Économie

Walter Sittler: „Niemand auf der Welt hat das angeborene Recht, 20 Millionen Euro im Monat zu verdienen!“

Der Schauspieler und seine Frau Sigrid Klausmann sprechen über Ungerechtigkeit, ihre 40-jährige Ehe und den neuen Dokumentarfilm „Girls Don’t Cry“.

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Walter Sittler: „Niemand auf der Welt hat das angeborene Recht, 20 Millionen Euro im Monat zu verdienen!“
Der Schauspieler und seine Frau Sigrid Klausmann sprechen über Ungerechtigkeit, ihre 40-jährige Ehe und den neuen DokumeCredit · noz.de

Die Fakten

  • Walter Sittler und Sigrid Klausmann sind seit über 40 Jahren verheiratet.
  • Das Paar lernte sich im Oktober 1984 kennen, heiratete im Mai 1985, ihr erstes Kind kam im September 1985.
  • Sittler war in den 1990er Jahren in Serien wie „girl friends – Freundschaft mit Herz“ und „Nikola“ bekannt.
  • Er spielte später in der Krimireihe „Der Kommissar und das Meer“.
  • Das Paar gründete eine gemeinsame Produktionsfirma und realisierte Filme zusammen.
  • Der Dokumentarfilm „Girls Don’t Cry“ unter der Regie von Sigrid Klausmann und produziert von Walter Sittler kommt am Donnerstag in die Kinos.
  • Der Film erzählt von sechs Mädchen aus sechs Ländern, die von einem selbstbestimmten Leben träumen.
  • Sittler und Klausmann haben zwei Töchter und einen Sohn.

Ein Schauspieler mit Haltung

Walter Sittler, bekannt aus zahlreichen ZDF-Serien und der Krimireihe „Der Kommissar und das Meer“, hat sich in einem Interview deutlich zur globalen Ungerechtigkeit geäußert. „Niemand auf der Welt hat das angeborene Recht, 20 Millionen Euro im Monat zu verdienen!“, sagte der 73-Jährige. Damit bezog er sich auf die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, die er als eine der drängendsten Fragen unserer Zeit sieht. Sittler und seine Frau Sigrid Klausmann, die seit über 40 Jahren verheiratet sind, engagieren sich seit langem gegen soziale Ungerechtigkeit. In dem Gespräch gab er auch Einblicke in ihre Arbeit und ihre Überzeugungen. Der Schauspieler betonte, dass es nicht nur um Kritik gehe, sondern um konkretes Handeln.

Das Geheimnis einer langen Ehe

Die Ehe von Walter Sittler und Sigrid Klausmann begann ungewöhnlich schnell: Sie lernten sich im Oktober 1984 kennen, heirateten im Mai 1985, und bereits im September 1985 kam ihr erstes Kind zur Welt. „Ich wusste sofort: Sie ist es und keine andere! Das hat sich niemals geändert“, erinnert sich Sittler. Seine Frau ergänzt: „Ich war sofort sehr verliebt in Walter. Schmetterlinge im Bauch waren das nicht, das wäre völlig untertrieben. Ich war hin und weg.“ Die Schwangerschaft nach zwei Monaten sei kein Schock gewesen, sondern „eine logische Konsequenz“. Das Paar betont, dass ihre Liebe nie selbstverständlich war. Sittler gesteht: „Ich habe gespürt, wenn ich mich nicht anstrenge, bleibt sie nicht. Also habe ich mich angestrengt und tue das heute auch noch – nach über 40 Jahren.“

Gemeinsam auf Augenhöhe – beruflich und privat

Sigrid Klausmann ist Regisseurin, Walter Sittler Schauspieler und Produzent. Gemeinsam gründeten sie eine Produktionsfirma und realisierten Filme. „Wir haben unser Leben immer als gemeinsames Leben wahrgenommen“, sagt Sittler. „Wir waren immer auf Augenhöhe, auch wenn ich eine Zeit lang mehr verdient habe, weil meine Frau sich um die Kinder gekümmert hat.“ Das Paar hat zwei Töchter und einen Sohn. Diese Augenhöhe sei ein zentraler Wert in ihrer Beziehung. Sittler verweist auf die ungleiche Bezahlung von Männern und Frauen in Deutschland und darauf, dass Care-Arbeit in der Familie meist von Frauen getragen werde. Seine Frau treibe mit ihrer Arbeit eine wichtige Diskussion voran.

„Girls Don’t Cry“ – ein Film über Träume und Selbstbestimmung

Am Donnerstag kommt der Dokumentarfilm „Girls Don’t Cry“ in die Kinos. Sigrid Klausmann führte Regie, Walter Sittler fungierte als Produzent. Der Film erzählt von sechs Mädchen aus sechs Ländern, die von einem selbstbestimmten Leben träumen. „Ich bin begeistert, dass meine Frau eine Diskussion vorantreibt und junge Menschen anleitet“, sagt Sittler. Der Film beleuchtet die Herausforderungen, denen Mädchen weltweit gegenüberstehen, und zeigt ihre Hoffnungen und Visionen. Es ist ein weiteres gemeinsames Projekt des Paares, das seine Überzeugungen in konkrete Arbeit umsetzt.

Umgang mit Ungerechtigkeit und Donald Trump

Im Interview äußerte sich Sittler auch zu aktuellen politischen Themen, darunter der Umgang mit Donald Trump. Er betonte, dass man Ungerechtigkeit nicht hinnehmen dürfe, sondern aktiv dagegen vorgehen müsse. „Wenn ich mich nicht anstrenge, bleibt sie nicht“, sagte er mit Blick auf seine Ehe – ein Satz, der auch als Metapher für gesellschaftliches Engagement gelten kann. Der Schauspieler sieht die Verantwortung jedes Einzelnen, sich für eine gerechtere Welt einzusetzen. Die extremen Einkommensunterschiede seien nicht gottgegeben, sondern Ergebnis politischer Entscheidungen. Mit seiner Frau teilt er die Überzeugung, dass Veränderung möglich ist, wenn man sich gemeinsam engagiert.

Ein Leben für die Kunst und die Überzeugung

Walter Sittler wurde in den 1990er Jahren mit Serien wie „girl friends – Freundschaft mit Herz“ und der RTL-Sitcom „Nikola“ bekannt. Später festigte er seinen Ruf mit der Krimireihe „Der Kommissar und das Meer“. Seine Frau Sigrid Klausmann stand ihm stets zur Seite, sowohl privat als auch beruflich. Das Paar zeigt, dass eine lange Ehe und gemeinsame berufliche Projekte möglich sind, wenn man auf Augenhöhe bleibt und sich immer wieder neu anstrengt. Ihr neuer Dokumentarfilm ist der jüngste Ausdruck dieser Haltung. Sittler und Klausmann laden das Publikum ein, sich mit den Themen Ungerechtigkeit und Selbstbestimmung auseinanderzusetzen – und vielleicht selbst aktiv zu werden.

Das Wichtigste

  • Walter Sittler fordert eine gerechtere Verteilung von Reichtum und kritisiert extreme Einkommen von 20 Millionen Euro monatlich.
  • Das Ehepaar Sittler-Klausmann ist seit über 40 Jahren verheiratet und betont gegenseitige Anstrengung und Augenhöhe als Schlüssel.
  • Der Dokumentarfilm „Girls Don’t Cry“ von Sigrid Klausmann und produziert von Walter Sittler startet am Donnerstag in den Kinos.
  • Der Film porträtiert sechs Mädchen aus sechs Ländern und ihre Träume von einem selbstbestimmten Leben.
  • Sittler und Klausmann engagieren sich aktiv gegen Ungerechtigkeit, auch durch ihre Produktionsfirma und gemeinsame Filmprojekte.
  • Das Paar zeigt, dass eine gleichberechtigte Partnerschaft und berufliche Zusammenarbeit möglich sind.
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