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Nach trockenem April drohen in Düsseldorf und NRW Frost und bis zu 80 Liter Regen

Ein Wetterumschwung beendet die Phase großer Trockenheit, bringt aber auch Gefahren durch Bodenfrost und lokale Sturzfluten.

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Nach trockenem April drohen in Düsseldorf und NRW Frost und bis zu 80 Liter Regen
Ein Wetterumschwung beendet die Phase großer Trockenheit, bringt aber auch Gefahren durch Bodenfrost und lokale SturzfluCredit · t-online – Düsseldorf

Die Fakten

  • Ab Samstag, 2. Mai, sind in Düsseldorf und NRW erste Regenschauer möglich.
  • Bis Mitte der zweiten Maiwoche erwarten Wettermodelle fast 80 Liter Regen pro Quadratmeter in der Eifel.
  • In Düsseldorf sollen bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter fallen.
  • Vor dem Regen ist in Tal- und Muldenlagen sowie im Bergland Bodenfrost mit Tiefstwerten von -2 Grad möglich.
  • Die Temperaturen fallen von sommerlichen 27 Grad auf rund 14 bis 18 Grad innerhalb weniger Tage.
  • Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat zunächst keine amtliche Warnung vor Frost oder Nebel ausgesprochen.
  • Das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) prognostiziert den Regenfokus in der Eifel.
  • Am Samstag und Sonntag sind lokal Gewitter mit Hagel bis 3 Zentimeter und Sturmböen um 75 km/h möglich.

Sommerlicher Start in den Mai mit frostigen Nächten

Der Mai begann in Düsseldorf und Nordrhein-Westfalen mit Bilderbuchwetter: Bis zu 28 Grad, strahlender Sonnenschein und perfektes Eisdielen-Wetter lockten die Menschen ins Freie. Doch die Idylle trügt. In den Nächten bleibt es kalt, vielerorts ist Bodenfrost möglich. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet in den Morgenstunden und vor allem nachts mit Bodenfrost, insbesondere in Tal- und Muldenlagen sowie im Bergland. Tiefstwerte von -2 Grad sind nicht ausgeschlossen, eine amtliche Warnung wurde zunächst nicht ausgesprochen. Stellenweise werden Temperaturunterschiede um die 20 Grad zwischen Tag und Nacht erwartet.

Wetterumschwung am Wochenende: Gewitter und Starkregen im Anmarsch

Bereits ab Samstagnachmittag (2. Mai) ziehen im äußersten Westen Deutschlands erste Gewitter auf, besonders in Nordrhein-Westfalen kann es krachen. Die meisten Wettermodelle rechnen ab Samstag mit ersten Regenschauern, die über die erste volle Mai-Woche anhalten. Auch der DWD erwartet in seiner Zehn-Tages-Prognose ab der Nacht zu Samstag erste Regenschauer, jedoch zunächst keinen Starkregen. Im Vergleich zu den vergangenen Wochen dürfte es dennoch ungewöhnlich nass werden. Die Gewitterneigung ist vor allem in der Mitte Deutschlands hoch, im Bergland sind auch Unwetter möglich.

Bis zu 80 Liter Regen pro Quadratmeter: Modelle uneins über Verteilung

Das Wettermodell des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) erwartet ab Samstag bis Mitte kommender Woche fast 80 Liter Regen pro Quadratmeter im Aachener Umland. Der Fokus soll dabei in der Eifel zwischen den Kreisen Düren und Euskirchen sowie der Städteregion Aachen liegen. In Düsseldorf sollen bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Das US-Modell GFS prognostiziert bis Mitte kommender Woche bis zu 30 Liter Regen pro Quadratmeter, während das Schweizer Modell Swiss-MRF den Fokus eher auf dem Ruhrgebiet sieht, wo zwischen 40 und 50 Liter Regen pro Quadratmeter wahrscheinlich sind. Wettermodelle sind jedoch keine genaue Wetterprognose, sondern geben nur einen ungefähren Ausblick.

Ursache des Umschwungs: Omega-Hoch weicht feuchter Luft aus dem Mittelmeer

Den Grund für den Wechsel erklärt Diplom-Meteorologe Dominik Jung: Am Sonntag kippt die ruhige Hochdruckphase. „Dann verlagert sich die Achse des Omegahochs weiter nach Osten, die Strömung über Deutschland dreht auf Südwest, und es strömt feuchtwarme, energiereiche Luft heran.“ Diese führt zu der starken Gewitterneigung, vor allem in der Mitte Deutschlands, die dann ab Dienstag in Regen übergeht. Eine südwestliche Strömung schaufelt feuchtwarme Luft aus dem Mittelmeerraum heran, gleichzeitig schickt ein Tief über Frankreich seine Vorboten Richtung Westen. Die Folge: Quellwolken schießen in den Himmel, die ersten Blitze zucken.

Sturzflutgefahr auf ausgetrockneten Böden: Lokal bis zu 50 Liter in einer Stunde

Die ehrliche Antwort auf die Frage, ob stationäre Gewitter wirklich 100 Liter pro Quadratmeter abladen können: Ja, das gab es schon – beispielsweise in Braunsbach 2016. Am Wochenende reicht die Höhenfeuchte jedoch nicht für derartige Extremwerte. Realistisch sind 20 bis 40 Liter in einer Stunde, vereinzelt mal 50 Liter. Klingt harmlos, ist es aber nicht: Auf den knochentrockenen Böden nach dem viel zu trockenen April läuft das Wasser oberflächlich ab – Sturzflutgefahr besteht trotzdem. Am Samstag trifft es zuerst Eifel, Hunsrück, Pfalz, Schwarzwald, später Bodensee und Alpenrand. Lokal sind Hagel bis 2 Zentimeter und Sturmböen um 75 km/h möglich.

Temperatursturz um bis zu 20 Grad: Eisheiligen in Sicht

Die Temperaturen fallen innerhalb weniger Tage von sommerlichen 27 Grad auf rund 14 bis 18 Grad – ein klassischer Übergang Richtung Eisheiligen-Phase (11. bis 15. Mai). Besonders im Norden und Osten kippen die Temperaturen: An den Küsten in Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein fallen die Temperaturen auf teilweise nur noch 6 bis 8 Grad tagsüber, in Berlin und Sachsen sind bis 9 Grad möglich. Im Südwesten und Westen Deutschlands bleibt es zweistellig, aber im Vergleich merklich kühler mit Werten nur noch zwischen 14 und 16 Grad. Ab Dienstag wird es kalt und bleibt bewölkt. Kleiner Trost: Schon ab Mittwoch geht es mit den Temperaturen etwas aufwärts, aber so sommerlich wie am ersten Mai-Wochenende wird es erst einmal nicht mehr.

Notwendiger Regen nach langer Trockenheit: Natur atmet auf

Der Wetterumschwung sei für die Natur dringend notwendig, beende eine Phase großer Trockenheit. Die Wetterlage im April war in Düsseldorf und der Region bisher äußerst ungewöhnlich. Durch eine blockierende Wetterlage über Mitteleuropa blieb es in den vergangenen Tagen und Wochen meist trocken und sonnig, die Nächte waren dabei stellenweise äußerst kalt. Einige Wettermodelle hatten zwischenzeitlich Bodentemperaturen von bis zu -8 Grad erwartet. Nun bringt der Regen die dringend benötigte Feuchtigkeit, auch wenn die Gewitter lokal Gefahren bergen. Die Bewohner sollten in den kommenden Tagen Jacke und Regenschirm bereithalten.

Das Wichtigste

  • Nach einem extrem trockenen April mit teils frostigen Nächten bringt ein Wetterumschwung ab Samstag Regen und Gewitter nach NRW.
  • Die Regenmengen variieren je nach Modell: In der Eifel sind bis zu 80 Liter pro Quadratmeter möglich, in Düsseldorf bis zu 30 Liter.
  • Vor dem Regen ist in Tal- und Muldenlagen sowie im Bergland Bodenfrost mit Tiefstwerten von -2 Grad möglich.
  • Die Temperaturen fallen von sommerlichen 27 Grad auf rund 14 bis 18 Grad, was dem Beginn der Eisheiligen-Phase entspricht.
  • Aufgrund der ausgetrockneten Böden besteht lokal Sturzflutgefahr, obwohl die Regenmengen nicht extrem sind.
  • Der Regen ist für die Natur dringend notwendig, um die Trockenheit zu beenden.
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