Freiburg fiebert dem ersten Meistertitel entgegen: Spiel 7 in Davos entscheidet über Hockey-Krone
Vor dem entscheidenden Playoff-Final zwischen dem HC Davos und Fribourg-Gottéron ist der Kanton im Ausnahmezustand – nie zuvor stand der Klub so dicht vor dem Titel.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- Fribourg-Gottéron steht erstmals in der Klubgeschichte vor dem Gewinn des Meistertitels.
- Das entscheidende siebte Spiel der Finalserie findet am 29. April 2026 in Davos statt.
- Julien Sprunger, 40-jähriger Kapitän und lebende Legende, bestreitet sein letztes Spiel.
- Die Finalserie startete mit vier Auswärtssiegen in Serie – eine Premiere in der National League.
- Sämtliche Spiele der Serie waren ausverkauft.
- Im Falle eines Sieges haben die Behörden eine Freinacht angekündigt, und die öffentlichen Busse fahren die ganze Nacht.
- Der HC Davos strebt den ersten Titel seit dem Rücktritt von Arno del Curto an.
Ein Kanton im Gottéron-Fieber
Die Fieberkurve in Freiburg hat den Zenit erreicht und steigt nicht weiter – denn das Gottéron-Fieber ist seit Tagen auf dem Höchststand. Ein einziger Sieg fehlt noch, um den ersten Meistertitel in der Geschichte des HC Fribourg-Gottéron zu sichern. Dieser Sieg müsste im siebten Spiel des Playoff-Finals in Davos gelingen. Seit Tagen dominieren die Drachen die Titelseiten der Freiburger Medien. Auf den Strassen sind überall Menschen mit Gottéron-Schals unterwegs. Selbst die Busse der Freiburger Verkehrsbetriebe TPF fuhren am Morgen vor dem Spiel mit der Botschaft «Gottéron! Gottéron!» durch die Stadt. Selbst bei der politischen Abstimmung am vergangenen Sonntag wurde im Rathaus wohl fast mehr über Eishockey gesprochen. Politische Gegner scherzten, dass sie später gemeinsam nach Davos fahren würden, um das fünfte Spiel zu verfolgen.
Julien Sprunger: Die ungekrönte Legende vor dem letzten Tanz
Niemandem wünscht man den Pokal mehr als Julien Sprunger. Der 40-jährige Freiburger hat die russischen Weltstars Slawa Bykow und Andrei Chomutow, die in den 1990er-Jahren für Gottéron stürmten, längst als grösste Klublegende abgelöst. Sprunger ist einer von hier: aufgewachsen in Freiburg, zur Schule gegangen, die Juniorenabteilungen durchlaufen, und als Profi nie für ein anderes Team auf dem Eis gestanden. Er hat über 1000 Spiele für Gottéron absolviert und über 800 Skorerpunkte gesammelt. Er war Nationalspieler und führt das Team seit zehn Jahren als Kapitän an. Auch in dieser Saison spielt er eine wichtige sportliche Rolle, wie sein Tor zum 1:0 im sechsten Spiel des Finals zeigte. Sollte er im letzten Spiel seiner Karriere den ersten Meistertitel für Gottéron holen, würde das seine Unsterblichkeit in Freiburg endgültig besiegeln – obwohl er diese eigentlich schon jetzt erreicht hat.
Eine Finalserie der Rekorde und Emotionen
Die Serie zwischen dem HC Davos und Fribourg-Gottéron ist packend. Zum ersten Mal in der Geschichte der National League startete eine Finalserie mit vier Auswärtssiegen in Serie. Auf die Defensivschlacht beim 1:0-Auswärtssieg der Bündner in Freiburg folgte das 5:4-Spektakel nach Verlängerung in Davos. Immer wenn ein Team am Boden schien – wie Gottéron nach der bitteren Niederlage in Spiel 5 und dem zwischenzeitlichen Ausfall von Marcus Sörensen – rappelte es sich wieder auf. Beide Teams zelebrieren fantastisches Eishockey: Tempo, Präzision, feine Technik und Spielintelligenz. Der Final wird auch sehr physisch gespielt, mit aggressivem Forechecking und kernigen Checks. Die Grenze wurde nur je einmal überschritten – bei den Aktionen von Brendan Lemieux und Lucas Wallmark in den Spielen 1 und 3. Die Kulisse ist stets meisterlich: Sämtliche Spiele waren ausverkauft. Die Gottéron-Fans machten die BCF-Arena zu einem Hexenkessel, während der Davoser Anhang mit kreativen Choreografien auffiel.
Die Ausgangslage: Zwei Geschichten, ein Ziel
Die Ausgangslage ist dramatisch: Kann sich der HC Davos endlich aus dem Schatten Arno del Curtos lösen und den ersten Titel seit dem Rücktritt des grossen Bandengenerals holen? Oder holt sich Fribourg-Gottéron in der letzten Saison von Captain und lebender Legende Julien Sprunger den allerersten Titel der Klubgeschichte? So oder so sind grosse Emotionen vorprogrammiert. Freiburg ist ein Hockey-verrückter Kanton. Es gibt kaum jemanden, der sich nicht dafür interessiert, was Gottéron macht. Der Klub ist das verbindende Element von Stadt und Land, von deutschsprachigem und französischsprachigem Kantonsteil. Les Dragons – die Drachen – vereinen so gut wie alle Menschen hier. Nach fast 50 Jahren in der höchsten Liga wäre der erste Titel für den ganzen Kanton unschlagbar – ein Gefühl, das sich kaum in Worte fassen lässt.
Was ein Sieg für Freiburg bedeuten würde
Sollte Gottéron den Titel gewinnen, werden alle Dämme brechen. Die Behörden haben bereits eine Freinacht angekündigt, und die Busse des öffentlichen Verkehrs würden die ganze Nacht fahren. Es gäbe die grösste Party, die Freiburg jemals gesehen hat. Doch der Druck ist enorm: Alles, was in den letzten 234 Tagen seit Saisonstart passiert ist, ist völlig egal, wenn ein Team dieses eine letzte Spiel verliert. Für die neutralen Hockey-Fans bleibt nur eines: zurücklehnen und die letzte Show der National-League-Saison 2025/26 geniessen. Das siebte Spiel beginnt heute Abend in Davos. Siegen oder fliegen – der ultimative Showdown steht bevor.
Das Wichtigste
- Fribourg-Gottéron kann erstmals in der Klubgeschichte Meister werden, benötigt dazu aber einen Sieg in Spiel 7 in Davos.
- Julien Sprunger, Kapitän und Rekordspieler, bestreitet sein letztes Spiel und könnte die Krönung seiner Karriere erleben.
- Die Finalserie war historisch: erstmals vier Auswärtssiege in Serie, ausverkaufte Stadien und hochklassiges Eishockey.
- Im Falle eines Sieges ist in Freiburg eine Freinacht mit durchgehendem öffentlichem Verkehr geplant.
- Der HC Davos strebt den ersten Titel seit dem Rücktritt von Arno del Curto an und will sich aus dessen Schatten lösen.
- Die Serie vereint den Kanton Freiburg über Sprach- und Altersgrenzen hinweg in einer beispiellosen Euphorie.
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