Alfons Haider: „Meine Mutter, die Löwin“ – Eine Liebeserklärung an alle Mütter
Der Entertainer spricht im Interview über sein neues Buch, die enge Bindung zu seiner Mutter und die größte Krise seines Lebens – sein erzwungenes Outing.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Alfons Haider veröffentlicht das Buch „Meine Mutter, die Löwin“ als Hommage an seine verstorbene Mutter.
- Das Buch thematisiert seine Kindheit, die Pflege seiner Mutter und ihren Tod.
- Haider spricht offen über sein erzwungenes Outing, das er als größte Krise seines Lebens bezeichnet.
- Seine Mutter stand während des Outings hinter ihm, obwohl sie wusste, dass sie keine Enkelkinder haben würde.
- Haider ist Intendant der Seefestspiele Mörbisch und tritt diesen Sommer als Zaza in „La Cage aux Folles“ auf.
- Er pflegte seine Mutter bis zu ihrem Tod zu Hause, was ihr größter Wunsch war.
- Haider betrachtet das Buch auch als Ratgeber für den Umgang mit Tod und Trauer.
- Das Buch erscheint pünktlich zum Muttertag und ist ein Bestseller.
Eine Liebe, die über den Tod hinausreicht
Alfons Haider, Intendant der Seefestspiele Mörbisch und bekannter Entertainer, hat ein Buch über seine Mutter geschrieben. „Meine Mutter, die Löwin“ ist eine persönliche Hommage an die Frau, die ihn geprägt hat. Das Werk erscheint pünktlich zum Muttertag und ist bereits ein Bestseller. In dem Buch erzählt Haider erstmals die ganze Geschichte dieser besonderen Beziehung. Es ist nicht nur eine Liebeserklärung an seine eigene Mutter, sondern an alle Mütter. „Mit dem Buch möchte ich nicht nur meine eigene Mutter huldigen, sondern alle Mütter hervorheben und ihnen eine Stimme geben“, sagt Haider. Der Entertainer beschreibt seine Mutter als eine Kämpferin, die trotz eines schweren Lebens immer für ihre Kinder da war. Sie habe ihn begleitet, auf ihn aufgepasst, sich aber nie massiv in sein Leben eingemischt.
Die größte Krise: Das erzwungene Outing
Haider spricht offen über die schwierigste Phase seines Lebens: sein erzwungenes Outing. „Bei meinem Outing, der größten Krise meines Lebens, stand sie zu und hinter mir, obwohl ihr bewusst war, dass sie wahrscheinlich nie Enkelkinder haben wird“, erinnert er sich. Seine Mutter habe ihn verteidigt, wenn er attackiert wurde. „Wenn sie hörte, dass ich attackiert wurde oder jemand schlecht über mich redete, hat sie mich verteidigt und dann war mit der Anna nicht mehr gut, Kirschen zu essen.“ Diese bedingungslose Unterstützung habe ihm geholfen, die Krise zu überstehen. Haider betont, dass seine Mutter ihm beigebracht habe, Schicksalsschläge anzunehmen und sie langsam ausklingen zu lassen.
Tirol als zweite Heimat
Eine zentrale Rolle in Haiders Leben spielt Tirol, das zur zweiten Heimat für ihn und seine Mutter wurde. Die enge Verbindung zur Familie Hörtnagl besteht bis heute. „Meine Mutsch, die Erna Hörtnagl und ihr Sohn Peter Hörtnagl und meine Tante Herma waren eine große Familie“, erzählt Haider. Gemeinsam feierte man jedes Weihnachts- und Osterfest. Nach dem Tod von Erna Hörtnagl übernahm Haiders Mutter teilweise die Mutterfunktion für deren Sohn Peter. „Mit Peter Hörtnagl habe ich auch heute noch eine wahnsinnig enge Beziehung. Er ist mein Lebensmensch“, sagt Haider. Die Zeit in Tirol war geprägt von vielen schönen Erinnerungen, auch mit Tieren. Haider erinnert sich an die Hündin Mädi, die völlig in seine Mutter verschossen war und sie als Rudelchefin ansah.
Der schwere Weg des Abschieds
Das Schreiben des Buches war für Haider eine emotionale Achterbahnfahrt. „Die Entscheidung, über die Zeit kurz vor dem Tod meiner Mutter zu reden, war schwer für mich. Aber auch der Tod gehört zum Leben und deshalb wollte ich auch absolut ehrlich sein und nichts verschweigen“, erklärt er. Er pflegte seine Mutter bis zu ihrem letzten Atemzug zu Hause, was ihr größter Wunsch war. „In diesem Zimmer passierte in den Jahren, während ich meine Mutter pflegte, auch sehr viel Leid. Irgendwann war das Zimmer wie ein kleines Gefängnis, aber zumindest war meine Mutsch zu Hause“, sagt Haider. Trotz der schweren Zeit schenkte ihm seine Mutter eine wunderschöne Erinnerung: „Letztendlich schenkte mir meine Mutter, die letzten Endes doch friedlich schlafend, mit ihrer Hand in meiner da lag, eine wunderschöne Erinnerung.“
Ein Ratgeber für den Umgang mit Trauer
Haider betrachtet sein Buch auch als Ratgeber. Es zeige, dass man auch in engen Beziehungen genügend Freiraum geben müsse. „Man sollte sich auch in guten Zeiten schon Gedanken über den Tod und die Sterbebegleitung machen. Denn das ist der größte Liebesbeweis – auch wenn das Loch, in das man danach fällt, sehr, sehr tief ist“, sagt er. Die Trauer werde nie ganz verschwinden, so Haider. „Die Aussage, dass im Leben der Schmerz über einen Verlust irgendwann leichter wird, stimmt nur bedingt. Es wird ein bisschen leichter, aber niemals wieder gut.“ Er selbst habe lange gebraucht, um das Zimmer seiner Mutter in seiner Wohnung wieder betreten zu können. Doch er beklage sich nicht, denn er durfte ihre große Liebe bis zum letzten Atemzug miterleben.
Haiders künstlerische Zukunft
Neben dem Buch steht Haider diesen Sommer als Zaza im Kult-Musical „La Cage aux Folles“ auf der Bühne der von ihm geleiteten Seefestspiele. Der Musicaldarsteller und Entertainer bleibt also auch künstlerisch aktiv. Haider ist auch regelmäßig Gast in Talksendungen wie „Willkommen Österreich“, wo er über sein Buch und seine Karriere spricht. Die Sendung am 5. Mai in ORF1 widmet sich unter anderem seinem Muttertags-Bestseller. Seine Vielseitigkeit als Moderator, Schauspieler und Sänger macht ihn zu einer festen Größe in der österreichischen Unterhaltungslandschaft.
Eine Botschaft der Dankbarkeit
Haiders Buch ist eine tief empfundene Danksagung an seine Mutter. „Ohne sie würde es mich in dieser Form nicht geben“, sagt er. Die Lektionen, die er von ihr gelernt hat – Schicksalsschläge annehmen, Spaß am Leben haben, Loyalität und Treue – prägen sein Leben bis heute. Das Buch „Meine Mutter, die Löwin“ ist somit mehr als eine Biografie. Es ist ein Zeugnis einer außergewöhnlichen Mutter-Sohn-Beziehung und eine Ermutigung, sich mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen. Haider hofft, dass die Leser nach der Lektüre nicht nur seine Mutter, sondern auch ihre eigenen Mütter mit anderen Augen sehen. „Es ist nicht nur eine Liebeserklärung an meine Mutsch, sondern an alle Mütter.“
Das Wichtigste
- Alfons Haider hat mit „Meine Mutter, die Löwin“ ein persönliches Buch über seine Mutter veröffentlicht, das auch als Ratgeber für Trauer und Sterbebegleitung dient.
- Seine Mutter unterstützte ihn bedingungslos während seines erzwungenen Outings, das er als größte Krise seines Lebens bezeichnet.
- Haider pflegte seine Mutter bis zu ihrem Tod zu Hause, was ihr größter Wunsch war.
- Das Buch ist eine Hommage an alle Mütter und betont die Bedeutung von Freiraum und Loslassen in engen Beziehungen.
- Haider tritt diesen Sommer als Zaza in „La Cage aux Folles“ bei den Seefestspielen Mörbisch auf.
- Die enge Verbindung zur Familie Hörtnagl in Tirol prägt Haiders Leben bis heute.







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