AfD baut Vorsprung in Sachsen-Anhalt aus – CDU verliert weiter
Eine neue Umfrage vier Monate vor der Landtagswahl zeigt die AfD mit deutlichem Abstand vor der CDU, während Grüne, BSW und FDP den Einzug ins Parlament verpassen würden.

GERMANY —
Die Fakten
- AfD liegt in Sachsen-Anhalt bei 41 Prozent, CDU bei 26 Prozent.
- AfD gewinnt 2 Prozentpunkte im Vergleich zur September-Umfrage hinzu.
- CDU verliert 1 Prozentpunkt und liegt 11 Punkte unter dem Ergebnis von 2021.
- Linke erreicht 12 Prozent, Grüne und BSW kommen auf je 4 Prozent.
- BSW, Grüne und FDP würden den Landtag verfehlen.
- Bei direkter Wahl läge Ministerpräsident Schulze (CDU) knapp vor AfD-Kandidat Siegmund.
- 62 Prozent der Befragten sind unzufrieden mit der Arbeit der Landesregierung.
AfD dominiert Umfragetrend vor Landtagswahl
Vier Monate vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt festigt die Alternative für Deutschland (AfD) ihre Position als stärkste politische Kraft. Eine aktuelle Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Infratest dimap im Auftrag von Mitteldeutschem Rundfunk (MDR), „Mitteldeutscher Zeitung“ und „Volksstimme“ sieht die Partei bei 41 Prozent der Wählergunst. Dies bedeutet einen Zuwachs von zwei Prozentpunkten gegenüber der letzten Erhebung im September. Die Christlich Demokratische Union (CDU) unter Ministerpräsident Sven Schulze verliert hingegen einen Punkt und erreicht 26 Prozent. Im Vergleich zur Landtagswahl 2021 bedeutet dies einen herben Verlust von elf Prozentpunkten. Die allgemeine Stimmung im Land ist laut der Umfrage von erheblicher Unzufriedenheit geprägt. Die Umfrageergebnisse spiegeln das aktuelle politische Stimmungsbild wider und sind keine Prognose für den Wahlausgang. Politische Dynamiken können sich bis zum Wahltermin noch verändern.
Parteienlandschaft vor dem Einzugshürden
Die Linke verzeichnet einen leichten Rückgang und kommt auf zwölf Prozent, einen Punkt weniger als im September. Die Grünen gewinnen einen Punkt hinzu und erreichen vier Prozent. Das neu gegründete Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verliert zwei Punkte und liegt ebenfalls bei vier Prozent. Nach den aktuellen Zahlen würden sowohl die Grünen als auch das BSW sowie die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD), die auf sieben Prozent kommt, den Einzug in den Landtag von Sachsen-Anhalt verfehlen. Auch die Freien Demokraten (FDP), die aktuell an der Regierung beteiligt sind, würden aufgrund niedriger Werte den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde nicht schaffen und werden in der Umfrage nicht gesondert ausgewiesen. Diese Konstellation deutet auf eine mögliche Verkleinerung des Landtags hin, falls sich die aktuellen Tendenzen bis zur Wahl fortsetzen.
Direktwahl und Regierungsführung: Kopf-an-Kopf-Rennen
Bei der Frage nach der direkten Wahl des Ministerpräsidenten zeigt sich ein knappes Rennen. CDU-Chef Sven Schulze würde demnach 36 Prozent der Stimmen erhalten, während der AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund auf 32 Prozent käme. Ein signifikanter Anteil von 32 Prozent gab an, keine Präferenz zu haben oder sich nicht entscheiden zu können. In Bezug auf die Führung der nächsten Landesregierung liegen die AfD und die CDU nahezu gleichauf. 44 Prozent der Befragten wünschen sich eine von der CDU geführte Regierung, während 43 Prozent eine AfD-geführte Regierung bevorzugen. Dies stellt für die AfD eine Verbesserung um sechs Punkte dar. Die Anhängerschaft der Parteien zeigt hierbei klare Präferenzen: 84 Prozent der CDU-Anhänger würden Schulze wählen, während 71 Prozent der AfD-Anhänger Siegmund unterstützen würden. Auch Anhänger von SPD und Linken würden mehrheitlich Schulze wählen.
Problemlösungskompetenz und Unzufriedenheit mit der Regierung
Die AfD wird von den Befragten am ehesten die Kompetenz zugeschrieben, die wichtigsten Probleme des Landes zu lösen. 31 Prozent trauen dies der Partei zu, ein Zuwachs von zwei Prozentpunkten gegenüber der September-Umfrage. Die CDU erreicht hier 18 Prozent, was einem Verlust von zwei Punkten entspricht. Jeder Fünfte glaubt, dass keine Partei die Probleme des Landes effektiv angehen kann. Die Arbeit der amtierenden schwarz-rot-gelben Landesregierung wird von einer deutlichen Mehrheit kritisch bewertet. 62 Prozent der Befragten äußern sich negativ über die Regierungsarbeit, während nur 33 Prozent diese positiv einschätzen. Auch das allgemeine Vertrauen in die Staatsaufgaben erfüllt bei nur 16 Prozent der Befragten ein hohes oder sehr hohes Niveau. Die wirtschaftliche Lage in Sachsen-Anhalt wird von 82 Prozent der Menschen als weniger gut oder schlecht eingeschätzt. Nur 14 Prozent sehen die Situation als gut.
Hintergrund: Unsicherheiten bei Wahlumfragen
Wahlumfragen sind grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Faktoren wie nachlassende Parteibindungen und kurzfristige Wahlentscheidungen erschweren die genaue Gewichtung der erhobenen Daten für Meinungsforschungsinstitute. Die aktuellen Ergebnisse der Umfrage für den „Sachsen-Anhalttrend“ stehen im Kontrast zu jüngsten Erhebungen des Instituts Insa für das Portal „Nius“. Dort war die AfD von einem Hoch im Oktober (40 Prozent) leicht auf 38 Prozent im März gesunken. Die aktuelle Infratest-dimap-Umfrage bestätigt hingegen einen Aufwärtstrend für die Partei. Es ist entscheidend zu betonen, dass Umfragen lediglich das Meinungsbild zum Zeitpunkt ihrer Durchführung abbilden und keine exakten Vorhersagen für zukünftige Wahlergebnisse darstellen.
Ausblick: Die politischen Herausforderungen
Die deutliche Stärke der AfD in den Umfragen wirft Fragen nach den zukünftigen Koalitionsmöglichkeiten und der politischen Stabilität in Sachsen-Anhalt auf. Die Unzufriedenheit mit der aktuellen Regierung und die Skepsis gegenüber etablierten Parteien scheinen die Zustimmungswerte für die AfD zu befeuern. Die Themen Einwanderung, Flüchtlingspolitik und Integration werden von den Bürgern als drängendste Probleme identifiziert, gefolgt von Bildung und Wirtschaft. Die Fähigkeit der Parteien, auf diese Sorgen einzugehen und konkrete Lösungsansätze zu präsentieren, wird entscheidend sein. Die kommenden Monate bis zur Landtagswahl werden zeigen, ob sich die politischen Kräfteverhältnisse weiter verschieben oder ob die aktuellen Umfragetrends Bestand haben werden.
Das Wichtigste
- Die AfD führt die Umfragen in Sachsen-Anhalt mit 41 Prozent an, ein Plus von 2 Punkten seit September.
- Die CDU verliert weiter an Zuspruch und erreicht 26 Prozent, elf Punkte weniger als bei der Wahl 2021.
- BSW, Grüne und FDP würden den Einzug in den Landtag verpassen, was die politische Landschaft verändern könnte.
- Bei einer direkten Wahl des Ministerpräsidenten liegen CDU-Amtsinhaber Schulze und AfD-Kandidat Siegmund Kopf an Kopf.
- Eine Mehrheit der Sachsen-Anhalter ist mit der Arbeit der Landesregierung unzufrieden (62 Prozent negativ).
- Die AfD wird von den Bürgern am ehesten als Problemlöser wahrgenommen (31 Prozent).

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