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TSV Havelse und SSV Ulm steigen aus der 3. Liga ab

Der Aufsteiger aus Garbsen verliert 0:4 in Verl und ist zwei Spieltage vor Saisonende nicht mehr zu retten – auch Ulm muss nach drei Jahren im Profifußball zurück in die Regionalliga.

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TSV Havelse und SSV Ulm steigen aus der 3. Liga ab
Der Aufsteiger aus Garbsen verliert 0:4 in Verl und ist zwei Spieltage vor Saisonende nicht mehr zu retten – auch Ulm muCredit · Ntv

Die Fakten

  • TSV Havelse verliert am 36. Spieltag 0:4 beim SC Verl.
  • Havelse hat acht Punkte Rückstand auf das rettende Ufer bei noch zwei Spielen.
  • SSV Ulm unterliegt Viktoria Köln 0:2 und steigt ebenfalls ab.
  • Havelse war zur Saison 2021/22 erstmals aufgestiegen und sofort wieder abgestiegen.
  • Der erste Saisonsieg gelang Havelse erst am 15. Spieltag (2:1 gegen Ulm).
  • VfL Osnabrück steht als erster Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest.
  • Rot-Weiß Essen verliert überraschend 1:6 beim VfB Stuttgart II.

Abstiegsgewissheit nach 0:4-Klatsche in Verl

Der TSV Havelse ist nach nur einer Saison wieder aus der 3. Liga abgestiegen. Die Niedersachsen verloren am Samstagnachmittag beim SC Verl mit 0:4 (0:3) und haben zwei Spieltage vor Saisonende acht Punkte Rückstand auf den Klassenerhalt. Damit ist der Abstieg rechnerisch besiegelt. Trainer Samir Ferchichi hatte noch eine Woche zuvor mit einem späten Sieg beim VfB Stuttgart II die Hoffnung am Leben gehalten. Doch die Moral in der Schlussphase reichte nicht, um die Hypothek eines katastrophalen Saisonstarts wettzumachen.

SSV Ulm setzt Achterbahnfahrt fort

Wenige Stunden später stand auch der zweite Absteiger fest: Der SSV Ulm verlor 0:2 gegen Viktoria Köln und ist ebenfalls nicht mehr zu retten. Die Ulmer waren 2022/23 aus der Regionalliga in die 3. Liga aufgestiegen, schafften den Durchmarsch in die 2. Bundesliga, stiegen aber direkt wieder ab. Nun finden sie sich nach drei Jahren im Profifußball wieder in der Viertklassigkeit wieder. Für Havelse endet das zweite Gastspiel in der 3. Liga nach nur einer Saison. Bereits zur Spielzeit 2021/22 waren die Garbsener aufgestiegen und umgehend wieder in die Regionalliga Nord zurückgekehrt.

Katastrophaler Saisonstart als zu große Hypothek

Der TSV Havelse brauchte bis zum 15. Spieltag, um den ersten Saisonsieg zu feiern: ein 2:1 gegen Ulm im November. Bis zur Winterpause folgte lediglich ein weiterer Sieg. Nach der Winterpause kam die Mannschaft von Samir Ferchichi besser in Schwung, doch für eine erfolgreiche Aufholjagd reichte es nicht mehr. Der TSV reiht sich damit in die Liste der Nordclubs ein, die nach nur einer Saison in der 3. Liga direkt wieder absteigen: Zuletzt traf es Hannover 96 II, den VfB Lübeck und den VfB Oldenburg – sowie Havelse selbst.

VfL Osnabrück steigt auf – Rot-Weiß Essen erlebt Debakel

An der Spitze der 3. Liga ist eine Entscheidung gefallen: Der VfL Osnabrück steht als erster Aufsteiger in die 2. Bundesliga fest. Der Tabellenführer profitierte von der überraschenden 1:6-Klatsche des Aufstiegsaspiranten Rot-Weiß Essen beim VfB Stuttgart II. Gewinnt Osnabrück in Hessen, ist der langjährige Zweitligist nach 2010 und 2019 zum dritten Mal Meister der 3. Liga. Auch eine Niederlage von Energie Cottbus im Topspiel beim MSV Duisburg würde dafür reichen. Es ist bereits der neunte Aufstieg der Osnabrücker in die 2. Liga; zuletzt spielten die Lila-Weißen in der Saison 2023/24 in der Zweitklassigkeit.

Schweinfurt und Aue bereits länger abgestiegen

Der 1. FC Schweinfurt und Erzgebirge Aue standen bereits früher als erste Absteiger fest. Die TSG Hoffenheim II hielt trotz einer 1:2-Niederlage bei Jahn Regensburg die Klasse. Der 1. FC Saarbrücken hatte sich bereits zuvor durch einen 2:0-Erfolg gegen Waldhof Mannheim gerettet. Damit sind alle Absteiger der Saison 2025/26 in der 3. Liga bekannt.

Ausblick: Regionalliga Nord als neue Heimat

Für den TSV Havelse beginnt nun die Planung für die kommende Spielzeit in der Regionalliga Nord. Der Verein muss sich nach dem erneuten Abstieg neu aufstellen und versuchen, eine stabile Mannschaft für die Viertklassigkeit zu formen. Die Erfahrung der letzten Jahre zeigt, dass der Aufstieg aus der Regionalliga in die 3. Liga für Nordclubs eine enorme Herausforderung darstellt. Der SSV Ulm steht vor einem ähnlichen Neuanfang. Nach drei Jahren im Profifußball kehrt der Verein in die Regionalliga zurück und muss sich dort neu behaupten.

Lehren aus einer Saison der Extreme

Die Saison 2025/26 in der 3. Liga war geprägt von extremen Ergebnissen und überraschenden Wendungen. Während Aufsteiger Havelse und Ulm den Klassenerhalt nicht schafften, gelang dem VfL Osnabrück der Aufstieg – ein Beleg für die Unberechenbarkeit der Liga. Die Absteiger müssen nun die Lehren aus dieser Spielzeit ziehen, um in Zukunft wieder konkurrenzfähig zu sein. Die Regionalliga Nord wird in der kommenden Saison mit Havelse und Ulm zwei ehemalige Drittligisten beherbergen, die alles daransetzen werden, den sofortigen Wiederaufstieg zu schaffen.

Das Wichtigste

  • TSV Havelse und SSV Ulm steigen zwei Spieltage vor Saisonende aus der 3. Liga ab.
  • Havelse kassierte am 36. Spieltag eine 0:4-Niederlage beim SC Verl; Ulm verlor 0:2 gegen Viktoria Köln.
  • Der katastrophale Saisonstart mit nur einem Sieg bis zum 15. Spieltag besiegelte Haveloses Schicksal.
  • VfL Osnabrück steigt als erster Aufsteiger in die 2. Bundesliga auf, begünstigt durch die 1:6-Pleite von Rot-Weiß Essen.
  • Schweinfurt und Aue standen bereits früher als Absteiger fest; Hoffenheim II und Saarbrücken retteten sich.
  • Beide Absteiger müssen sich in der Regionalliga Nord neu beweisen.
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