Alessandro Zanardi mit 59 Jahren gestorben – zweifacher Überlebenskämpfer und Paralympics-Held
Der ehemalige Formel-1-Pilot, der nach einem Unfall beide Beine verlor und später viermal paralympisches Gold gewann, ist am Freitagabend friedlich eingeschlafen.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Alessandro Zanardi starb am 1. Mai 2024 im Alter von 59 Jahren.
- Er verlor 2001 bei einem Rennunfall auf dem Lausitzring beide Beine.
- Zanardi gewann mit dem Handbike vier Gold- und zwei Silbermedaillen bei den Paralympics.
- 1997 und 1998 wurde er Meister der US-amerikanischen CART-Serie.
- 2020 erlitt er bei einem Benefizrennen in der Toskana schwere Kopfverletzungen.
- Seine Familie gab den Tod am Samstag bekannt, ohne die Todesursache zu nennen.
- Die FIA würdigte ihn als ‚bleibendes Symbol für Mut und Entschlossenheit‘.
Ein Leben zwischen Geschwindigkeit und Tragödie
Alessandro Zanardi, der italienische Rennfahrer und spätere Paralympics-Champion, ist tot. Er starb am Freitagabend im Alter von 59 Jahren, umgeben von seiner Familie, wie seine Angehörigen am Samstag mitteilten. ‚Alex ist friedlich eingeschlafen, umgeben von der Zuneigung seiner Angehörigen‘, hieß es in der Erklärung. Zanardi überlebte zweimal den Tod: 2001 verlor er bei einem schweren Unfall auf dem Lausitzring beide Beine, und 2020 kämpfte er nach einem Zusammenstoß mit einem Lastwagen in der Toskana wochenlang um sein Leben. Sein Tod kam nun unerwartet – die Familie machte keine Angaben zur Ursache. Der Motorsport-Weltverband FIA zeigte sich tief betroffen und schrieb auf X, Zanardis Weg habe ihn ‚zu einem der am meisten bewunderten Sportler und zu einem bleibenden Symbol für Mut und Entschlossenheit‘ gemacht.
Vom Formel-1-Piloten zum Handbike-Champion
Zanardi gab 1991 sein Debüt in der Formel 1 und bestritt insgesamt 41 Rennen für die Teams Jordan, Minardi, Lotus und Williams. Nach seiner Zeit in der Königsklasse wechselte er in die US-amerikanische CART-Serie, wo er 1997 und 1998 den Meistertitel holte. Im September 2001 verunglückte er auf dem Lausitzring in Brandenburg schwer. Nach einem Boxenstopp verlor er die Kontrolle über sein Fahrzeug, und die Ärzte mussten ihm beide Beine amputieren. Der Unfall beendete seine Karriere im Motorsport, aber nicht seine sportliche Laufbahn. Zanardi wandte sich dem Behindertensport zu und begann mit dem Radsport. Mit dem Handbike gewann er bei den Paralympischen Spielen in London 2012 und Rio de Janeiro 2016 insgesamt vier Gold- und zwei Silbermedaillen. Seine Erfolge machten ihn zu einer Ikone des paralympischen Sports.
Ein zweiter schwerer Unfall und langer Kampf
2020 erlitt Zanardi erneut einen schweren Rückschlag. Bei einem Benefizrennen in der Toskana verlor er die Kontrolle über sein Handbike und kollidierte mit einem Lastwagen. Dabei zog er sich schwerste Kopf- und Gesichtsverletzungen zu und schwebte lange Zeit in Lebensgefahr. Obwohl er sich von diesem Unfall erholte, blieben die Folgen bestehen. Sein Tod am Freitagabend kam für viele überraschend, da er zuletzt als stabil galt. Die Familie betonte, er sei ‚friedlich‘ gestorben, ohne nähere Details zu nennen.
Würdigung durch Politik und Verbände
Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni würdigte Zanardi als ‚außergewöhnlichen Menschen, der jede Prüfung des Lebens in eine Lektion in Mut, Stärke und Würde verwandeln konnte‘. In einer Erklärung fügte sie hinzu: ‚Mit seinen sportlichen Erfolgen, seinem Vorbild und seiner Menschlichkeit hat er uns allen viel mehr als nur einen Sieg geschenkt: Er hat uns Hoffnung, Stolz und die Kraft gegeben, niemals aufzugeben.‘ Auch die FIA und zahlreiche Weggefährten aus dem Motorsport und dem paralympischen Bereich äußerten ihre Trauer. Zanardi galt weit über den Sport hinaus als Symbol für Durchhaltevermögen und Lebensfreude.
Ein Vermächtnis jenseits der Rennstrecke
Zanardi stammte aus einfachen Verhältnissen und kämpfte sich in die Formel 1. Nach dem Verlust seiner Beine begann er ein zweites sportliches Leben, das ihn zu einem der erfolgreichsten paralympischen Athleten machte. Seine Geschichte inspirierte Millionen. Selbst nach dem Unfall von 2020 blieb er eine öffentliche Figur. Er erhielt Post von Papst Franziskus und wurde für seinen unerschütterlichen Optimismus gefeiert. Sein Tod hinterlässt eine Lücke in der Sportwelt, aber sein Erbe als Kämpfer und Vorbild bleibt bestehen.
Das Wichtigste
- Alessandro Zanardi starb am 1. Mai 2024 im Alter von 59 Jahren, die Todesursache wurde nicht genannt.
- Er verlor 2001 bei einem Rennunfall auf dem Lausitzring beide Beine, wechselte zum Handbike und gewann vier paralympische Goldmedaillen.
- 2020 erlitt er bei einem Benefizrennen in der Toskana schwere Kopfverletzungen, von denen er sich nie vollständig erholte.
- Die FIA und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni würdigten ihn als Symbol für Mut und Entschlossenheit.
- Zanardi bestritt 41 Formel-1-Rennen und wurde zweimal CART-Meister, bevor er zum Behindertensport wechselte.






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