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Bosch rüstet E-Bike-Antrieb auf: 120 Nm Drehmoment, 600 Prozent Unterstützung und Garmin-Kopplung

Mit dem Power-Upgrade 2.0 erweitert Bosch die Leistungsfähigkeit seines Smart Systems und ermöglicht eine individuelle Anpassung des Extended Boost sowie die Integration von Garmin-Radcomputern.

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Bosch rüstet E-Bike-Antrieb auf: 120 Nm Drehmoment, 600 Prozent Unterstützung und Garmin-Kopplung
Mit dem Power-Upgrade 2.0 erweitert Bosch die Leistungsfähigkeit seines Smart Systems und ermöglicht eine individuelle ACredit · eMTB-News.de

Die Fakten

  • Bosch Power-Upgrade 2.0: maximales Drehmoment 120 Nm, Unterstützung bis 600 % (bis 15 km/h).
  • Extended Boost künftig in allen Fahrmodi einstellbar und deaktivierbar, Dauer individuell anpassbar.
  • Neuer Drivetrain-Tensioner spannt Kette durch leichte Rückwärtsbewegung der Kurbel vor.
  • Schnittstelle für externe Fahrradcomputer: Garmin als erster Partner für Live-Daten.
  • 12A-Schnellladegerät mit GaN-Technologie angekündigt, kleiner und leichter als aktueller 4A-Charger.
  • Update ab 4. Mai 2026 über eBike Flow App verfügbar, Bike muss in App registriert sein.

Mehr Power für den Antrieb: 120 Nm und 600 Prozent Unterstützung

Bosch eBike Systems hebt die Leistungsgrenzen seines CX-Motors erneut an. Mit dem Power-Upgrade 2.0, das ab dem 4. Mai 2026 über die eBike Flow App ausgespielt wird, steigt das maximale Drehmoment auf 120 Newtonmeter – ein Zuwachs, der vor allem an steilen Anstiegen und bei schweren Lasten spürbar wird. Gleichzeitig erhöht sich die Unterstützungsrate auf bis zu 600 Prozent der eigenen Tretleistung, allerdings nur bis zu einer Geschwindigkeit von 15 Kilometern pro Stunde. In der Praxis bedeutet das: Wer mit 100 Watt in die Pedale tritt, kann vom Motor zusätzlich bis zu 600 Watt erhalten. Bosch adressiert damit insbesondere schwere Systeme wie Cargo-Bikes, die trotz hohem Gewicht zügig beschleunigen sollen. Der tatsächliche Unterstützungsgrad hängt vom gewählten Fahrmodus, der Trittfrequenz und dem Gelände ab. In den höchsten Stufen entfaltet der Motor seine volle Kraft und sorgt für ein dynamisches Fahrgefühl bergauf.

Extended Boost wird flexibler und individuell einstellbar

Bislang war der Extended Boost – ein kurzzeitiger Leistungsschub über die reguläre Unterstützung hinaus – auf die Modi Race, eMTB und eMTB+ beschränkt. Mit dem Update steht er in allen Fahrmodi zur Verfügung. Zudem lässt sich die Dauer des Boosts jetzt stufenlos anpassen: von kurz über mittel bis maximal lang, oder er kann komplett deaktiviert werden. Die Anpassung erfolgt über die eBike Flow App und bleibt stets im Rahmen der gesetzlichen 2-Meter-Regel, die den Nachlauf nach dem Aufhören zu treten begrenzt. Fahrerinnen und Fahrer erhalten damit eine deutlich feinere Kontrolle über das Ansprechverhalten ihres E-Bikes – je nach Vorliebe und Fahrsituation. Bosch betont, dass der Extended Boost weiterhin nur für kurze Momente aktiviert wird, um die Fahrdynamik zu verbessern, ohne die gesetzlichen Vorgaben zu überschreiten.

Drivetrain-Tensioner: Weniger Verschleiß durch vorgespannte Kette

Ein neues Feature namens Drivetrain-Tensioner soll den Antriebsstrang schonen und die Kontrolle verbessern. Es spannt die Kette leicht vor, sobald die Kurbel eine leichte Rückwärtsbewegung ausführt – eine Bewegung, die natürlicherweise beim Sprint aus dem Sattel oder beim Beschleunigen aus Kurven heraus auftritt. Durch die Vorspannung wird der Leerweg der Kurbel eliminiert und plötzliches, hartes Zerren an Kette und Kassette abgemildert. Das reduziert den Verschleiß und sorgt für ein direkteres Ansprechverhalten des Motors. Aktiviert wird der Tensioner automatisch durch den kleinen Impuls, wenn der hintere Fuß nach unten geht. Bosch verspricht sich davon mehr Sensibilität und Kontrolle, insbesondere bei dynamischen Fahrmanövern im Gelände oder im Stadtverkehr.

Garmin-Kopplung: Live-Daten auf dem Fahrradcomputer

Bosch öffnet sein System für externe Fahrradcomputer. Künftig können alle Hersteller, die die entsprechende Schnittstelle entwickeln, mit dem Bosch E-Bike-System kommunizieren. Als erster Partner wird Garmin die Schnittstelle bereitstellen, sodass ausgewählte Modelle des Navigationsspezialisten Live-Fahrdaten wie Fahrerleistung, Trittfrequenz und Akkustand direkt auf dem Display anzeigen können. Die Integration erfolgt über eine standardisierte Schnittstelle, die Bosch für Drittanbieter zugänglich macht. Für Nutzer bedeutet das: Sie können ihre gewohnten Trainings- und Navigationsgeräte weiterverwenden und erhalten gleichzeitig die volle Systeminformation des E-Bikes. Bosch erweitert damit die digitale Vernetzung seines Smart Systems, das bereits über die eBike Flow App mit komoot, Navigation und Reichweitenhinweisen arbeitet.

12A-Schnellladegerät mit GaN-Technologie angekündigt

Bosch gewährt einen Ausblick auf künftige Hardware: Ein 12-Ampere-Schnellladegerät auf Basis von Galliumnitrid (GaN) soll den Ladevorgang deutlich beschleunigen. Das Gerät ist kompakter als der aktuelle 4A-Charger und bringt nur unwesentlich mehr Gewicht auf die Waage. Die GaN-Technologie ermöglicht höhere Effizienz bei geringerer Wärmeentwicklung, was kleinere Bauformen erlaubt. Konkrete Markteinführungstermine oder Preise nannte Bosch noch nicht. Das Ladegerät ist Teil einer Reihe von Neuerungen, die das Unternehmen für die kommenden Jahre plant. Mit dem Update und der neuen Hardware unterstreicht Bosch seinen Anspruch, die E-Bike-Technologie kontinuierlich weiterzuentwickeln – sowohl auf der Software- als auch auf der Hardwareseite.

Update-Prozess: App-Registrierung erforderlich

Um das Power-Upgrade 2.0 installieren zu können, müssen Fahrer ihr E-Bike in der eBike Flow App registrieren. Nur dann erscheint in den Einstellungen der Button „eBike-Update“. Die App ist kostenlos im iOS App Store und im Google Play Store erhältlich. Bosch betont, dass die Kombination von E-Bike und App das Fahrerlebnis erweitert: Nutzer können Unterstützungsmodi anpassen, Routen planen, Trainingsdaten verfolgen und ihr Bike auf dem neuesten Stand halten. Das Smart System vernetzt Bedieneinheit, Display, Akku und Antriebseinheit miteinander. Die Registrierung ist einmalig und ermöglicht es, künftige Updates und neue Features direkt auf das Bike zu spielen. Bosch setzt damit auf ein Modell, das E-Bikes ähnlich wie Smartphones regelmäßig mit neuen Funktionen versorgt.

Das Wichtigste

  • Bosch Power-Upgrade 2.0 erhöht Drehmoment auf 120 Nm und Unterstützung auf 600 % (bis 15 km/h).
  • Extended Boost ist künftig in allen Fahrmodi einstellbar und deaktivierbar, die Dauer individuell anpassbar.
  • Drivetrain-Tensioner reduziert Verschleiß durch Vorspannung der Kette bei Rückwärtsbewegung der Kurbel.
  • Garmin-Radcomputer können als erste externe Geräte Live-Daten vom Bosch-System anzeigen.
  • 12A-Schnellladegerät mit GaN-Technologie angekündigt, kompakter und leichter als bisherige Modelle.
  • Update ab 4. Mai 2026 über eBike Flow App; Bike muss in der App registriert sein.
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