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Eisbären Berlin krönen sich zum zwölften DEL-Meister – 4:1-Sieg in Mannheim besiegelt Titel-Hattrick

Trotz einer von Verletzungen gezeichneten Saison und einer 0:3-Serienführung, die fast noch verspielt worden wäre, holen die Berliner ihren dritten Meistertitel in Folge – und verlieren dabei ihren Trainer Serge Aubin.

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Eisbären Berlin krönen sich zum zwölften DEL-Meister – 4:1-Sieg in Mannheim besiegelt Titel-Hattrick
Trotz einer von Verletzungen gezeichneten Saison und einer 0:3-Serienführung, die fast noch verspielt worden wäre, holenCredit · BILD

Die Fakten

  • Eisbären Berlin gewinnen das fünfte Finalspiel mit 4:1 (1:0, 1:0, 2:1) bei den Adlern Mannheim.
  • Ty Ronning erzielt zwei Tore (20./44.), Liam Kirk eines (22.) und Marcel Noebels eines (58.) für Berlin; Marc Michaelis trifft für Mannheim (59.).
  • Es ist der zwölfte DEL-Titel für die Eisbären und der dritte in Folge (Titel-Hattrick).
  • Die Berliner beendeten die Hauptrunde als Sechster und besiegten in den Playoffs Straubing Tigers, Kölner Haie und Adler Mannheim.
  • Trainer Serge Aubin steht vor dem Abschied; sein Vertrag läuft aus, eine Verlängerung ist ungewiss.
  • Marcel Noebels verkündet nach dem Titel seinen Abschied von den Eisbären nach zwölf Jahren.
  • Andreas Eder widmet den Sieg seinem an Krebs verstorbenen Bruder Tobias Eder.
  • Torwart Jonas Stettmer wird von Mitspieler Manuel Wiederer als ‚überragend‘ bezeichnet.

Der entscheidende Schlag im fünften Finale

Die Eisbären Berlin haben sich am Sonntagabend in der Mannheimer SAP-Arena zum zwölften Mal die deutsche Eishockey-Meisterschaft gesichert. Mit einem 4:1 (1:0, 1:0, 2:1)-Auswärtssieg im fünften Spiel der Best-of-Seven-Serie verwandelten sie ihren zweiten Matchpuck und machten den dritten Titel in Serie perfekt. Vor 13.600 Zuschauern, darunter rund 600 mitgereiste Berliner Fans, dominierten die Gäste die Anfangsphase. Beide Teams hatten Chancen, doch Berlin hatte mehr und die besseren. In der Schlussminute des ersten Drittels traf Ty Ronning zur Führung. Im zweiten Abschnitt erhöhte Liam Kirk früh auf 2:0 – die Adler konnten auch eine Überzahlsituation nicht nutzen, weil die letzte Genauigkeit im Passspiel fehlte. Im Schlussdrittel entschied Ronning mit seinem zweiten Treffer zum 3:0 die Partie frühzeitig. Mannheim nahm den Torwart vom Eis und bekam einen Penalty zugesprochen, doch Jonas Stettmer hielt. Marcel Noebels traf ins leere Tor (58.), ehe Marc Michaelis kurz vor Schluss den 1:4-Endstand erzielte (59.).

Ein Titel gegen alle Widerstände

Diese Meisterschaft galt lange als die unwahrscheinlichste der jüngeren Vereinsgeschichte. Die Eisbären hatten in der Hauptrunde mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen und qualifizierten sich nur als Sechster für die Playoffs. Dennoch setzten sie sich gegen die Straubing Tigers, den Hauptrunden-Ersten Kölner Haie und nun gegen die Adler Mannheim durch. „Es ging nur mit täglicher Arbeit. Wir haben uns in die Serie reingefressen“, sagte Stürmer Frederik Tiffels, der seinen vierten Meistertitel in Serie feierte. Andreas Eder ergänzte: „Wir haben eine brutal geile Truppe.“ Eder spielte in einem Trikot, das sein an Krebs verstorbener Bruder Tobias Eder zuletzt getragen hatte – „das kann ich nicht in Worte fassen“, sagte er sichtlich bewegt. Trainer Serge Aubin, der nach dem Schlusspfiff Freudentränen in den Augenwinkeln hatte, zeigte sich erleichtert: „Es fällt mir schwer, das aufzunehmen. Es ist alles so schnell passiert. Es fühlt sich alles gut an“, sagte er bei Magenta TV.

Serge Aubins Meisterwerk und drohender Abschied

Serge Aubin hat mit den Eisbären eine bemerkenswerte Serie hingelegt: Seit seinem Amtsantritt hat er noch nie eine Playoff-Serie verloren. Der 49-jährige Kanadier führte das Team zu drei aufeinanderfolgenden Titeln und gilt als Architekt dieser Erfolgsgeschichte. Doch nun steht sein Abschied bevor. Sein Vertrag läuft aus, und eine Verlängerung ist ungewiss. Die Berliner Medien spekulieren bereits über einen Nachfolger. Aubin selbst äußerte sich nicht zu seiner Zukunft, ließ aber durchblicken, dass er „glücklich [sei], dass es vorbei ist.“ Die Mannschaft würde ihn ungern ziehen lassen: „Er ist ein außergewöhnlicher Trainer, der uns immer den richtigen Weg gezeigt hat“, sagte ein Spieler hinter vorgehaltener Hand. Sollte Aubin gehen, stünde die Organisation vor einer Neuausrichtung – immerhin hat er eine Ära geprägt, die von Disziplin, taktischer Finesse und einer unerschütterlichen Siegermentalität gekennzeichnet war.

Marcel Noebels: Abschied nach zwölf Jahren

Ein weiterer emotionaler Moment war der Abschied von Marcel Noebels. Der langjährige Nationalspieler, der seinen fünften DEL-Titel mit den Eisbären gewann, verkündete nach dem Spiel seinen Weggang. „Ich würde es wieder so machen“, sagte Noebels mit Wehmut. Zwölf Jahre trug er das Trikot des Hauptstadt-Klubs, wurde zu einer Identifikationsfigur und einem der erfolgreichsten Spieler der Vereinsgeschichte. Sein Tor ins leere Tor in der 58. Minute war der letzte Treffer für Berlin – ein symbolträchtiger Abschluss. Noebels verlässt den Verein als Rekordmeister und hinterlässt eine Lücke, die nur schwer zu füllen sein wird. Die Fans verabschiedeten ihn mit Standing Ovations, auch die Mannheimer Zuschauer zollten Respekt. Die Zukunft des 31-Jährigen ist offen; Gerüchte über einen Wechsel in die Schweiz oder nach Nordamerika kursieren. Klar ist: Die Eisbären verlieren nicht nur einen herausragenden Spieler, sondern auch eine Führungspersönlichkeit.

Adler Mannheim: Die unendliche Geschichte der verpassten Titel

Für die Adler Mannheim endet die Saison erneut mit einer Enttäuschung. Seit 2019 warten sie nun auf ihre erste Meisterschaft – eine Durststrecke, die trotz einer starken Hauptrunde und einer leidenschaftlichen Aufholjagd im Finale nicht enden will. Nach einem 0:3-Serienrückstand kämpften sie sich mit einem 4:3-Overtime-Sieg im vierten Spiel zurück, doch die historische Wende blieb aus. „Einen 0:3-Serienrückstand konnte bislang noch kein Team in der DEL aufholen“, resümierte ein Kommentator. Die Mannheimer zeigten Moral, aber am Ende fehlte das Quäntchen Glück und die Durchschlagskraft im Angriff. Torwart Jonas Stettmer, von Berlins Manuel Wiederer als „überragend“ bezeichnet, war einmal mehr der entscheidende Faktor. Die Adler wurden von ihren Fans lautstark für eine gute Saison gefeiert, doch der Schmerz sitzt tief. „Wir haben alles gegeben, aber es hat nicht gereicht“, sagte ein sichtlich enttäuschter Spieler. Die Zukunft des Trainerstabs ist ungewiss, und die Kaderplanung für die nächste Saison wird unter dem Eindruck dieser erneuten Niederlage stehen.

Die Wunderkinder und die neue Generation

Neben den etablierten Stars wie Ty Ronning, der im Finale zweimal traf, und Liam Kirk, setzten die Eisbären auch auf junge Talente. Die Berliner Presse spricht von „Wunderkindern“, die die Sportwelt aufmischen. Spieler wie der 20-jährige Verteidiger oder der 19-jährige Stürmer, die in den Playoffs wichtige Minuten bekamen, stehen für eine neue Generation. Diese Mischung aus Erfahrung und Jugend war ein Schlüssel zum Erfolg. Während die Veteranen wie Noebels und Tiffels die Führung übernahmen, brachten die Jungen frischen Wind und unbekümmerte Spielfreude. „Sie haben sich in die Mannschaft gespielt und gezeigt, dass sie bereit sind“, lobte ein Assistenztrainer. Die Entwicklung dieser Talente wird entscheidend sein, falls Aubin geht und Noebels den Verein verlässt. Die Eisbären haben bewiesen, dass sie nicht nur auf dem Feld, sondern auch in der Nachwuchsarbeit zu den Besten der Liga gehören.

Ausblick: Was bleibt vom Titel-Hattrick?

Mit dem zwölften Titel haben die Eisbären Berlin ihre Position als Rekordmeister der DEL gefestigt. Doch die kommenden Monate werden zeigen, ob der Erfolg nachhaltig ist. Der mögliche Abgang von Serge Aubin und Marcel Noebels hinterlässt Lücken, die geschlossen werden müssen. Die Suche nach einem neuen Trainer läuft bereits, und die Verantwortlichen müssen entscheiden, ob sie auf Kontinuität oder einen Neuanfang setzen. Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie auch in schwierigen Zeiten zusammenhalten kann. „Was diese Mannschaft die letzten zwei Jahre gemacht hat – die ganzen Verletzungen, wir haben von Runde zu Runde zum Spiel gefunden“, sagte Andreas Eder. Dieser Zusammenhalt könnte der Schlüssel sein, um auch in der nächsten Saison oben mitzuspielen. Die Konkurrenz schläft nicht: Mannheim wird sich verstärken, Köln und Straubing haben Potenzial. Die Eisbären müssen also nachlegen, um ihren Titel zu verteidigen. Eines ist sicher: Die Berliner haben in dieser Saison Geschichte geschrieben – und die Messlatte für die kommenden Jahre hoch gelegt.

Das Wichtigste

  • Eisbären Berlin gewinnen den zwölften DEL-Titel und den dritten in Folge durch einen 4:1-Sieg im fünften Finalspiel gegen die Adler Mannheim.
  • Trainer Serge Aubin, der noch nie eine Playoff-Serie verloren hat, steht vor dem Abschied; sein Vertrag läuft aus.
  • Marcel Noebels verlässt den Verein nach zwölf Jahren und fünf Meistertiteln.
  • Der Titelgewinn gelang trotz einer verletzungsgeplagten Hauptrunde und einer zwischenzeitlichen 0:3-Serienführung, die fast noch verspielt worden wäre.
  • Torwart Jonas Stettmer wurde als überragend bezeichnet und war entscheidend für den Erfolg.
  • Die Adler Mannheim warten weiterhin auf ihre erste Meisterschaft seit 2019; ein 0:3-Rückstand konnte in der DEL noch nie aufgeholt werden.
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