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Rückruf bei Norma: Cook!-Gewürzmühlen von Raimund Hofmann können Plastiksplitter ins Essen streuen

Der Hersteller warnt vor Bruchstücken des Mahlkranzes, die zu inneren Verletzungen führen können – betroffen sind alle Sorten und Füllmengen.

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Rückruf bei Norma: Cook!-Gewürzmühlen von Raimund Hofmann können Plastiksplitter ins Essen streuen
Der Hersteller warnt vor Bruchstücken des Mahlkranzes, die zu inneren Verletzungen führen können – betroffen sind alle SCredit · BILD

Die Fakten

  • Raimund Hofmann ruft sämtliche Cook!-Gewürzmühlen zurück, die über Norma-Filialen verkauft wurden.
  • Betroffen sind alle Mindesthaltbarkeitsdaten und Chargennummern in den Größen 65 g, 70 g, 75 g, 85 g und 160 g.
  • Der Mahlkranz aus Kunststoff kann zerbrechen und Plastikstücke in die Speisen gelangen.
  • Kunden können die Produkte auch ohne Kassenbon in jeder Norma-Filiale zurückgeben und erhalten den Kaufpreis erstattet.
  • Die Verbraucherzentrale NRW warnte bereits im Januar 2024 vor Mikroplastik in Einweg-Gewürzmühlen.
  • Eine Untersuchung der Uni Münster und des CVUA Münsterland-Emscher-Lippe belegt, dass Mikroplastik ins Essen rieseln kann.
  • In jüngster Vergangenheit gab es Rückrufe wegen Glassplittern bei einem Gewürz-Set und Metallsplittern bei Ankerkraut sowie Ibuprofen.

Plastik im Pfeffer: Rückruf bei Norma

Der Gewürzhersteller Raimund Hofmann hat einen umfassenden Rückruf für Cook!-Gewürzmühlen gestartet, die in Norma-Filialen verkauft wurden. Grund ist die Gefahr, dass der Mahlkranz aus Kunststoff bricht und Plastikstücke in die Lebensmittel gelangen. Betroffen sind sämtliche Sorten und Füllmengen – unabhängig von Mindesthaltbarkeitsdatum oder Chargennummer. Die Verbraucher werden dringend gebeten, die Mühlen nicht mehr zu verwenden. Die Produkte können in jeder Norma-Filiale zurückgegeben werden, auch ohne Kassenbon. Der Kaufpreis wird erstattet. Der Hersteller bezeichnet die Aktion als vorsorgliche Maßnahme zum Schutz der Kunden.

Gesundheitsrisiken durch Kunststoffsplitter

Gelangen Plastikbruchstücke in die Speisen, drohen ernste gesundheitliche Schäden. Wie bei anderen Fremdkörpern – etwa Glas, Metall oder Holz – können Schnitt- und Stichverletzungen im Mund- und Rachenraum auftreten. Werden Splitter verschluckt, sind innere Verletzungen oder Blutungen möglich. Die Warnung kommt nicht überraschend: Bereits im Januar 2024 hatte die Verbraucherzentrale NRW vor Einweg-Gewürzmühlen gewarnt. Sie verwies auf eine Untersuchung der Universität Münster und des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamtes Münsterland-Emscher-Lippe, die belegte, dass aus diesen Mühlen Mikroplastik in die Nahrung rieselt. Die Experten empfehlen daher Mühlen ohne Kunststoff oder den Gebrauch von Mörsern.

Häufung von Rückrufen mit Fremdkörpern

Der Rückruf reiht sich in eine Serie von Vorfällen ein, bei denen Fremdkörper in Lebensmitteln entdeckt wurden. Erst kürzlich war ein Geschenke-Set mit fünf Gewürz-Röhrchen („Timber Taste Premium Chili Set“) betroffen – hier ging es um Glassplitter. Auch bei Ankerkraut-Gewürzen und Ibuprofen-Tabletten wurden Metallsplitter gefunden. Im März rief der Discounter Rewe ein Tiefkühlgericht wegen Plastik- und Holzsplittern zurück. Besonders sensibel reagieren Verbraucherschützer auf Plastik in nicht wiederbefüllbaren Salz- und Gewürzmühlen, da diese Produkte in vielen Supermärkten und Discountern weit verbreitet sind. Die wiederholten Vorfälle werfen Fragen zur Qualitätssicherung bei der Herstellung auf.

Was betroffene Kunden jetzt tun sollten

Wer eine Cook!-Gewürzmühle zu Hause hat, sollte die Verwendung sofort einstellen. Die Produkte sind nicht mehr zu verzehren, auch nicht zum Probieren. Anschließend sollte man die Mühle in die nächste Norma-Filiale zurückbringen. Ein Kassenbon ist nicht erforderlich, da der Händler gesetzlich zur Rücknahme verpflichtet ist. Alternativ bieten Hersteller bei Rückrufen oft Online-Formulare für Erstattung oder Austausch an. Da der Rückruf alle Chargen umfasst, ist ein Abgleich der Daten nicht nötig – jedes Exemplar ist betroffen. Norma selbst bestätigt die Rücknahme und Erstattung des Kaufpreises.

Hintergrund: Einweg-Mühlen und Mikroplastik

Die aktuellen Vorfälle lenken den Blick auf ein grundsätzliches Problem: Einweg-Gewürzmühlen bestehen oft aus Kunststoff, der beim Mahlen Partikel abreiben kann. Die Verbraucherzentrale NRW warnte bereits Anfang 2024 vor genau dieser Gefahr. Die Untersuchung der Uni Münster und des CVUA Münsterland-Emscher-Lippe zeigte, dass Mikroplastik unweigerlich ins Essen gelangt. Die Experten raten daher zu Alternativen: Mühlen aus Glas oder Keramik, die keinen Kunststoff enthalten, oder traditionelle Mörser. Für Verbraucher, die auf Einweg-Mühlen angewiesen sind, bleibt die Unsicherheit, ob andere Produkte ähnliche Risiken bergen.

Ausblick: Konsequenzen für Hersteller und Handel

Der Rückruf von Raimund Hofmann ist ein weiteres Beispiel für die wachsende Zahl an Lebensmittelrückrufen aufgrund von Fremdkörpern. Verbraucherschützer fordern strengere Kontrollen in der Produktion und eine Kennzeichnung von Kunststoffteilen in Mühlen. Ob der Vorfall rechtliche Folgen für den Hersteller haben wird, ist noch offen. Für Norma und andere Discounter bedeutet der Rückruf einen Imageschaden und logistischen Aufwand. Die Rücknahme der Produkte bindet Personal und erfordert eine schnelle Kommunikation mit den Kunden. Langfristig könnten die wiederholten Vorfälle dazu führen, dass Einweg-Mühlen aus Kunststoff aus den Regalen verschwinden – oder zumindest strengeren Auflagen unterliegen.

Das Wichtigste

  • Raimund Hofmann ruft alle Cook!-Gewürzmühlen zurück, die bei Norma verkauft wurden – wegen Bruchgefahr des Kunststoff-Mahlkranzes.
  • Plastiksplitter können zu Verletzungen im Mund- und Rachenraum sowie inneren Verletzungen führen.
  • Kunden erhalten den Kaufpreis auch ohne Kassenbon in jeder Norma-Filiale erstattet.
  • Die Verbraucherzentrale NRW warnte bereits vor Mikroplastik in Einweg-Mühlen, gestützt auf eine Studie der Uni Münster.
  • In letzter Zeit häufen sich Rückrufe wegen Fremdkörpern in Lebensmitteln, darunter Glas- und Metallsplitter.
  • Verbraucherschützer empfehlen Mühlen ohne Kunststoff oder Mörser als Alternative.
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