Volketswil: Polizei findet 20 Schusswaffen bei psychisch krankem 48-Jährigen
Ein 48-jähriger Schweizer zielte am Mittwochabend von seinem Balkon auf Passanten, bevor die Spezialeinheit Diamant seine Wohnung stürmte.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- Stefan O. (48) am Mittwoch um 20:20 Uhr festgenommen
- 20 Schusswaffen sowie Hieb- und Stichwaffen sichergestellt
- Einsatz begann um 17:30 Uhr nach Meldung über bewaffneten Mann
- Spezialeinheit Diamant der Kantonspolizei Zürich im Einsatz
- Keine Verletzten, keine Evakuierung nötig
- Mann war nicht polizeibekannt, aber Nachbarn berichten von psychischen Problemen
- Wohnung im Mehrfamilienhaus am Rütiweg, neben Einkaufszentrum Volkiland
Schock im Wohnquartier: Bewohner zielt mit Waffe auf Passanten
Ein lauer Frühlingsabend in Volketswil – doch die Idylle am Rütiweg endete jäh, als die Kantonspolizei Zürich mit einem Grossaufgebot anrückte. Gegen 18 Uhr hatten Anwohner gemeldet, dass ein Mann von seinem Balkon aus mit einer Waffe auf Passanten ziele. Die Spezialeinheit Diamant stürmte das Mehrfamilienhaus neben dem Einkaufszentrum Volkiland, während schwer bewaffnete Polizisten den Garten sicherten. „Es war wie im Krieg“, sagte eine Anwohnerin. „So viele Polizisten rannten schwer bewaffnet durch den Garten.“ Die Polizei forderte die Bewohner auf, die Vorhänge zu schliessen und in Deckung zu gehen. Noch am Tag danach sind die Menschen geschockt. „Wenn ich mir jetzt vorstelle, ich sass auf dem Balkon in direkter Schusslinie, da stellen sich die Nackenhaare auf!“, so die Frau.
Festnahme nach stundenlangem Einsatz
Die Verhandlungsspezialisten der Polizei nahmen vor Ort Kontakt mit dem Mann auf, doch die Situation liess sich über längere Zeit nicht entschärfen. Erst um 20:20 Uhr wurde der 48-jährige Schweizer in seiner Wohnung festgenommen – ohne Widerstand. Die Polizei hatte die Umgebung grossräumig abgesperrt, eine Evakuierung der Gebäude war jedoch nicht nötig. Verletzt wurde niemand. In der Wohnung stellten die Einsatzkräfte rund 20 Schusswaffen sowie mehrere Hieb- und Stichwaffen sicher. Die Funde werden noch ausgewertet; ob passende Munition gefunden wurde, teilte die Polizei nicht mit. Der Mann befindet sich weiterhin in Polizeihaft.
Der unauffällige Nachbar: Stefan O. – ruhig, aber psychisch belastet
Für die Nachbarn kam der Einsatz völlig überraschend. Stefan O., der im obersten Stock wohnt, galt als ruhig und freundlich. „Er war ein ruhiger und netter Nachbar“, sagt Patrick S. (23). Ein älterer Herr im Haus ergänzt: „Er wohnt schon über 10 Jahre hier. Er hat früher als Drucker gearbeitet. Aber jetzt ist er schon länger arbeitslos.“ Doch es gab Hinweise auf psychische Probleme. „Er lächelt immer so komisch vor sich hin“, bemerkten Nachbarn. Die Mutter komme jede Woche vorbei, um nach dem Rechten zu sehen. Er habe einen Hamster als Haustier. Am Mittwochabend eskalierte ein Streit mit einer jungen Nachbarin. „Ich weiss nicht, was das Problem war. Sie schrien sich an“, berichtet ein Anwohner. Kurz darauf sah er die Polizei mit Maschinenpistolen im Anschlag.
Ermittlungen zu Motiv und Waffenherkunft
Die Staatsanwaltschaft ermittelt gemeinsam mit der Kantonspolizei. Das Motiv des Mannes ist weiterhin unklar. Ein Polizeisprecher sagte am Donnerstagmittag, der Mann sei bisher nicht polizeibekannt gewesen. Zum psychischen Zustand von Beteiligten äussere man sich während laufender Ermittlungen nicht. Wie der arbeitslose und laut Nachbarn psychisch kranke Mann zu einem solchen Waffenarsenal kam, ist noch ungeklärt. Die Polizei prüft, ob die Waffen legal erworben wurden oder ob es sich um illegale Bestände handelt. Die Sicherstellung von 20 Schusswaffen in einer Privatwohnung wirft Fragen nach den Kontrollmechanismen des Waffenrechts auf.
Offene Fragen und Ausblick
Der Vorfall in Volketswil ist der jüngste in einer Reihe von bewaffneten Bedrohungslagen in der Schweiz. Während die Polizei betont, dass die Lage unter Kontrolle sei, bleiben viele Fragen offen: War der Mann allein handelnd? Gab es konkrete Anschlagspläne? Und wie konnte ein psychisch auffälliger Mensch legal oder illegal Zugang zu einem solchen Arsenal erhalten? Die Ermittlungen dauern an. Die Anwohner des Rütiwegs müssen mit dem Schock leben, dass ein Nachbar, den sie für harmlos hielten, eine tödliche Bedrohung darstellte. Die Polizei hat angekündigt, die Öffentlichkeit über weitere Erkenntnisse zu informieren.
Das Wichtigste
- Ein 48-jähriger Schweizer wurde nach stundenlangem Polizeieinsatz festgenommen, nachdem er von seinem Balkon auf Passanten gezielt hatte.
- In seiner Wohnung wurden rund 20 Schusswaffen sowie Hieb- und Stichwaffen sichergestellt.
- Der Mann war nicht polizeibekannt, aber Nachbarn berichten von psychischen Problemen und Arbeitslosigkeit.
- Das Motiv ist unklar; die Staatsanwaltschaft ermittelt.
- Der Vorfall wirft Fragen zur Waffenkontrolle und zum Umgang mit psychisch Kranken auf.
- Verletzt wurde niemand; eine Evakuierung war nicht nötig.





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