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Berliner 1. Mai weitgehend friedlich – nur drei Festnahmen bei großer Demo

Die Polizei zieht eine positive Bilanz für den Tag der Arbeit in Berlin, trotz aggressiver Stimmung und Teilnahme eines schwarzen Blocks.

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Berliner 1. Mai weitgehend friedlich – nur drei Festnahmen bei großer Demo
Die Polizei zieht eine positive Bilanz für den Tag der Arbeit in Berlin, trotz aggressiver Stimmung und Teilnahme eines Credit · Berner Zeitung

Die Fakten

  • Bei der großen Demonstration linker und linksextremer Gruppen gab es nur drei Festnahmen wegen Störungen.
  • Insgesamt wurden im mittleren zweistelligen Bereich Festnahmen bei Demonstrationen und Festen verzeichnet.
  • Die BSR sammelte nach dem 1. Mai 183 Kubikmeter Müll ein, entsprechend etwa 1.000 Badewannenfüllungen.
  • Der Görlitzer Park war wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen, wurde aber später wieder geöffnet.
  • Die Demoroute der 'Revolutionären 1. Mai'-Demo wurde kurzfristig geändert und führte direkt über den Hermannplatz zur Hasenheide.
  • Am Südstern kam es zu Auseinandersetzungen zwischen dem schwarzen Block und der Polizei, mit Flaschenwürfen und Festnahmen.
  • Bundesweit waren Tausende Polizisten im Einsatz.

Ein überwiegend friedlicher Tag der Arbeit in Berlin

Der 1. Mai in Berlin und Brandenburg verlief in diesem Jahr überwiegend friedlich. Die Polizei zog am Ende eine positive Bilanz, obwohl die Stimmung bei einigen Demonstrationen aggressiv war und ein sogenannter schwarzer Block von Linksautonomen teilnahm. Bei der großen Demonstration linker und linksextremer Gruppen am Abend wurden nach ersten Zählungen nur drei Festnahmen wegen Störungen verzeichnet. Insgesamt gab es im gesamten Tagesverlauf Festnahmen im mittleren zweistelligen Bereich – sowohl bei den vielen Demonstrationen als auch auf den Straßenfesten und Feiern in Parks. Einige Polizisten wurden leicht verletzt, zum Teil bei Widerstandshandlungen. Die Polizei sprach in einem ersten Fazit von einem friedlichen Protest.

Die 'Revolutionäre 1. Mai'-Demonstration und ihre Route

Die 'Revolutionäre 1. Mai'-Demonstration, organisiert von linken und linksextremen Gruppen, startete am Abend. Die Wegstrecke wurde kurzfristig geändert: Statt der ursprünglichen Route führte der Zug nun direkt von der Sonnenallee über den Hermannplatz zur Hasenheide. Die Spitze der Demonstration erreichte den geplanten Endpunkt, den Südstern, nach Angaben der Polizei. Der Demonstrationszug war jedoch in mehrere Teile zerfasert, da tausende feiernde Menschen in Kreuzberg den Weg blockierten. Während die Spitze bereits in Neukölln war, befand sich das Ende noch in der Oranienstraße in Kreuzberg, mit großen Lücken dazwischen. Die Menge skandierte Parolen wie „Von Kreuzberg bis nach Gaza“.

Auseinandersetzungen am Südstern und Festnahmen

Am späten Abend kam es im Bereich des Südsterns zu Auseinandersetzungen zwischen dem schwarzen Block und der Polizei. Die Polizei kesselte Teile der Demonstrierenden ein, woraufhin es wiederholt zu Rangeleien kam. Die Lage spitzte sich zu, als aus der Menge Flaschen auf die Einsatzkräfte geworfen wurden. Die Polizei griff ein und nahm mehrere Personen fest. Im Anschluss formierte sich eine Sitzblockade, die gewaltsam aufgelöst wurde. Auch im weiteren Verlauf blieb die Situation angespannt: Immer wieder wurde Pyrotechnik gezündet. Zwei weitere Personen wurden im Bereich der Sonnenallee und Pannierstraße festgenommen. Die Polizei sprach in wenigen Fällen von „Freiheitsentziehungen“ wegen Körperverletzung oder Sachbeschädigung, betonte jedoch, dass diese Delikte Ausnahmen seien.

Müllaufkommen und Sonderschichten der BSR

Nach dem 1. Mai begann die Berliner Stadtreinigung (BSR) bereits in den frühen Morgenstunden mit dem großen Aufräumen. In Sonderschichten befreite sie Parkanlagen und Straßen vom Müll. Bereits in den Vorjahren hatte die BSR nach dem Tag der Arbeit mehr als hundert Kubikmeter Müll eingesammelt. Vor einem Jahr kamen insgesamt 183 Kubikmeter Müll zusammen, was etwa 1.000 Badewannenfüllungen entspricht. Die BSR war auch in diesem Jahr im Einsatz, um die Hinterlassenschaften der Feiernden zu beseitigen. Der Senat hatte in der vergangenen Woche bekanntgegeben, dass der Görlitzer Park für zwei Nächte – die Nacht zum 1. und zum 2. Mai – auch zwischen 22 und 6 Uhr für Besucher geöffnet bleibt. Wegen Überfüllung war der Park am Abend vorübergehend geschlossen worden, wurde aber später wieder geöffnet.

Bundesweiter Einsatz und Vergleich zu früheren Jahren

Am Maifeiertag waren bundesweit Tausende Polizisten im Einsatz. In der Vergangenheit kam es am 1. Mai immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit der Polizei. In diesem Jahr zogen die Behörden jedoch eine positive Bilanz: Die große Demonstration linker und linksextremer Gruppen verlief nach Angaben eines Polizei-Sprechers „überwiegend friedlich“. Trotz teils aggressiver Stimmung und der Teilnahme des schwarzen Blocks kam es zu keiner Eskalation. Die Polizei meldete nur wenige Festnahmen – anders als in früheren Jahren. Dies deutet auf eine Deeskalation der traditionell konfliktreichen Maifeiertage in Berlin hin. Die Behörden zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf, auch wenn es vereinzelt zu Rangeleien und dem Zünden von Bengalischem Feuer kam.

Ausblick und Bedeutung des 1. Mai

Der 1. Mai, der als Tag der Arbeit, Tag der Arbeiterbewegung oder Maifeiertag bezeichnet wird, steht für Arbeitnehmerrechte und soziale Gerechtigkeit. Er ist ein gesetzlicher Feiertag und wird in einigen Städten von Demonstrationen und teils gewaltsamen Krawallen begleitet. In Berlin zeigte sich in diesem Jahr jedoch ein weitgehend friedliches Bild. Die positive Bilanz der Polizei und die geringe Zahl an Festnahmen könnten auf einen Trend zu weniger Gewalt am 1. Mai hindeuten. Dennoch bleibt die Lage angespannt, wie die Auseinandersetzungen am Südstern zeigen. Die Behörden werden auch in den kommenden Jahren wachsam bleiben müssen, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Das Wichtigste

  • Die Berliner Polizei zog eine positive Bilanz für den 1. Mai, mit nur drei Festnahmen bei der großen Demonstration.
  • Trotz aggressiver Stimmung und Teilnahme eines schwarzen Blocks blieb die Lage überwiegend friedlich.
  • Die BSR sammelte nach dem Feiertag 183 Kubikmeter Müll ein, ähnlich hohe Mengen wie in den Vorjahren.
  • Der Görlitzer Park war wegen Überfüllung kurzzeitig geschlossen, wurde aber wieder geöffnet.
  • Bundesweit waren Tausende Polizisten im Einsatz, um die zahlreichen Demonstrationen und Feste zu sichern.
  • Die Auseinandersetzungen am Südstern mit Flaschenwürfen und Festnahmen zeigen, dass die Situation jederzeit eskalieren kann.
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