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Sarah Engels vertritt Deutschland beim ESC 2026 in Wien

Die 33-jährige Sängerin setzt sich im deutschen Finale mit ihrem Song „Fire“ durch und warnt vor einer Politisierung des Musikwettbewerbs.

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Sarah Engels vertritt Deutschland beim ESC 2026 in Wien
Die 33-jährige Sängerin setzt sich im deutschen Finale mit ihrem Song „Fire“ durch und warnt vor einer Politisierung desCredit · Eurovision.tv

Die Fakten

  • Der 70. Eurovision Song Contest findet 2026 in Wien statt.
  • Sarah Engels gewinnt Das Deutsche Finale 2026 mit dem Song „Fire“.
  • Das Deutsche Finale 2026 wird am 28. Februar in Berlin von Barbara Schöneberger und Hazel Brugger moderiert.
  • Eine 20-köpfige internationale Jury bewertet neun Acts und kürt drei Favoriten.
  • Das Finale des ESC wird in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai live im Ersten übertragen.
  • 26 Lieder treten im Finale an; zu den Favoriten zählen Delta Goodrem, Søren Torpegaard Lund und Monroe.

Österreich bereitet sich auf das ESC-Jubiläum vor

Wien wird im Mai 2026 zum Schauplatz des 70. Eurovision Song Contest. Die österreichische Hauptstadt empfängt damit zum zweiten Mal nach 2015 den größten Musikwettbewerb der Welt. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren: Die Stadt plant ein breites Begleitprogramm, das den ESC für möglichst viele Menschen erlebbar machen soll – darunter Angebote für Senioren, Straßenbahnfahrer und sozial Benachteiligte. Die Europäische Rundfunkunion (EBU) sucht derweil weltweit nach verschollenen Aufnahmen der ESC-Ausgaben von 1956 und 1964. Diese historischen Fernsehschätze könnten in Archiven oder Privatsammlungen schlummern. Parallel dazu arbeiten die Veranstalter an einem neuen Kapitel: Erstmals soll es eine asiatische Edition des Wettbewerbs geben.

Sarah Engels setzt sich im deutschen Vorentscheid durch

Am 28. Februar 2026 fiel im Berliner Fernsehstudio die Entscheidung: Sarah Engels fährt mit ihrem Popsong „Fire“ zum ESC nach Wien. Die 33-Jährige setzte sich in der Sendung „Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale 2026“ gegen acht weitere Acts durch. Moderiert wurde die Show von Barbara Schöneberger und Hazel Brugger, die durch den Abend führten. Eine 20-köpfige internationale Jury bewertete die neun Kandidaten und kürte zunächst drei Favoriten. Das Publikum entschied dann per Televoting über den Sieg. Engels, die bereits durch ihre Teilnahme an „Deutschland sucht den Superstar“ bekannt wurde, verspricht für ihren Auftritt in Wien eine „schillernde Überraschung“. Details verriet sie bei einem Besuch der Messe FIBO in Köln noch nicht.

Internationale Favoriten sorgen vor dem Finale für Wirbel

Während die deutsche Vorentscheidung gelaufen ist, zeichnen sich bei den Wettanbietern bereits die großen Favoriten für das Finale ab. Delta Goodrem aus Australien liegt mit ihrer Ballade „Eclipse“ weit vorne. Die Sängerin, bekannt aus der Castingshow „The Voice“, setzt auf Harfe, Streicher und Klavier. Dänemark schickt den Musicaldarsteller Søren Torpegaard Lund mit dem dramatischen Popsong „Før vi går hjem“ ins Rennen, den er selbst als „sauer-süße Süßigkeit“ beschreibt. Aus Frankreich kommt die erst 17-jährige Sopranistin Monroe Rigby mit einer Pop-Arie namens „Regarde!“. Sie stammt aus Salt Lake City und vertritt die Grande Nation mit hohen Tönen und viel Pathos. Der griechische Beitrag „Ferto“ von Akylas Mytilineos mischt Dancebeat mit arabischen Elementen und 80er-Videospielsounds. Der 27-Jährige, einst Teilnehmer von „The Voice of Greece“, singt auf Griechisch, Englisch, Spanisch und Französisch über Überkonsum.

Kontroversen und politische Debatten begleiten den Wettbewerb

Der diesjährige ESC wird von Boykottaufrufen und politischen Diskussionen überschattet. Mehrere Länder haben ihre Teilnahme abgesagt, was zu einer angespannten Stimmung führt. Deutschlands Starterin Sarah Engels warnt jedoch davor, den Musikwettbewerb zu politisieren: Für sie stehe das Verbindende im Vordergrund. Auch der frühere ESC-Teilnehmer Michael Schulte äußerte sich traurig über die Entwicklung und betonte, dass es um die Musik gehen sollte. Ein besonderer Fall ist der rumänische Beitrag „Choke Me“ von Alexandra Căpitănescu. Die Rocknummer mit opernhaften Koloraturen sorgte für Aufsehen, weil Aktivisten den Text als Verharmlosung sexueller Strangulation kritisierten. Die Sängerin selbst erklärte, der Song handle von einer erdrückenden Beziehung, nicht von Gewalt. Die EBU ließ den Beitrag unbeanstandet im Rennen.

Sicherheitsauflagen nach Brandkatastrophe von Crans-Montana

Nach dem verheerenden Brand in Crans-Montana, bei dem mehrere Menschen ums Leben kamen, verschärft die EBU die Sicherheitsvorschriften für den ESC. Beim Finale in Wien sind nur noch schwer entflammbare Fahnen erlaubt. Fans müssen neben ihren Tickets auch Zertifikate vorweisen, die die Feuerfestigkeit ihrer mitgebrachten Flaggen bestätigen. Die Maßnahmen sollen eine Wiederholung der Tragödie verhindern. Zudem sorgte eine Äußerung des Entertainers Hape Kerkeling für Diskussionen. Er bezeichnete den ESC als „ziemlich schwule Idee“ und verwies darauf, dass bereits 1961 ein Lied über Homosexuelle den Wettbewerb gewann. Die Aussage löste gemischte Reaktionen aus, passt aber in die Tradition des ESC, der immer wieder queere Themen aufgreift.

Ausblick: Asien-Edition und Jubiläumsstimmung

Zum 70. Geburtstag des Eurovision Song Contest planen die Veranstalter eine Premiere: Erstmals soll es einen asiatischen Ableger der Show geben. Die Details sind noch nicht bekannt, aber die Ankündigung zeigt, dass die ESC-Familie weiter wächst. In Wien selbst wird derweil ein breites Rahmenprogramm organisiert, das den Wettbewerb für alle zugänglich macht – vom Donauschiff bis zum Altersheim. Die Spannung steigt: Am 16. Mai 2026 werden 26 Länder um den Sieg kämpfen. Deutschland hofft auf Sarah Engels, die mit „Fire“ eine schillernde Show verspricht. Ob sie die hohen Erwartungen erfüllen kann, wird sich in der Wiener Stadthalle zeigen.

Das Wichtigste

  • Sarah Engels vertritt Deutschland beim 70. ESC in Wien mit dem Song „Fire“.
  • Das Deutsche Finale 2026 fand am 28. Februar in Berlin statt, moderiert von Barbara Schöneberger und Hazel Brugger.
  • Zu den internationalen Favoriten zählen Delta Goodrem (Australien), Søren Torpegaard Lund (Dänemark) und Monroe (Frankreich).
  • Der ESC 2026 wird von Boykottaufrufen und politischen Debatten begleitet; Sarah Engels und Michael Schulte warnen vor Politisierung.
  • Nach der Brandkatastrophe von Crans-Montana gelten strenge Sicherheitsauflagen für Fahnen beim ESC.
  • Erstmals soll es eine asiatische Edition des ESC geben.
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