Renato Marin: PSGs 19-jähriger Torwart soll gegen Lorient debütieren
Der italienische U19-Nationaltorwart rückt nach der Verletzung von Lucas Chevalier in den Kader – und könnte am Samstag sein erstes Pflichtspiel für Paris absolvieren.
SWITZERLAND —
Die Fakten
- Renato Marin (19) kam im Sommer ablösefrei von der AS Rom zum PSG.
- Lucas Chevalier fällt verletzt aus, Matveï Safonow wird geschont.
- Marin war in der Vorsaison bei der AS Rom aussortiert worden.
- Er wurde als bester Torhüter der italienischen U19-Liga ausgezeichnet.
- Luis Enrique lobte Marins Fähigkeiten im Spielaufbau.
- Das Spiel gegen Lorient findet am Samstag um 17 Uhr statt.
- Der PSG könnte bei einem Sieg und einer Niederlage von Lens vorzeitig Meister werden.
- Das Rückspiel der Champions-League-Halbfinale gegen Bayern München steht am Dienstag an.
Ein 19-Jähriger im Tor des Spitzenreiters
Am Samstag empfängt Paris Saint-Germain den FC Lorient zum 32. Spieltag der Ligue 1. Für die Partie zeichnet sich eine überraschende Personalie ab: Der erst 19-jährige italienische Torhüter Renato Marin soll sein Debüt in der Startelf feiern. Hintergrund sind die Verletzung von Lucas Chevalier und die Schonung von Matveï Safonow, der für das Champions-League-Rückspiel gegen Bayern München am Dienstag geschont wird. Marin war im Sommer ablösefrei von der AS Rom nach Paris gewechselt und galt als vielversprechendes Talent für die Zukunft. Bislang kam er nur in der U23 zum Einsatz. Nun bietet sich ihm die Chance, sich auf der großen Bühne zu beweisen.
Luis Enrique setzt auf den Nachwuchs
Trainer Luis Enrique hatte Marin bereits mehrfach öffentlich gelobt. „Er hat die technischen und physischen Qualitäten“, sagte der Spanier. „Ich mag sein Training.“ Intern heißt es, Marin sei ein „Top-Talent“ mit „gutem Geist und Arbeitsmoral“. Der Klub betont, man habe „den besten Spieler der Welt auf seiner Position und in seinem Alter“ verpflichtet – und das ablösefrei. Die Entscheidung, Marin von Beginn an spielen zu lassen, ist Teil eines größeren Turnovers. Auch in der Defensive und im Mittelfeld wird Luis Enrique mehrere Stammkräfte schonen. Warren Zaïre-Emery könnte als rechter Verteidiger auflaufen, Lucas Beraldo im Mittelfeld. Im Angriff sollen Bradley Barcola und Ibrahim Mbaye die Flügel besetzen, Kang-In Lee als falsche Neun agieren.
Lorient hofft auf Bamba Dieng
Der FC Lorient reist als Tabellenneunter an und wird in einer 3-4-2-1-Formation erwartet. Im Tor steht Yvon Mvogo, davor eine Dreierkette aus Silva, Talbi und Faye. Im Mittelfeld sollen Abergel und Cadiou das Doppelpivot bilden, unterstützt von den Außenbahnspielern Kouassi und Katseris. Offensiv ist Bamba Dieng die größte Gefahr: Der ehemalige Marseiller Stürmer ist seit Jahresbeginn in starker Form und wird von Makengo und Pagis unterstützt. Für Lorient geht es um eine Überraschung gegen den haushohen Favoriten, der jedoch mit angezogener Handbremse spielen dürfte. Die Merlus hoffen, von der mangelnden Abstimmung einer neu formierten PSG-Elf zu profitieren.
Der Weg zum Titel könnte schon am Samstag geebnet werden
Paris Saint-Germain führt die Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung vor RC Lens an. Sollte Paris gegen Lorient gewinnen und Lens am Abend gegen Nizza verlieren, wäre der PSG vorzeitig Meister. Die Konstellation ist verlockend, doch der Fokus liegt bereits auf dem Halbfinal-Rückspiel in der Champions League gegen Bayern München. Das Hinspiel im Parc des Princes endete mit einem 5:4-Sieg für Paris – ein Spiel, das als „Jahrhundertspiel“ gefeiert wurde. Luis Enrique zeigte sich beeindruckt: „Ich habe noch nie ein Spiel mit solcher Intensität und Siegeswillen erlebt.“ Dennoch warnte er vor defensiven Schwächen, die Bayern in München ausnutzen könnte.
Ein Spiel zwischen Euphorie und Kritik
Das 5:4 gegen Bayern sorgte international für Begeisterung, aber auch für kritische Stimmen. Der Journalist Frédéric Hermel nannte es ein „Symbol der TikTok-Ära“ und kritisierte das Fehlen von Taktik. Clarence Seedorf bemängelte die defensiven Schwächen beider Teams. Luis Enrique konterte gelassen: „Es gibt Menschen, die das so gespielte Fußball lieben – das ist die Mehrheit, und ich gehöre dazu. Aber es gibt auch andere Meinungen. Das ist in Ordnung.“ Der Trainer verteidigte die Defensivarbeit seiner Mannschaft: „Wenn ich normalerweise drei Stunden für die Analyse brauche, waren es diesmal fünf. Es gab unglaubliche Aktionen, offensiv wie defensiv. Die Angreifer haben die Verteidiger mehrfach ausgespielt, aber nicht wegen schlechter Defensivarbeit.“
Marins Entwicklung als langfristiges Projekt
Renato Marin wurde in Brasilien geboren und spielte in der Jugend bei Palmeiras und São Paulo, bevor er mit 15 nach Rom wechselte. In Italien wurde er zum besten Torhüter der U19-Liga gewählt und war Stammtorwart der italienischen U19-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft 2024, die im Halbfinale gegen Spanien endete. Der PSG beobachtete Marin bereits seit seinem 15. Lebensjahr. Sein Wechsel nach Paris war ein Coup: Der Klub sicherte sich ein hochveranlagtes Talent ohne Ablöse. „Er hat sich für PSG entschieden, weil es derzeit der größte Klub der Welt ist“, sagt sein Umfeld. Nun muss Marin zeigen, ob er das Vertrauen rechtfertigen kann – vielleicht schon am Samstag.
Ausblick: Doppelbelastung als Chance und Risiko
Für den PSG steht eine Woche der Entscheidung an. Nach dem Länderspiel gegen Lorient geht es nach München, wo die Mannschaft um den Einzug ins Champions-League-Finale kämpft. Die Rotation gegen Lorient ist ein kalkuliertes Risiko: Sollte Paris Punkte liegen lassen, könnte die Meisterschaft noch einmal spannend werden. Doch Luis Enrique vertraut auf die Breite seines Kaders. Renato Marin steht vor der größten Bewährungsprobe seiner jungen Karriere. Gelingt ihm ein überzeugender Auftritt, könnte er sich als ernsthafte Option für die Zukunft etablieren. Der Klub sieht in ihm langfristig mehr als nur einen Ersatzmann. „Sie werden es vielleicht später verstehen“, heißt es intern. Vielleicht beginnt das Verständnis schon am Samstag.
Das Wichtigste
- Renato Marin (19) soll am Samstag sein Startelfdebüt für PSG gegen Lorient geben.
- Der italienische U19-Nationaltorwart kam ablösefrei von der AS Rom und gilt als großes Talent.
- PSG kann bei einem Sieg gegen Lorient und einer Niederlage von Lens vorzeitig Meister werden.
- Luis Enrique plant einen großen Kaderwechsel, um Stammkräfte für das Champions-League-Rückspiel zu schonen.
- Das Hinspiel gegen Bayern München endete 5:4 für Paris – ein Spiel, das weltweit für Begeisterung, aber auch Kritik sorgte.
- Marins Entwicklung ist ein langfristiges Projekt; der Klub sieht in ihm einen der besten Torhüter seines Alters.


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