei der Prävention geben, denn jeder Tag zählt.

Das Wichtigste

  • Patrice Aminati leidet an metastasiertem schwarzem Hautkrebs und wird künstlich am Leben gehalten.
  • Sie fordert Vorsorgeuntersuchungen für Hautkrebs ab 14 Jahren.
  • Die Debatte um Hautkrebs-Screenings steht gesundheitspolitisch auf dem Prüfstand.
  • Das deutsche Gesundheitssystem weist laut Experten eine „Sechs-Klassen-Medizin“ auf.
  • Rund 70.000 Menschen in Deutschland haben keinen Krankenversicherungsschutz.
  • Aminati lobt die Arbeit des medizinischen Personals trotz der systemischen Mängel.
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