„Der Teufel trägt Prada 2“: Nostalgie-Welle bringt 2000er-Kult zurück ins Kino
Zwanzig Jahre nach dem Original kehrt die Modekomödie auf die Leinwand zurück – Teil einer Welle von Comebacks, die Popkultur-Forscher als Ausdruck eines 20- bis 30-Jahres-Zyklus deuten.

AUSTRIA —
Die Fakten
- „Der Teufel trägt Prada 2“ läuft seit Donnerstag in österreichischen Kinos.
- Das Original kam 2006 in die Kinos, die Fortsetzung erscheint 20 Jahre später.
- Auch „Malcolm Mittendrin“ und „Scrubs“ feiern 2026 ein Comeback.
- Kulturwissenschaftler Maximilian Jablonowski forscht an der Universität Wien.
- Historiker Tobias Becker verweist auf eine Nostalgie-Debatte der 1970er Jahre.
- Der 20- bis 30-Jahres-Zyklus ist eine gängige These in der Nostalgie-Forschung.
- Werke wie „Grease“ (1971) und „American Graffiti“ (1973) prägten die Nostalgie-Diskussion.
Ein Comeback nach zwei Jahrzehnten
Seit Donnerstag ist „Der Teufel trägt Prada 2“ in den heimischen Kinos zu sehen. Die Fortsetzung des Komödienerfolgs von 2006 bringt die unbedarfte Journalistin Andy Sachs zurück in die Redaktion des größten Modemagazins der Welt. Fans erinnern sich an Mirandas eisigen Blick und Andys holprigen Einstieg in die Modewelt. Der Film ist eine von mehreren US-Produktionen der 2000er Jahre, die heuer ihr Comeback feiern. Auch die Serie „Malcolm Mittendrin“ und „Scrubs“ kehren 2026 mit neuen Folgen zurück – 20 Jahre nach dem letzten Auftritt von Frankie Muniz als Malcolm und 16 Jahre nach Zach Braffs letztem Einsatz.
Nostalgie als kultureller Zyklus
Die Sehnsucht nach vergangenen Zeiten spiele bei diesen Comebacks eine zentrale Rolle, sagt Maximilian Jablonowski, Kulturwissenschaftler an der Universität Wien. In der populären Betrachtung von Nostalgie gebe es die These eines „20- bis 30-Jahres-Zyklus“. Zwanzig Jahre seien vergangen, seit Anne Hathaway zuletzt als Andy Sachs zu sehen war – ein typischer Zeitraum für nostalgische Wiederbelebungen. Erstmals intensiver diskutiert worden war das Thema Nostalgie in der Popkultur in den 1970er Jahren, erklären Jablonowski und der Historiker Tobias Becker. „Die Erkenntnis war, Fortschritt funktioniert irgendwie nicht“, so Becker zur Debatte jener Zeit. „Deshalb hat man gemeint zu beobachten, dass auf einmal viel mehr zurückgeblickt wird.“
Die Wurzeln der Nostalgie-Debatte
Diskutiert worden war die Sehnsucht nach einer verklärten Vergangenheit unter anderem rund um Werke wie „Grease“ (1971) oder „American Graffiti“ (1973). Diese Filme markierten den Beginn einer intensiveren Auseinandersetzung mit Nostalgie in der Popkultur. Die Forscher verweisen darauf, dass die damalige Debatte bereits die Muster erkennen ließ, die heute bei den Comebacks der 2000er Jahre sichtbar werden. Jablonowski und Becker haben die aktuellen Entwicklungen für ORF.at analysiert. Sie betonen, dass Nostalgie nicht nur ein individuelles Gefühl sei, sondern ein kulturelles Phänomen, das in regelmäßigen Abständen wiederkehre.
Soziale Medien als Verstärker
Freunde, Bekannte und Stars teilten Fotos aus dem Jahre 2016 und blickten so auf das eigene Leben und jenes ihrer Internetcommunity zurück. Diese Praxis zeigt, wie Nostalgie heute durch soziale Medien verstärkt wird. Die persönliche Erinnerung vermischt sich mit kollektiven popkulturellen Referenzen. Die Rückkehr von Figuren wie Andy Sachs oder Malcolm bietet dabei einen gemeinsamen Bezugspunkt für eine Generation, die mit diesen Geschichten aufgewachsen ist. Die Forscher sehen darin ein Bedürfnis nach Stabilität in einer sich schnell verändernden Welt.
Ausblick: Was die Nostalgie-Welle bedeutet
Die aktuellen Comebacks sind mehr als bloße Marketingstrategien. Sie spiegeln ein kulturelles Bedürfnis wider, das bereits in den 1970er Jahren identifiziert wurde. Der 20- bis 30-Jahres-Zyklus legt nahe, dass in den kommenden Jahren weitere Wiederbelebungen aus den 2000ern zu erwarten sind. Ob „Der Teufel trägt Prada 2“ an den Erfolg des Originals anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Fest steht: Die Sehnsucht nach der Vergangenheit ist ein mächtiger Motor der Gegenwartskultur.
Das Wichtigste
- „Der Teufel trägt Prada 2“ startete am Donnerstag in Österreich und ist Teil einer Welle von Comebacks aus den 2000er Jahren.
- Kulturwissenschaftler Maximilian Jablonowski und Historiker Tobias Becker sehen einen 20- bis 30-Jahres-Zyklus der Nostalgie.
- Die Nostalgie-Debatte der 1970er Jahre um Werke wie „Grease“ und „American Graffiti“ liefert den theoretischen Rahmen.
- Soziale Medien verstärken das Phänomen, indem sie persönliche und kollektive Erinnerungen verknüpfen.
- Die Comebacks reagieren auf ein kulturelles Bedürfnis nach Stabilität in Zeiten des Wandels.






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