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DAX unter 24.000 Punkten: Iran-Krieg und Trump-Zölle belasten deutsche Börse

Der deutsche Leitindex verliert zum Wochenstart deutlich, belastet durch stockende Iran-Verhandlungen und eine neue Zolldrohung aus Washington.

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DAX unter 24.000 Punkten: Iran-Krieg und Trump-Zölle belasten deutsche Börse
Der deutsche Leitindex verliert zum Wochenstart deutlich, belastet durch stockende Iran-Verhandlungen und eine neue ZollCredit · tagesschau.de

Die Fakten

  • DAX schließt unter 24.000 Punkten.
  • Rohölpreis steigt wieder über 110 Dollar pro Barrel.
  • US-Präsident Trump droht mit neuen Zöllen.
  • Iran-Kriegsverhandlungen stecken in einer Sackgasse.
  • DAX-Konzerne schütten 55 Milliarden Euro Dividenden aus.
  • DHL-Aktie verliert mehr als sieben Prozent.
  • Infineon-Aktie verzeichnet eine Rally.
  • SAP kauft Start-up Prior Labs und plant Milliardeninvestition.

Einbruch zum Wochenstart

Der DAX ist am Montag unter die psychologisch wichtige Marke von 24.000 Punkten gefallen. Belastet wurde der deutsche Leitindex gleich von zwei Fronten: Zum einen scheinen die Verhandlungen zur Beendigung des Iran-Kriegs in einer Sackgasse zu stecken, zum anderen drohte US-Präsident Donald Trump mit neuen Zöllen. Der Ölpreis reagierte prompt auf die stockenden Gespräche und stieg wieder über 110 Dollar pro Barrel. „Den Marktteilnehmern bleiben nur vage Hoffnungen – und ihre Geduld schwindet“, kommentierte ein Händler die Lage. Der DAX gab zwischenzeitlich rund ein Prozent ab und drehte im Verlauf nach unten. Die Unsicherheit an den Märkten bleibt groß.

Trump-Zölle und Iran-Krise belasten

Die neue Zolldrohung von US-Präsident Trump kam für viele Anleger überraschend. „Zu viel des Schlechten“, urteilte ein Marktbeobachter mit Blick auf die Kombination aus geopolitischen Spannungen und Handelskonflikten. Hinzu kommt die angespannte Lage am Persischen Golf. Die Verhandlungen zwischen den Konfliktparteien kommen nicht voran, was die Ölpreise weiter in die Höhe treibt. Steigende Energiepreise wiederum belasten die Produktionskosten vieler DAX-Unternehmen. Die Anlegerstimmung fällt weiter: „Mehr Spekulanten als Investoren“ sind derzeit am Markt aktiv, wie eine Umfrage ergab.

Dividendenausschüttung auf Rekordniveau

Trotz der aktuellen Turbulenzen schütten die DAX-Konzerne in diesem Jahr so viel Dividende aus wie nie zuvor: 55 Milliarden Euro. „Das ist ein zweites Einkommen in stürmischen Zeiten“, erklärte Angela Göpfert, eine Expertin für Dividendenaktien. Für Privatanleger sind Dividendenaktien daher besonders attraktiv. Sie bieten eine gewisse Stabilität, wenn die Kurse schwanken. Allerdings warnt Göpfert auch: „Nicht jede Dividendenaktie ist ein Selbstläufer. Anleger sollten genau hinschauen, ob die Ausschüttung nachhaltig ist.“

Einzelwerte im Fokus: DHL, Infineon, SAP

Besonders stark unter Druck geriet die Aktie von DHL: Sie verlor mehr als sieben Prozent. Der Logistikkonzern leidet unter den globalen Handelskonflikten und den steigenden Energiekosten. Ganz anders entwickelte sich die Infineon-Aktie: Sie verzeichnete eine Rally. Hintergrund sind offenbar positive Geschäftsaussichten im Halbleitersektor. SAP hingegen kündigte die Übernahme des Start-ups Prior Labs an und plant Milliardeninvestitionen. Der Softwarekonzern setzt damit seinen Expansionskurs fort.

Notenbanken unter Druck

In dieser Woche stehen gleich fünf wichtige Leitzins-Entscheidungen an. Angesichts des Iran-Kriegs dürften die meisten Notenbanken zunächst abwarten, doch der Inflationsdruck steigt. „Die rosigen Aussichten sind dahin“, kommentierte ein Analyst. Sollte die Inflation weiter anziehen, könnten die Zentralbanken zum Handeln gezwungen sein. Die Märkte blicken gespannt auf die anstehenden Inflationsdaten und Notenbanktreffen. Die Unsicherheit bleibt hoch.

Ausblick: Schwankungen bleiben

Die kommenden Tage dürften weiter von hoher Volatilität geprägt sein. Der DAX kämpft um die Marke von 24.000 Punkten, die als psychologische Unterstützung gilt. Sollten die Iran-Verhandlungen doch noch Fortschritte machen, könnte der Ölpreis fallen und den Aktienmärkten Auftrieb geben. Doch bislang gibt es keine Anzeichen für eine Lösung. Auch die Zollpolitik Trumps bleibt ein Risikofaktor. Anleger sollten sich auf weitere Schwankungen einstellen.

Das Wichtigste

  • Der DAX ist unter 24.000 Punkte gefallen, belastet durch Iran-Krise und Trump-Zölle.
  • Der Ölpreis steigt wieder über 110 Dollar, was die Produktionskosten vieler Unternehmen erhöht.
  • DAX-Konzerne schütten Rekorddividenden von 55 Milliarden Euro aus.
  • DHL-Aktie verliert über sieben Prozent, Infineon legt zu.
  • Notenbanken stehen vor schwierigen Zinsentscheidungen angesichts steigender Inflation.
  • Die Anlegerstimmung verschlechtert sich, Spekulanten dominieren den Markt.
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