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Zverev schreibt mit 179. Sandplatzsieg deutsche Tennisgeschichte

Der Deutsche zieht souverän ins Halbfinale der Madrid Open ein und übertrifft Philipp Kohlschreibers Rekord – nun wartet der belgische Überraschungs-Halbfinalist Alexander Blockx.

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Zverev schreibt mit 179. Sandplatzsieg deutsche Tennisgeschichte
Der Deutsche zieht souverän ins Halbfinale der Madrid Open ein und übertrifft Philipp Kohlschreibers Rekord – nun wartetCredit · Mundo Deportivo

Die Fakten

  • Alexander Zverev besiegte Flavio Cobolli im Viertelfinale mit 6:1, 6:4.
  • Es war Zverevs 179. Karrieresieg auf Sand – neuer deutscher Rekord, vor Philipp Kohlschreiber (178).
  • Zverev steht zum vierten Mal nach 2018, 2021 und 2022 im Halbfinale der Madrid Open.
  • Im Halbfinale trifft Zverev auf den belgischen Shootingstar Alexander Blockx.
  • Jannik Sinner besiegte im Viertelfinale den spanischen Teenager Rafael Jodar mit 6:2, 7:6 (7:0).
  • Sinner hat bei allen neun ATP-Masters-1000-Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht und strebt einen fünften Masters-Titel in Folge an.
  • Carlos Alcaraz sagte seine Teilnahme in Madrid ab, sodass Zverev an Position zwei gesetzt ist.
  • Zverev gewann das Turnier bereits 2018 und 2021, stand 2022 im Finale.

Dominanter Auftakt und frühe Führung

Alexander Zverev hat beim ATP-Masters in Madrid ein klares Zeichen gesetzt. Der Weltranglistendritte besiegte im Viertelfinale den Italiener Flavio Cobolli mit 6:1, 6:4 und zog souverän ins Halbfinale ein. Schon nach 19 Minuten führte Zverev im ersten Satz mit 5:0. Der Deutsche ließ bei eigenem Aufschlag nur vier Punkte zu und dominierte das Geschehen nach Belieben. Cobolli leistete sich zahlreiche Ungenauigkeiten und Doppelfehler, während Zverev nahezu perfekt aufschlug. Auch im zweiten Durchgang blieb der Olympiasieger von Tokio der spielbestimmende Akteur. Cobolli fand zwar besser ins Match, konnte dem konstanten Druck des Deutschen jedoch kaum etwas entgegensetzen. Nach knapp 90 Minuten verwandelte Zverev seinen ersten Matchball.

Revanche für die Niederlage in München

Der Sieg war auch eine persönliche Genugtuung für Zverev. Vor zwei Wochen hatte Cobolli ihn im Halbfinale des ATP-Turniers in München geschlagen. Diesmal war der Deutsche wieder an der Reihe und zog selbst das Ticket für die vorletzte Runde. Von einer Revanche wollte Zverev jedoch nichts wissen. „Ich mag Flavio sehr. In München war er fantastisch, ich war schlecht – heute war es vielleicht im ersten Satz das Gegenteil. Er hat Leidenschaft, und ich mag ihn wirklich sehr“, sagte der gelöst wirkende Halbfinalist im Flash-Interview. Der 27-Jährige baute damit mehrere Serien aus: Zum 30. Mal in dieser Saison blieb Zverev nach dem Gewinn des ersten Satzes ungeschlagen. Zudem steht er auch beim sechsten größeren Turnier des Jahres im Halbfinale – einzig in Acapulco war vorher Schluss.

Neuer deutscher Rekord auf Sand

Mit dem Sieg schrieb Zverev ein Stück deutsche Tennisgeschichte. Es war sein 179. Karrieresieg auf Sand – mehr als jedem anderen deutschen Spieler vor ihm. Damit überholte er Philipp Kohlschreiber, der bislang mit 178 Erfolgen die Bestmarke gehalten hatte. Der Hamburger hatte bereits 2018 und 2021 das Turnier in Madrid gewonnen, 2022 stand er im Finale. Nach drei Jahren ohne Viertelfinal-Erfolg scheint Zverev in Madrid wieder zur Bestform gefunden zu haben. Die Madrid Open nutzt der Deutsche als wichtigen Formtest auf dem Weg zu den French Open, die vom 24. Mai bis 7. Juni den Höhepunkt der Sandplatzsaison bilden.

Sinner stoppt spanischen Shootingstar

Während Zverev seinen Platz im Halbfinale sicherte, setzte sich auch der Weltranglistenerste Jannik Sinner durch. Der Italiener besiegte im Viertelfinale den 19-jährigen Spanier Rafael Jodar mit 6:2, 7:6 (7:0) in knapp zwei Stunden. Jodar, der in Madrid geboren wurde, hatte zuvor den Weltranglistenachten Alex de Minaur und das brasilianische Toptalent Joao Fonseca besiegt. Vor den Augen von Real Madrids Fußballstar Jude Bellingham zeigte der Teenager erneut sein großes Potenzial, war gegen Sinner aber letztlich eine Nummer zu groß. Mit dem Ergebnis rückt Jodar nah an die Top 30 der Welt heran und hat sich bereits für die French Open in Stellung gebracht. Sinner hingegen hat nun bei allen neun ATP-Masters-1000-Turnieren mindestens das Halbfinale erreicht und ist weiter auf Kurs, als erster Profi der Geschichte fünf Masters in Folge zu gewinnen.

Halbfinale gegen den Überraschungsmann Blockx

Im Halbfinale kommt es in Madrid diesmal nicht zum erneuten Duell mit Jannik Sinner. Anders als zuletzt in Indian Wells, Miami und Monte Carlo bekommt es Zverev mit dem belgischen Überraschungs-Halbfinalisten Alexander Blockx zu tun. Durch die Absage von Carlos Alcaraz ist Zverev in der Caja Mágica an Position zwei gesetzt und könnte erst im Endspiel auf den Weltranglistenersten Sinner treffen – gegen den er zuletzt achtmal in Folge unterlegen war. Gegen Blockx will der Deutsche sein erstes Final-Ticket seit den Australian Open 2025 ziehen. Dort ginge es dann entweder gegen Jannik Sinner oder Arthur Fils. Einziges „Problem“: In Melbourne, Indian Wells, Miami, Monte Carlo und München erlitt Zverev Halbfinal-Niederlagen. Das soll diesmal nicht passieren.

Das Wichtigste

  • Alexander Zverev stellte mit 179 Sandplatzsitzen einen neuen deutschen Rekord auf und zog ins Halbfinale der Madrid Open ein.
  • Der Deutsche revanchierte sich für die Halbfinal-Niederlage in München gegen Flavio Cobolli.
  • Im Halbfinale trifft Zverev auf den belgischen Shootingstar Alexander Blockx, nicht auf Jannik Sinner.
  • Jannik Sinner besiegte den spanischen Teenager Rafael Jodar und bleibt auf Kurs für einen fünften Masters-Titel in Folge.
  • Carlos Alcaraz sagte seine Teilnahme ab, sodass Zverev an Position zwei gesetzt ist.
  • Die French Open beginnen am 24. Mai – Madrid dient als wichtiger Formtest für die Sandplatzsaison.
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