Entgleister Güterzug legt Bahnverkehr in Minden lahm – Weiche schwer beschädigt
Nach stundenlangen Sperrungen und massiven Verspätungen im Fern- und Regionalverkehr läuft die Strecke seit Donnerstagmorgen wieder weitgehend.

GERMANY —
Die Fakten
- Am späten Dienstagabend entgleiste ein Waggon eines Güterzugs an einer Weiche im Mindener Bahnhof.
- Der Waggon sprang an der nächsten Weiche wieder auf die Schienen zurück, beschädigte dabei aber die erste Weiche schwer.
- Die Bundespolizei ermittelt die Ursache; Hinweise auf Fremdeinwirkung oder Sabotage gibt es nicht.
- Die Strecke war mehrere Stunden voll gesperrt; viele ICE- und IC-Verbindungen wurden weiträumig umgeleitet.
- Betroffen waren unter anderem die Strecken Berlin–Ruhrgebiet, Berlin–Amsterdam und Düsseldorf–Hannover–Berlin.
- Die Bahnhöfe Minden, Bad Oeynhausen und Bünde konnten nicht angefahren werden; Regionalverkehr stark beeinträchtigt.
- Reparaturarbeiten an der Weiche dauerten voraussichtlich bis zum späten Donnerstagabend.
- Am Donnerstagmorgen fuhren ICEs und die meisten Regionalbahnen wieder; nur der RE78 hatte noch Einschränkungen.
Nächtlicher Entgleisung folgt tagelanges Chaos
Am späten Dienstagabend ist im Mindener Bahnhof ein Waggon eines Güterzugs an einer Weiche aus den Schienen gesprungen. Mit viel Glück sei der Waggon an der nächsten Weiche wieder auf die Gleise zurückgesprungen, sodass ein noch schwereres Unglück ausblieb, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei. Die Weiche selbst wurde jedoch erheblich beschädigt, sodass der gesamte Abschnitt für den Zugverkehr gesperrt werden musste. Die Ursache des Vorfalls ist noch unklar. Die Polizei ermittelt, hat aber bislang keine Hinweise auf Fremdeinwirkung, Sabotage oder Vandalismus. Auch die Bahn betonte, dass derzeit nichts auf ein vorsätzliches Handeln hindeute. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf technische oder betriebliche Ursachen.
Fernverkehr zwischen Berlin und Ruhrgebiet massiv umgeleitet
Die Sperrung hatte weitreichende Folgen für den Fernverkehr. Zahlreiche ICE- und IC-Verbindungen auf den Strecken zwischen Berlin und dem Ruhrgebiet sowie zwischen Berlin und Amsterdam mussten weiträumig umgeleitet werden. Besonders betroffen war die Achse Düsseldorf über Hannover nach Berlin, auf der die Züge am Mittwochvormittag großräumig andere Routen nehmen mussten. Reisende in Richtung Hannover wurden mit Bussen nach Bückeburg gebracht und mussten lange Verspätungen in Kauf nehmen. Die Bahnhöfe Minden, Bad Oeynhausen und Bünde konnten von Fernverkehrszügen nicht angefahren werden. Auch die IC-Verbindung von Stuttgart nach Dresden war betroffen, bei der einzelne Halte entfielen, wie eine Bahnsprecherin mitteilte.
Regionalverkehr rund um Minden stark beeinträchtigt
Neben dem Fernverkehr war auch der Regionalverkehr in der Region massiv gestört. In Minden, Herford, Bielefeld, Gütersloh, Bad Oeynhausen und Bünde hielten zeitweise keine ICs und ICEs mehr. Die Regionalbahnen fielen ebenfalls aus oder wurden umgeleitet. Am Mittwochmittag wurde die Strecke zumindest teilweise wieder freigegeben, doch es kam weiterhin zu Verspätungen und Zugausfällen. Am Donnerstagmorgen lief der Bahnverkehr größtenteils wieder. Laut zuginfo.nrw gab es jedoch noch auf einer Teilstrecke des Regionalexpress RE78 von Bielefeld nach Nienburg Einschränkungen: Die Züge endeten und begannen in Löhne, zwischen Minden und Nienburg wurde ein Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die Reparaturarbeiten an der beschädigten Weiche liefen voraussichtlich noch bis zum späten Donnerstagabend.
Bahn und Polizei schließen Fremdeinwirkung aus
Sowohl die Bundespolizei als auch die Deutsche Bahn betonten, dass es keine Hinweise auf Sabotage oder Vandalismus gebe. Eine Sprecherin der Bundespolizei sagte, der Waggon sei an einer Weiche aus den Schienen gesprungen und an der nächsten Weiche wieder auf die Gleise zurückgekehrt – ein glücklicher Umstand, der Schlimmeres verhinderte. Die beschädigte Weiche machte jedoch eine sofortige Sperrung des Abschnitts erforderlich. Die genaue Ursache der Entgleisung wird noch ermittelt. Die Polizei hat die Untersuchungen aufgenommen, bislang aber keine konkreten Ergebnisse vorgelegt. Bahn und Polizei arbeiten bei der Aufklärung zusammen.
Stundenlange Sperrung legt Verkehr lahm
Die Sperrung des Bahnhofs Minden dauerte mehrere Stunden und führte zu erheblichen Behinderungen im gesamten norddeutschen Schienenverkehr. Am Mittwochvormittag war die Strecke noch vollständig gesperrt, erst am Mittag konnte sie zumindest teilweise wieder freigegeben werden. Dennoch blieben die Auswirkungen im Fernverkehr den ganzen Tag über spürbar. Die Deutsche Bahn richtete für betroffene Reisende Ersatzverkehr mit Bussen ein, insbesondere auf der Strecke zwischen Minden und Bückeburg. Viele Fahrgäste mussten lange Wartezeiten und Umwege in Kauf nehmen. Die Bahn bat um Entschuldigung und verwies auf die außergewöhnliche Situation.
Ausblick: Reparaturen dauern an, Normalisierung erwartet
Die Reparaturarbeiten an der beschädigten Weiche sollen voraussichtlich bis zum späten Donnerstagabend abgeschlossen sein. Die Bahn geht davon aus, dass der Zugverkehr danach wieder planmäßig läuft. Bis dahin müssen Reisende auf der RE78-Linie sowie vereinzelt im Fernverkehr noch mit Einschränkungen rechnen. Der Vorfall zeigt erneut die Anfälligkeit des Schienennetzes für Störungen. Ein einzelner entgleister Waggon reichte aus, um den Verkehr auf einer der wichtigsten Ost-West-Achsen Deutschlands für Stunden lahmzulegen. Die Ermittlungen zur Ursache werden mit Spannung erwartet, da sie möglicherweise Aufschluss über notwendige Sicherheitsmaßnahmen geben könnten.
Das Wichtigste
- Ein entgleister Güterzugwaggon beschädigte eine Weiche im Mindener Bahnhof und legte den Verkehr auf einer Hauptachse lahm.
- Die Sperrung dauerte mehrere Stunden; Fern- und Regionalverkehr waren massiv beeinträchtigt.
- Die Bundespolizei ermittelt die Ursache; Sabotage oder Fremdeinwirkung wird ausgeschlossen.
- Die Reparaturen dauerten bis Donnerstagabend; der Verkehr normalisiert sich schrittweise.
- Der Vorfall unterstreicht die Störanfälligkeit des deutschen Schienennetzes bei technischen Defekten.



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