Waldbrand in der Böhmischen Schweiz breitet sich auf 100 Hektar aus
Mehr als 30 Feuerwehreinheiten und drei Hubschrauber kämpfen gegen das Feuer im tschechischen Nationalpark, der unmittelbar an die Sächsische Schweiz grenzt.

GERMANY —
Die Fakten
- Der Brand brach am 2. Mai 2026 in Rynartice, einem Ortsteil von Jetřichovice, aus.
- Betroffen ist eine Fläche von rund 100 Hektar, zunächst war von zehn Hektar die Rede.
- Mehr als 30 Feuerwehreinheiten und drei Hubschrauber sind im Einsatz.
- Es brennt Waldstreu – eine Schicht aus Blättern, Nadeln, Zweigen und Rinden.
- Der Rauch ist aus weiter Entfernung sichtbar.
- Mitarbeiter des Nationalparks unterstützen die Feuerwehr unter anderem mit Drohnen.
- Das tschechische Umweltministerium beobachtet die Lage und ist bereit, einen Krisenstab aufzustellen.
- Im Sommer 2022 zerstörte ein Brand über 1.600 Hektar im selben Nationalpark.
Feuer im Grenzgebiet zur Sächsischen Schweiz
Im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz ist ein Waldbrand ausgebrochen, der sich am Samstagabend auf rund 100 Hektar ausdehnte. Die Flammen lodern in Rynartice, einem Ortsteil der Gemeinde Jetřichovice, nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. Der Nationalpark Böhmische Schweiz grenzt unmittelbar an den Nationalpark Sächsische Schweiz – die geografische Nähe macht den Brand auch für die sächsischen Behörden zu einem genau beobachteten Ereignis. Die Feuerwehr meldete, dass es sich um einen sogenannten Waldstreubrand handelt: Es brennt die oberste Bodenschicht aus herabgefallenen Blättern, Nadeln, Zweigen und Rinden. Der Rauch sei bereits aus großer Entfernung zu sehen, hieß es von den Einsatzkräften.
Großaufgebot an Einsatzkräften und Luftunterstützung
Mehr als 30 Feuerwehreinheiten sind im Einsatz, unterstützt von drei Hubschraubern aus der Luft. Die Zahl der Einsatzkräfte wurde zunächst mit über 40 angegeben, später korrigierte die Feuerwehr die Angaben nach oben. Die Löschmannschaften erhalten Hilfe von Nationalpark-Mitarbeitern, die unter anderem Drohnen einsetzen, um sich im unwegsamen Gelände zu orientieren. Das tschechische Umweltministerium teilte mit, dass man die Lage intensiv beobachte und bereit sei, bei Bedarf einen Krisenstab aufzustellen. Die Feuerwehr war zunächst von einer betroffenen Fläche von nur zehn Hektar ausgegangen, musste die Schätzung jedoch im Laufe des Abends auf 100 Hektar korrigieren.
Trockenheit erhöht Waldbrandgefahr in Tschechien
Der staatliche Wetterdienst Tschechiens warnt wegen der langanhaltenden Trockenheit vor einer erhöhten Gefahr von Wald- und Flurbränden in weiten Teilen des Landes. Die Behörden appellieren an die Bevölkerung, keine offenen Feuer zu entzünden und keine Zigarettenkippen in den Wald zu werfen. Am ersten Mai-Wochenende wurden erstmals sommerliche Temperaturen gemessen, nachdem es zuvor deutlich zu wenig geregnet hatte. Die Trockenheit betrifft nicht nur Tschechien: Auch in Mitteldeutschland ist die Waldbrandgefahr erheblich gestiegen. In den letzten Tagen wurden bereits drei Waldbrände gelöscht, unter anderem in der Sächsischen Schweiz.
Zweiter Brand in Nordböhmen unter Kontrolle
Neben dem Feuer in der Böhmischen Schweiz musste die Feuerwehr in Nordböhmen einen weiteren Waldbrand bekämpfen. Bei der Stadt Chrastava, rund 15 Kilometer südöstlich von Zittau, breiteten sich die Flammen auf einer Fläche von etwa 25 Hektar aus. Dieser Brand konnte noch am Samstagabend eingegrenzt und gelöscht werden. Die Feuerwehr warnt jedoch, dass die Gefahr weiterhin hoch sei. Die anhaltende Trockenheit und die sommerlichen Temperaturen begünstigen die Entstehung neuer Brände.
Erinnerung an den verheerenden Brand von 2022
Der aktuelle Brand weckt Erinnerungen an den bisher größten Waldbrand in der Geschichte des Nationalparks Böhmische Schweiz. Im Sommer 2022 standen mehr als 1.600 Hektar in Flammen, Tausende Feuerwehrleute kämpften drei Wochen lang gegen das Feuer. Der Brand griff damals auf die Sächsische Schweiz über und verursachte massive Schäden. Die Region ist für ihre Sandsteinformationen und tiefen Wälder bekannt, die in Trockenperioden besonders brandgefährdet sind. Die Behörden hoffen, dass diesmal ein ähnliches Ausmaß verhindert werden kann.
Ausblick und offene Fragen
Die Löscharbeiten in der Böhmischen Schweiz dauern an. Die Feuerwehr konzentriert sich darauf, eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern, insbesondere in Richtung der deutschen Grenze. Ob der Brand bis zum Morgen unter Kontrolle gebracht werden kann, ist unklar. Das tschechische Umweltministerium steht bereit, um bei einer Verschlechterung der Lage einen Krisenstab einzuberufen. Die kommenden Stunden werden zeigen, ob die Einsatzkräfte den Brand eindämmen können oder ob er sich weiter ausdehnt – ein Szenario, das angesichts der Trockenheit und der Erfahrungen von 2022 niemand riskieren will.
Das Wichtigste
- Ein Waldbrand in der Böhmischen Schweiz hat sich auf 100 Hektar ausgebreitet; mehr als 30 Feuerwehreinheiten und drei Hubschrauber sind im Einsatz.
- Der Brandort Rynartice liegt nahe der deutschen Grenze zur Sächsischen Schweiz, was die Behörden in beiden Ländern in Alarmbereitschaft versetzt.
- Die anhaltende Trockenheit und sommerliche Temperaturen erhöhen die Waldbrandgefahr in Tschechien und Mitteldeutschland erheblich.
- Ein zweiter Brand bei Chrastava konnte am Samstagabend gelöscht werden, die Lage bleibt aber angespannt.
- Der Brand von 2022, der über 1.600 Hektar zerstörte, mahnt zur Vorsicht; ein Krisenstab könnte bei Bedarf einberufen werden.




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