Trump-Regierung umgeht Kongress: Milliarden-Deal für Patriot-Systeme an Katar genehmigt
Die USA liefern Patriot-Raketenabwehrsysteme im Wert von vier Milliarden Dollar an Katar – Teil eines 8,6-Milliarden-Pakets für Nahost-Verbündete, das ohne parlamentarische Prüfung durchgewunken wurde.
GERMANY —
Die Fakten
- US-Präsident Donald Trump genehmigte Rüstungsexporte im Wert von über 8,6 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro) an Israel, Katar, Kuwait und die VAE.
- Katar erhält Patriot-Raketenabwehrsysteme für vier Milliarden Dollar und APKWS-Präzisionswaffen für 992,4 Millionen Dollar.
- Außenminister Marco Rubio erklärte eine Notlage, um die übliche Kongressprüfung zu umgehen.
- Israel bekommt APKWS im Wert von 992,4 Millionen Dollar, Kuwait ein Kampfführungssystem für 2,5 Milliarden Dollar, die VAE Waffen für 147,6 Millionen Dollar.
- Hauptauftragnehmer sind BAE Systems, RTX, Lockheed Martin und Northrop Grumman.
- Alle Empfängerländer waren nach US-israelischen Angriffen auf den Iran Ende Februar Ziele iranischer Angriffe.
Notlage als Rechtsgrundlage
Die US-Regierung hat den Verkauf von Patriot-Raketenabwehrsystemen an Katar im Wert von mehr als vier Milliarden Dollar genehmigt – und umgeht dabei den Kongress. Außenminister Marco Rubio erklärte eine Notlage, die sofortige Rüstungslieferungen an Israel, Katar, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate erforderlich mache, teilte das Außenministerium am Freitag in Washington mit. Damit entfällt die übliche parlamentarische Prüfung. Die Genehmigung umfasst ein Gesamtpaket von mehr als 8,6 Milliarden Dollar (7,5 Milliarden Euro). Der mit Abstand größte Teil geht an Katar: Neben dem Patriot-System erhält das Land Präzisionswaffensysteme (APKWS) im Wert von 992,4 Millionen Dollar. Die Lieferungen sollen die Luftverteidigung des befreundeten Landes angesichts „aktueller und zukünftiger Bedrohungen“ stärken, hieß es aus dem Außenministerium.
Milliardenschwere Aufträge für US-Rüstungskonzerne
Neben Katar profitieren auch andere enge Verbündete der USA von dem Rüstungspaket. Kuwait kauft für 2,5 Milliarden Dollar ein integriertes Kampfführungssystem. Israel erhält APKWS im Wert von 992,4 Millionen Dollar, die Vereinigten Arabischen Emirate Waffen für 147,6 Millionen Dollar. Als Hauptauftragnehmer nannte das Außenministerium die Rüstungskonzerne BAE Systems, RTX, Lockheed Martin und Northrop Grumman. Die Geschäfte müssen noch vom Kongress bestätigt werden, doch die Notfallerklärung hebelt die übliche Prüfung aus.
Reaktion auf iranische Angriffe
Alle Empfängerländer sind enge Verbündete der USA. Nach dem Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar waren sie zudem alle Ziel iranischer Angriffe. Die Genehmigungen dienen laut US-Außenminister Marco Rubio „den außen- und sicherheitspolitischen Zielen“ der Vereinigten Staaten. Die Lieferungen sollen die Sicherheit der befreundeten Länder verbessern, die mit „aktuellen und zukünftigen Bedrohungen“ konfrontiert sind – eine klare Anspielung auf den Iran-Konflikt.
Umgehung des Kongresses als politisches Manöver
Die Trump-Regierung nutzt eine Notfallklausel, um die Waffenverkäufe ohne Zustimmung des Kongresses durchzusetzen. Normalerweise müsste das Parlament Rüstungsexporte in dieser Größenordnung genehmigen. Durch die Erklärung einer Notlage entfällt diese Hürde. Kritiker sehen darin einen gefährlichen Präzedenzfall, der die Kontrollfunktion des Kongresses untergräbt. Die Regierung argumentiert, die schnelle Lieferung sei aufgrund der Sicherheitslage erforderlich.
Ausblick: Weitere Spannungen im Nahen Osten
Die Waffenlieferungen dürften die militärische Schlagkraft der Verbündeten im Nahen Osten erheblich stärken. Insbesondere Katar verbessert mit den Patriot-Systemen seine Luftverteidigung gegen mögliche iranische Raketenangriffe. Die Entscheidung fällt in eine Zeit eskalierender Spannungen: Die US-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar haben die Region weiter destabilisiert. Die iranischen Vergeltungsangriffe auf die nun belieferten Länder zeigen, dass der Konflikt längst nicht mehr bilateral ist.
Das Wichtigste
- Die USA genehmigen Rüstungsexporte für 8,6 Milliarden Dollar an Israel, Katar, Kuwait und die VAE – ohne Kongressprüfung.
- Katar erhält Patriot-Raketenabwehrsysteme für vier Milliarden Dollar und APKWS-Präzisionswaffen.
- Außenminister Rubio erklärte eine Notlage, um die übliche parlamentarische Kontrolle zu umgehen.
- Alle Empfängerländer waren nach US-israelischen Angriffen auf den Iran Ziel iranischer Angriffe.
- Die Hauptauftragnehmer sind BAE Systems, RTX, Lockheed Martin und Northrop Grumman.
- Die Lieferungen dienen laut Rubio den außen- und sicherheitspolitischen Zielen der USA.

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