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Iran treibt US-Kriegsschiff mit Raketenbeschuss zurück – Trump droht mit Eskalation

Ein US-Kriegsschiff wird nahe der Hafenstadt Dschask von zwei Raketen getroffen und zur Umkehr gezwungen, während Washington die Blockade der Straße von Hormus durchbrechen will.

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Iran treibt US-Kriegsschiff mit Raketenbeschuss zurück – Trump droht mit Eskalation
Ein US-Kriegsschiff wird nahe der Hafenstadt Dschask von zwei Raketen getroffen und zur Umkehr gezwungen, während WashinCredit · Handelsblatt

Die Fakten

  • Iranisches Staatsfernsehen meldet, ein US-Kriegsschiff sei von zwei Raketen getroffen und zur Umkehr gezwungen worden.
  • Ein hochrangiger US-Vertreter bestreitet gegenüber Axios, dass ein US-Schiff getroffen wurde.
  • US-Präsident Trump kündigt auf Truth Social an, festsitzende Schiffe aus der Straße von Hormus zu geleiten.
  • Die USA blockieren seit dem 13. April iranische Häfen an der Straße von Hormus.
  • Ajatollah Ali Chamenei wurde bei einem gemeinsamen Angriff Israels und der USA am 28. Februar getötet.
  • Sein Sohn Modschtaba Chamenei ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran.
  • Eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen Iran und USA wurde am 8. April vereinbart, aber am 21. April von Trump verlängert.
  • Der Iran warnt alle ausländischen Streitkräfte, sich der Straße von Hormus zu nähern.

Raketenalarm in der Straße von Hormus

Die Spannungen zwischen dem Iran und den USA haben einen neuen Höhepunkt erreicht. Nach einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens wurde ein US-Kriegsschiff nahe der Hafenstadt Dschask von zwei Raketen getroffen und zur Umkehr gezwungen. Das Schiff habe zuvor eine Warnung des Iran ignoriert, meldet die iranische Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf örtliche Insider. Ein hochrangiger US-Vertreter bestritt hingegen gegenüber einem Reporter des Nachrichtenportals Axios, dass ein US-Kriegsschiff von iranischen Raketen getroffen worden sei. Die widersprüchlichen Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen. Klar ist jedoch, dass die Lage in der strategisch wichtigen Wasserstraße eskaliert.

Trumps Ankündigung und Irans Warnung

US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntag auf seiner Online-Plattform Truth Social angekündigt, die USA würden die Schiffe sicher aus der vom Iran gesperrten Wasserstraße geleiten, damit sie ihre Fahrt fortsetzen könnten. Hunderte Handelsschiffe und Öltanker sitzen wegen der Blockade fest. Das iranische Militär hatte die US-Streitkräfte vor dem angekündigten Einsatz zuvor gewarnt. Das Zentralkommando der iranischen Streitkräfte erklärte am Montag, man werde auf jede Bedrohung entschieden reagieren. Ali Abdollahi, Chef des Zentralkommandos der Armee, sagte: „Wir warnen: Alle ausländischen Streitkräfte, insbesondere die aggressive US-Armee, werden angegriffen, wenn sie beabsichtigen, sich der Straße von Hormus zu nähern und in sie vorzudringen.“

Die fragile Waffenruhe bröckelt

Der Iran und die USA hatten sich am 8. April auf eine zweiwöchige Waffenruhe geeinigt. Die USA stellten ihre Angriffe unter der Bedingung ein, dass der Iran die Straße von Hormus öffnet. Doch seit dem 13. April blockiert das US-Militär iranische Häfen an der Straße von Hormus. Am 21. April kündigte Trump an, die Waffenruhe zu verlängern, bis der Iran einen Vorschlag zum Kriegsende vorlegt. Bislang sind alle Verhandlungsversuche gescheitert. Der jüngste Zwischenfall droht nun, die ohnehin brüchige Waffenruhe vollends zu zerstören.

Hintergrund: Der Krieg und die getötete Führung

Der Konflikt eskalierte, als Israel und die USA am 28. Februar einen gemeinsamen Angriff auf den Iran starteten. Der Iran reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und US-Militärstützpunkte in verschiedenen Staaten der Region. Bei den Angriffen wurde Ajatollah Ali Chamenei, der mehr als drei Jahrzehnte Anführer des Iran war, getötet. Sein Sohn Modschtaba Chamenei ist neues politisches und geistliches Oberhaupt des Iran. Die Führungswechsel und die anhaltenden Kampfhandlungen haben die Region in eine tiefe Krise gestürzt.

Auswirkungen auf die Schifffahrt und die Weltwirtschaft

Die Blockade der Straße von Hormus hat massive Auswirkungen auf den internationalen Schiffsverkehr. Hunderte Schiffe sitzen fest, darunter zahlreiche Öltanker. Die USA planen, diese Schiffe mit einer Eskorte in Sicherheit zu geleiten, doch der Iran betrachtet dies als Bruch der Waffenruhe. Die hohen Kerosinpreise setzen bereits die erste Airline unter Druck, die vor dem Aus steht. Sollte der Konflikt weiter eskalieren, drohen schwerwiegende Folgen für die globale Wirtschaft. Die USA haben zudem angekündigt, Zölle auf Autos aus der EU zu erhöhen, was die wirtschaftlichen Spannungen weiter verschärft.

Offene Fragen und Ausblick

Unklar bleibt, ob der Raketenbeschuss tatsächlich stattgefunden hat oder ob es sich um eine Falschmeldung handelt. Die widersprüchlichen Angaben der beiden Seiten machen eine objektive Bewertung schwierig. Fest steht jedoch, dass die USA ihre Drohung wahr gemacht haben, die Blockade zu durchbrechen, und der Iran seine Warnungen in die Tat umgesetzt hat. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Sorge. Eine weitere Eskalation könnte zu einem offenen Krieg zwischen den USA und dem Iran führen, mit unabsehbaren Folgen für die gesamte Region. Die kommenden Stunden und Tage werden zeigen, ob die Waffenruhe noch zu retten ist oder ob der Konflikt in eine neue, gefährlichere Phase eintritt.

Das Wichtigste

  • Iran und USA liefern sich ein gefährliches Tauziehen um die Straße von Hormus, wobei beide Seiten widersprüchliche Angaben zu einem Raketenangriff machen.
  • Die Waffenruhe vom 8. April ist brüchig und wurde von Trump verlängert, aber Verhandlungen sind gescheitert.
  • Der Tod von Ajatollah Ali Chamenei und die Machtübernahme seines Sohnes haben die iranische Führung geschwächt.
  • Die Blockade der Straße von Hormus bedroht den globalen Ölhandel und die Schifffahrt, mit ersten wirtschaftlichen Auswirkungen.
  • Die USA planen, festsitzende Schiffe zu eskortieren, was der Iran als Kriegsakt betrachtet.
  • Eine Eskalation des Konflikts könnte zu einem offenen Krieg zwischen den USA und dem Iran führen.
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