Sport

René Wagner kehrt an die Alte Försterei zurück – Köln kämpft um Klassenerhalt

Der 1. FC Köln reist mit Personalsorgen und einer historischen Auswärtsflaute zum 31. Spieltag nach Berlin, wo Union Berlin auf Interimstrainerin Marie-Louise Eta setzt.

4 min
René Wagner kehrt an die Alte Försterei zurück – Köln kämpft um Klassenerhalt
Der 1. FC Köln reist mit Personalsorgen und einer historischen Auswärtsflaute zum 31. Spieltag nach Berlin, wo Union BerCredit · kicker

Die Fakten

  • Anstoß am 2. Mai 2026 um 15:30 Uhr im Stadion An der Alten Försterei.
  • Köln-Trainer René Wagner kehrt erstmals nach seiner Zeit als Co-Trainer an seine alte Wirkungsstätte zurück.
  • Isak Johannesson fehlt gelbgesperrt, Rav van den Berg verletzte sich im Abschlusstraining (muskuläre Probleme).
  • Denis Huseinbasic ersetzt Johannesson im Kader, Dominique Heintz rückt für van den Berg nach.
  • Union Berlin muss auf Stammtorhüter Frederik Rönnow (Muskelverletzung) verzichten; Carl Klaus steht im Tor.
  • Union hat drei Niederlagen in Folge und nur einen Punkt aus den letzten fünf Spielen – schwächste Serie seit Aufstieg.
  • Köln wartet seit elf Bundesliga-Auswärtsspielen auf einen Sieg – ligaweit längste Durststrecke.
  • 46 Prozent der Union-Tore fallen nach Standards, Köln kassierte zwölf Gegentreffer nach Ecken (zweitmeist der Liga).

Rückkehr mit gemischten Gefühlen

Am Samstag um 15:30 Uhr empfängt der 1. FC Union Berlin den 1. FC Köln im Stadion An der Alten Försterei zum 31. Bundesliga-Spieltag. Für Kölns Trainer René Wagner ist es eine besondere Partie: Der 47-Jährige kehrt erstmals seit seinem Abschied als Co-Trainer an seine alte Wirkungsstätte zurück. Wagner hatte von 2018 bis 2024 unter Union-Trainer Urs Fischer gearbeitet, bevor er im Februar 2025 den Cheftrainerposten beim 1. FC Köln übernahm. Die Begegnung steht unter hohen sportlichen Vorzeichen. Köln kämpft um den Klassenerhalt und könnte mit einem Sieg einen großen Schritt in Richtung Ligaverbleib machen – vorausgesetzt, die direkte Konkurrenz aus Wolfsburg und St. Pauli patzt am Sonntag. Union Berlin dagegen steckt in der schwersten Phase der Saison: Drei Niederlagen am Stück und nur ein Punkt aus den vergangenen fünf Partien bedeuten die schwächste Serie seit dem Aufstieg 2019.

Personelle Zwangslagen auf beiden Seiten

Wagner musste am Freitag zwei erzwungene Kaderänderungen vornehmen. Isak Johannesson fehlt nach seiner fünften Gelben Karte aus der 1:2-Niederlage gegen Bayer Leverkusen. „Isak ist gelbgesperrt. Daher wird es eine zwingende Veränderung geben. Das heißt: Einer geht raus, einer geht rein“, sagte Wagner am Donnerstag. Zudem verletzte sich Rav van den Berg im Abschlusstraining am Freitag an der Muskulatur und reiste nicht mit nach Berlin. Für Johannesson rückt Denis Huseinbasic in den Kader, der zuvor zweimal nicht nominiert worden war – gegen St. Pauli und Leverkusen fand der einstige Senkrechtstarter nicht einmal Platz im 20-köpfigen Aufgebot. Der Klub plant im Sommer ohne den Mittelfeldspieler und will ihn ein Jahr vor Vertragsende verkaufen. Van den Bergs Platz nimmt Dominique Heintz ein, dessen Vertrag im Sommer nicht verlängert wird. Neben diesen beiden fehlen nur die Langzeitverletzten Timo Hübers, Luca Kilian, Ragnar Ache sowie der nicht nominierte Florian Kainz.

Union setzt auf Interimstrainerin und Ersatztorwart

Auf der Gegenseite wird Union Berlin von Interimstrainerin Marie-Louise Eta betreut, die nach der Trennung von Steffen Baumgart im April übernommen hat. Eta muss auf Stammtorhüter Frederik Rönnow verzichten, der sich in Leipzig eine Muskelverletzung zuzog. Für ihn steht erneut Carl Klaus zwischen den Pfosten, der bereits in Leipzig sein Bundesliga-Debüt feierte. Mit lediglich neun Zählern aus 14 Rückrunden-Begegnungen ist Union das zweitschwächste Team der zweiten Saisonhälfte, dazu kommt die geteilte Negativ-Bilanz bei Toren (zwölf erzielt, 29 kassiert). Die Historie spricht klar für die Köpenicker: Acht ihrer elf Bundesliga-Partien gegen den 1. FC Köln gewannen sie – kein anderer Gegner bescherte Köln einen so niedrigen Punkteschnitt (0,45).

Standards als Schlüssel zum Erfolg

Ein entscheidender Faktor könnte die Effizienz bei Standardsituationen sein. Union erzielt 46 Prozent seiner Saisontore nach ruhenden Bällen und stellt mit 23 Prozent ligaweit den höchsten Eckball-Trefferanteil. Genau hier liegt Kölns Achillesferse: Zwölf Gegentreffer nach Ecken bedeuten den zweitschlechtesten Wert der Bundesliga. Unions Abwehrchef Danilho Doekhi traf bereits fünfmal in dieser Spielzeit, drei seiner Treffer fielen nach Ecken – nur Harry Kane und Haris Tabakovic waren in dieser Disziplin erfolgreicher. Auf Kölner Seite könnte Joker-Spezialist Luca Waldschmidt (sechs Scorerpunkte nach Einwechslungen) erneut eine späte Option sein; mit einem weiteren Jokertor würde er in der Bundesliga-Historie zu Robert Lewandowski aufschließen. Hoffnungsträger bleibt Teenager Said El Mala, der mit 15 Scorerpunkten (elf Tore, vier Assists) eine historische Saison hinlegt und in Leverkusen zehn Torschüsse abgab – Rekord für einen Kölner Bundesliga-Spieler seines Alters.

Auswärtsflaute und letzte Chance für Köln

Der 1. FC Köln verlor zuletzt erstmals unter René Wagner mit 1:2 gegen Leverkusen und wartet seit elf Bundesliga-Auswärtsspielen auf einen Dreier – ligaweit die längste laufende Durststrecke. Ein Sieg in Berlin wäre nicht nur ein Befreiungsschlag, sondern auch die Vorentscheidung im Abstiegskampf. Wagner denkt jedoch nicht an mögliche Patzer der Konkurrenz: „Für mich zählen nur drei Punkte.“ Das Spiel wird live bei Sky (TV und Stream) sowie in der Konferenz bei DAZN übertragen. Ein Free-TV-Sender zeigt die Partie nicht.

Das Wichtigste

  • René Wagner kehrt erstmals als Cheftrainer des 1. FC Köln an die Alte Försterei zurück, wo er zuvor Co-Trainer war.
  • Köln muss auf Isak Johannesson (Gelbsperre) und Rav van den Berg (Muskelverletzung) verzichten; Denis Huseinbasic und Dominique Heintz rücken nach.
  • Union Berlin tritt mit Interimstrainerin Marie-Louise Eta und Ersatztorwart Carl Klaus an – Stammkeeper Frederik Rönnow fehlt verletzt.
  • Union ist das zweitschwächste Rückrundenteam (neun Punkte) und hat die schwächste Serie seit dem Aufstieg (ein Punkt aus fünf Spielen).
  • Köln wartet seit elf Auswärtsspielen auf einen Sieg – ligaweit die längste Durststrecke.
  • Standardsituationen könnten den Ausschlag geben: Union erzielt 46 Prozent seiner Tore nach ruhenden Bällen, Köln kassierte zwölf Gegentreffer nach Ecken.
Galerie
René Wagner kehrt an die Alte Försterei zurück – Köln kämpft um Klassenerhalt — image 1René Wagner kehrt an die Alte Försterei zurück – Köln kämpft um Klassenerhalt — image 2René Wagner kehrt an die Alte Försterei zurück – Köln kämpft um Klassenerhalt — image 3René Wagner kehrt an die Alte Försterei zurück – Köln kämpft um Klassenerhalt — image 4René Wagner kehrt an die Alte Försterei zurück – Köln kämpft um Klassenerhalt — image 5René Wagner kehrt an die Alte Försterei zurück – Köln kämpft um Klassenerhalt — image 6
Mehr dazu