Potapovas Madrider Märchen endet im Halbfinale gegen Kostjuk
Die Neo-Österreicherin verliert nach hartem Kampf 2:6, 6:2, 1:6 – die Ukrainerin verweigert nach der Partie den Handschlag.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Anastasia Potapova verlor im Halbfinale von Madrid gegen Marta Kostjuk mit 2:6, 6:2, 1:6.
- Potapova war als Lucky Loser ins Hauptfeld gerückt, nachdem sie in der Qualifikation gegen Sinja Kraus verloren hatte.
- Sie schlug im Turnierverlauf die Weltranglistenzweite Jelena Rybakina und die ehemalige Nummer eins Karolina Pliskova.
- Kostjuk trifft im Finale auf die Russin Mirra Andrejewa, die Hailey Baptiste besiegte.
- Potapova verbessert sich im Ranking um fast 20 Plätze auf Position 38.
- Es gab nach dem Match keinen Handschlag zwischen der Ukrainerin und der gebürtigen Russin.
- Potapova ist die erste Österreicherin, die ein WTA-1000-Halbfinale erreichte.
Ein historischer Lauf endet im Halbfinale
Anastasia Potapovas sensationelle Reise beim mit 8,235 Millionen Euro dotierten WTA-1000-Turnier in Madrid fand am Donnerstagabend ein Ende. Die 25-jährige Neo-Österreicherin unterlag der an Nummer 26 gesetzten Ukrainerin Marta Kostjuk mit 2:6, 6:2, 1:6. Damit verpasste sie den Einzug ins Endspiel, das sie als erste ÖTV-Spielerin überhaupt erreicht hätte. Die Partie dauerte eine Stunde und 36 Minuten. Potapova, die als Lucky Loser ins Hauptfeld gekommen war, zeigte eine wechselhafte Leistung. Nach einem schwachen ersten Satz kämpfte sie sich zurück, verlor aber im Entscheidungsdurchgang klar. Besonders bitter: Beim ersten Matchball für Kostjuk unterlief Potapova ein Doppelfehler.
Kostjuk nutzt Potapovas Aufschlagprobleme aus
Der erste Satz war geprägt von Potapovas Schwierigkeiten beim Aufschlag. Kostjuk breakte gleich zu Beginn zum 2:0 und ließ zwei Chancen auf ein Rebreak ungenutzt. Bei 0:40 wehrte Potapova drei Satzbälle ab, den vierten aber nicht mehr. Nach 23 Minuten war Satz eins mit 6:2 an die Ukrainerin gegangen. Im zweiten Durchgang drehte Potapova auf. Mit druckvollen Schlägen und einer starken Rückhand dominierte sie das Geschehen. Kostjuk leistete sich zahlreiche Fehler, und Potapova nutzte ein Zu-Null-Break zum 6:1. Die Zuschauer sahen eine völlig veränderte Spielerin.
Entscheidender Durchgang: Frühes Break entscheidet
Den Schwung aus dem zweiten Satz konnte Potapova nicht mitnehmen. Leichte Fehler führten zu einem schnellen Break und einem 0:4-Rückstand im dritten Satz. Erst danach kämpfte sie sich zurück, ließ beim Stand von 1:4 jedoch drei Breakchancen ungenutzt. Das Ende kam beim ersten Matchball: ein Doppelfehler besiegelte die Niederlage. „Das Match im vergangenen Jahr war ganz anders, sie spielt jetzt ganz anders. Ich bin immer bei mir geblieben, das war der Schlüssel für den Sieg“, sagte Kostjuk nach der Partie. Die Ukrainerin, die zuletzt in Rouen ihren ersten Saisontitel gewonnen hatte, steht nun erstmals in einem WTA-1000-Finale.
Kein Handschlag nach dem Match
Brisant: Nach der Partie gab es keinen Handschlag zwischen Kostjuk und der gebürtigen Russin Potapova. Der Hintergrund bleibt unklar, doch angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ist die Geste politisch aufgeladen. Potapova war 2023 vom russischen zum österreichischen Verband gewechselt und tritt seitdem für Österreich an. Kostjuk trifft im Finale auf die Russin Mirra Andrejewa, die die US-Amerikanerin Hailey Baptiste mit 6:4, 7:6 (8) besiegte. Die 23-jährige Ukrainerin wird sich im Ranking auf mindestens Platz 17 verbessern.
Potapovas Aufstieg: Vom Lucky Loser zur ÖTV-Geschichte
Potapova war als Lucky Loser ins Hauptfeld gerutscht, nachdem sie in der Qualifikation gegen ihre Landsfrau Sinja Kraus verloren hatte. Im Hauptbewerb besiegte sie zunächst die Weltranglistenzweite Jelena Rybakina, dann die ehemalige Nummer eins Karolina Pliskova. Mit dem Halbfinaleinzug schrieb sie österreichische Tennisgeschichte: Erstmals seit Einführung der WTA-1000-Kategorie 2009 hatte eine Österreicherin die Vorschlussrunde erreicht. Für ihren Lauf kassierte Potapova 390 WTA-Punkte und brutto 297.550 Euro. Im Live-Ranking kletterte sie auf Platz 38, nachdem sie zuvor auf Rang 56 gelegen hatte. Ihr bisher bestes Ranking war Platz 21. „Ich halte es tatsächlich für ein Wunder“, hatte sie nach dem Sieg gegen Pliskova gesagt.
Ausblick: Potapova tankt Selbstvertrauen für die Zukunft
Trotz der Halbfinalniederlage kann Potapova auf ein außergewöhnliches Turnier zurückblicken. „Mit jedem Sieg wird man selbstbewusster. Und natürlich vor allem mit dem Sieg gegen Rybakina“, hatte sie nach dem Viertelfinale erklärt. Die 25-Jährige zeigte, dass sie auf höchstem Niveau mithalten kann, auch wenn sie im entscheidenden Moment noch nicht die Konstanz besitzt. Im Rennen um die Jahresweltspitze (Race) ist Potapova auf Platz 16 vorgerückt. Nachdem sie zuletzt in Linz im Finale verloren hatte, bestätigt sie ihre gute Form. Die Frage bleibt, ob sie an diese Leistungen in den kommenden Turnieren anknüpfen kann. Für Österreich ist sie die große Hoffnung im Damentennis.
Das Wichtigste
- Anastasia Potapova erreichte als erste Österreicherin ein WTA-1000-Halbfinale, verlor dort gegen Marta Kostjuk.
- Potapova war als Lucky Loser ins Turnier gekommen und schlug mit Rybakina und Pliskova zwei Topspielerinnen.
- Kostjuk verweigerte nach dem Match den Handschlag, was politische Spannungen widerspiegelt.
- Potapova verbessert sich im Ranking um fast 20 Plätze auf Position 38.
- Kostjuk trifft im Finale auf Mirra Andrejewa und hat Chancen auf ihren zweiten Saisontitel.
- Der Lauf in Madrid stärkt Potapovas Selbstvertrauen für die kommenden Turniere.




Bayern-Trainer Kompany rotiert auf sieben Positionen – Ndiaye erneut in der Startelf gegen Heidenheim

Manuel Neuer will seinen Vertrag beim FC Bayern um ein Jahr verlängern
Kathleen Krüger vor Wechsel zum HSV: Ex-Bayern-Funktionärin soll Sportvorständin werden
