Ralph Krueger, ehemaliger Schweizer Eishockey-Nationaltrainer, gibt Parkinson-Diagnose bekannt
Der 66-Jährige erhielt die Diagnose im Herbst 2024 und spricht erstmals öffentlich über die unheilbare Krankheit, die ihn zum Rückzug aus der Öffentlichkeit bewogen hat.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Ralph Krueger ist 66 Jahre alt und besitzt die deutsche, kanadische und Schweizer Staatsbürgerschaft.
- Er erhielt die Parkinson-Diagnose im Herbst 2024.
- Krueger bestritt 45 Länderspiele für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft.
- 1998 gewann er als Trainer der VEU Feldkirch die European Hockey League.
- Er war Trainer der NHL-Teams Edmonton Oilers und Buffalo Sabres.
- Krueger war Aufsichtsratsvorsitzender des FC Southampton (2014–2019) und der Wiener Austria (November 2023 bis Jänner 2026).
- Er hielt während der EM 2024 einen Motivationsworkshop mit der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft ab.
Ein Leben für den Sport: Kruegers Karriere zwischen Eishockey und Fußball
Ralph Krueger, eine der prägendsten Figuren des internationalen Eishockeys, hat seine Parkinson-Erkrankung öffentlich gemacht. Der 66-Jährige, der als Spieler 45 Länderspiele für Deutschland bestritt und später die Schweizer Nationalmannschaft an die Weltspitze führte, erhielt die Diagnose im Herbst 2024. In einem Interview mit CH Media sprach er erstmals über die unheilbare Krankheit. Krueger, der die deutsche, kanadische und Schweizer Staatsbürgerschaft besitzt, war nicht nur im Eishockey erfolgreich. Als Trainer gewann er 1998 mit der VEU Feldkirch die European Hockey League und coachte in der NHL die Edmonton Oilers und die Buffalo Sabres. Parallel dazu war er im Fußball tätig: Als Aufsichtsratsvorsitzender leitete er den FC Southampton (2014–2019) und die Wiener Austria (November 2023 bis Jänner 2026).
Die Diagnose: Ein Schock und ein schwieriger Schritt an die Öffentlichkeit
„Die Krankheit ist unheilbar. Das ist ein Grund, warum ich mich noch stärker aus der Öffentlichkeit zurückgezogen habe“, erklärte Krueger. „Ich spreche bei dieser Gelegenheit zum ersten Mal darüber. Es ist ein großer Schritt für mich.“ Die Diagnose Parkinson bedeutet einen fortschreitenden Verlust von Nervenzellen im Mittelhirn, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Dies führt zu Bewegungsverlangsamung, Muskelsteifigkeit, Zittern und in späteren Stadien zu Gleichgewichtsstörungen. Genaue Prognosen über den Verlauf der Krankheit seien nicht möglich, so Krueger. Er betonte jedoch, dass die Symptome gelindert werden könnten, insbesondere durch Sport. „Ich bin sportlich wie nie“, sagte er. Nach und nach habe er gelernt zu akzeptieren, „dass diese Krankheit nur ein Teil von mir ist – aber eben nicht alles“.
Rückzug aus der Öffentlichkeit und neue Prioritäten
Krueger zog sich in den letzten Monaten zunehmend aus der Öffentlichkeit zurück, was er nun mit der Erkrankung begründet. Trotz der Diagnose bleibt er dem Eishockey verbunden: Er besitzt Tickets für alle Spiele der Schweizer Nationalmannschaft bei der anstehenden Heim-Weltmeisterschaft in Zürich. Nichts habe ihn so geprägt wie seine Tätigkeit als Nationaltrainer, stellte er fest. Auch im Fußball blieb er aktiv: Während der EM 2024 in Berlin hielt er einen Motivationsworkshop mit den Spielern der österreichischen Nationalmannschaft ab. Zuvor hatte er die Mannschaft von Teamchef Ralf Rangnick während der Vorbereitung in Windischgarsten besucht.
Familie und Unterstützung als Anker
Krueger betonte die Bedeutung seiner Familie und der medizinischen Betreuung im Umgang mit der Krankheit. „Durch eine sehr gute Betreuung und durch meine Familie habe ich gelernt, zu akzeptieren, dass diese Krankheit nun ein Teil von mir ist“, sagte er. Er könne kontrollieren, wie er darauf reagiere. Sein Sohn Justin Krueger schaffte es ebenfalls in die deutsche Nationalmannschaft und ist damit Teil des sportlichen Erbes der Familie. Die Parkinson-Erkrankung ist zwar unheilbar, aber Krueger zeigt sich entschlossen, dennoch aktiv zu bleiben.
Ein Vermächtnis jenseits der Krankheit
Kruegers Karriere umfasst Stationen auf höchstem Niveau in zwei Sportarten. Als Trainer führte er die Schweiz in die Weltspitze des Eishockeys und war in der NHL tätig. Im Fußball prägte er den FC Southampton und die Wiener Austria. Sein Einfluss reicht bis in die Gegenwart: Er ist weiterhin als Berater und Motivator gefragt. Die Offenlegung seiner Erkrankung ist ein seltener Schritt im Spitzensport. Krueger hofft, dass sein Umgang mit der Krankheit anderen Betroffenen Mut machen kann. „Es ist ein großer Schritt für mich“, wiederholte er. Die Sportwelt reagiert mit Respekt auf seine Offenheit.
Das Wichtigste
- Ralph Krueger leidet an Parkinson, einer unheilbaren neurodegenerativen Erkrankung, die er im Herbst 2024 diagnostiziert bekam.
- Er zog sich aus der Öffentlichkeit zurück, bleibt aber dem Sport verbunden, etwa durch Besuche bei der Schweizer Nationalmannschaft.
- Krueger war als Spieler und Trainer im Eishockey erfolgreich und hatte Führungspositionen im Fußball inne.
- Er setzt auf Sport und familiäre Unterstützung, um die Symptome zu lindern.
- Die Offenlegung der Krankheit ist ein seltener Schritt, der anderen Betroffenen Mut machen soll.






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