ESC 2026: Wien empfängt 70. Jubiläum inmitten von Boykotten und Protesten
Der Eurovision Song Contest steht vor seinem 70. Jubiläum in Wien, doch die Teilnahme Israels löst breite Empörung und Rückzüge aus.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Der ESC 2026 findet vom 21. Mai 2026 in der Wiener Stadthalle statt.
- Fünf Länder – Spanien, Niederlande, Irland, Slowenien und Island – ziehen ihre Teilnahme zurück.
- Sarah Engels vertritt Deutschland mit dem Song „Fire“.
- Noam Bettan singt für Israel das Lied „Michelle“.
- Das Finale wird erstmals seit 2012 nur mit 25 Ländern ausgetragen.
- Linda Lampenius & Pete Parkkonen gelten mit „Liekinheitin“ als Favoriten.
- Über 1.100 Künstler unterzeichneten das Manifest „No Music For Genocide“.
Wien im Zentrum des musikalischen Spektakels
Wien bereitet sich auf die 70. Ausgabe des Eurovision Song Contest vor, Europas größtes Musikspektakel, das jährlich über 160 Millionen Zuschauer weltweit fesselt. Die Wiener Stadthalle wird am 21. Mai 2026 zum Schauplatz für den Wettstreit um die Siegestrophäe. Nach dem Sieg des österreichischen Künstlers JJ im Vorjahr kehrt der ESC damit zum dritten Mal in die österreichische Hauptstadt zurück, die die Veranstaltung bereits 2015 ausrichtete. Die Vorfreude auf das Jubiläum wird jedoch von erheblichen Spannungen überschattet. Schon vor dem ersten Halbfinale sorgen Diskussionen über Favoriten, erwartete Bühnenshows und erste Überraschungen für Gesprächsstoff. Ein Liveticker begleitet die Veranstaltung, um die wichtigsten Entwicklungen und Momente des ESC festzuhalten. Das Event verspricht, trotz der Kontroversen, ein Fest der Musik und Kultur zu werden, das die Vielfalt Europas auf einer Bühne vereint. Die Stadt Wien erwartet zahlreiche Besucher und hofft auf ein friedliches und erfolgreiches Austragen des Wettbewerbs.
Breiter Boykott überschattet die Teilnahme Israels
Die Bestätigung der Teilnahme Israels am diesjährigen ESC hat eine Welle der Empörung ausgelöst, die in einem beispiellosen Boykott gipfelt. Fünf Nationen – Spanien, die Niederlande, Irland, Slowenien und Island – haben ihre Teilnahme am Wettbewerb in Wien zurückgezogen. Diese Entscheidung steht im direkten Zusammenhang mit der Kritik am militärischen Vorgehen Israels im Gazakrieg. Spanien, traditionell einer der größten Beitragszahler der Europäischen Rundfunkunion (EBU), hat damit eine deutliche Haltung signalisiert. Der Rückzug dieser Länder markiert den umfassendsten Boykott in der Geschichte des ESC und führt dazu, dass das Finale erstmals seit 2012 nur mit 25 statt der üblichen 26 Nationen ausgetragen wird. Die Proteste beschränken sich nicht nur auf die teilnehmenden Länder. Ein Manifest namens „No Music For Genocide“, unterzeichnet von über 1.100 namhaften Künstlern wie Roger Waters, Peter Gabriel, Massive Attack und Macklemore, fordert ein Ende der musikalischen Unterstützung für Völkermord. Es sind weitere pro-palästinensische Demonstrationen im Umfeld der Veranstaltung zu erwarten.
Noam Bettan und Sarah Engels: Die Stimmen für Israel und Deutschland
Für Israel wird der 27-jährige Noam Bettan an den Start gehen. Er setzte sich in der Castingshow „HaKokhav HaBa 2026“ (Der nächste Stern) durch. Bettan, Sohn französischer Einwanderer, pflegt eine doppelte kulturelle Identität und singt in seinen Liedern häufig auf Französisch und Hebräisch. Sein Beitrag „Michelle“ vereint hebräische, französische und englische Passagen und bewegt sich musikalisch im modernen Urban-Pop mit Flamenco-Elementen. Deutschland wird in Wien von Sarah Engels vertreten. Die Sängerin, die ihre Karriere bei „Deutschland sucht den Superstar“ begann, konnte sich mit ihrem englischsprachigen Pop-Song „Fire“ im deutschen Vorentscheid durchsetzen. Der Song, veröffentlicht im Januar 2026, zeichnet sich durch einen energiegeladenen Sound und eine starke Bühnenperformance aus und thematisiert Selbstbefreiung und Stärke. Engels sieht sich jedoch erheblichem Gegenwind ausgesetzt. In sozialen Netzwerken wird intensiv über ihren Song, ihre Outfits und ihre Performance diskutiert. Trotz dieser Kontroversen wird erwartet, dass diese Debatten ihr tatsächliches ESC-Ergebnis kaum beeinflussen dürften.
Favoriten und Geheimtipps im Wettkampf
Die Wettquoten deuten auf ein enges Rennen um den Sieg hin. Angeführt wird das Feld derzeit vom Duo Linda Lampenius & Pete Parkkonen mit ihrem Song „Liekinheitin“. Mit Siegquoten um die 2,5 gelten sie als klare Favoriten und ihr Lied wird als sehr „ESC-typisch“ und massentauglich eingeschätzt. Buchmacher wie „bet-at-home“ und „bwin“ sehen sie unangefochten auf Platz eins. Ein möglicher Geheimfavorit für dieses Jahr ist Australien. Delta Goodrem präsentiert das Lied „Eclipse“, das in Expertenkreisen als jury-tauglich und emotional gilt. Obwohl der Song in bekannten Rankings nicht an erster Stelle steht, rangiert er bei „bet-at-home“ mit einer Wettquote von 7,75 auf dem vierten Platz. Solche Außenseiter haben in der Vergangenheit oft überrascht. Die Punkteverteilung im vergangenen Jahr zeigte eine klare Spaltung zwischen Jury und Publikum: Die Jury vergab ihre zwölf Punkte an Österreich, während das Publikum Israel favorisierte. Diese Dynamik könnte auch im kommenden Wettbewerb eine Rolle spielen.
Veränderungen und neue Optik für den ESC 2026
Der Eurovision Song Contest 2026 wird sich nicht nur durch die Rückzüge einiger Länder und die anhaltenden Proteste von anderen Nationen unterscheiden. Auch optisch gibt es Neuerungen: Erstmals wird ein neues ESC-Logo zu sehen sein, das bereits im Vorfeld auf Ablehnung bei vielen Fans stößt. Die Verantwortlichen erhoffen sich durch das neue Design eine Modernisierung des Formats. Zudem gibt es Überlegungen zur Attraktivität für etablierte Künstler. Viele bekannte Musiker scheuen das Risiko eines Misserfolgs, da sie wenig zu gewinnen, aber viel zu verlieren haben. Die hohe zeitliche Belastung durch Proben und Promotion sowie die Identifikation mit dem oft polarisierenden ESC-Image sind weitere Gründe, die gegen eine Teilnahme sprechen. Die Austragung des ESC in Wien und die damit verbundenen organisatorischen Anforderungen stellen die Veranstalter vor Herausforderungen. Die Anmeldung von Events und die Beachtung verschiedener Regularien sind Teil des Prozesses, um ein reibungsloses Ablaufen des größten Musikspektakels der Welt zu gewährleisten.
Das Wichtigste
- Der ESC 2026 in Wien ist von einem beispiellosen Boykott durch fünf Länder überschattet, die ihre Teilnahme wegen des Vorgehens Israels im Gazakrieg absagen.
- Deutschland wird von Sarah Engels mit dem Song „Fire“ vertreten, die trotz Online-Kritik an ihrem Auftritt und Song ins Rennen geht.
- Israel schickt Noam Bettan mit dem mehrsprachigen Song „Michelle“ ins Rennen, was zu erheblichen Protesten führt.
- Das Finale wird aufgrund der Rückzüge nur mit 25 Ländern ausgetragen, was eine historische Veränderung darstellt.
- Das Duo Linda Lampenius & Pete Parkkonen gilt laut Wettquoten als Top-Favorit auf den Sieg.
- Ein neues ESC-Logo wird für 2026 eingeführt, das bereits auf geteilte Meinungen stößt.







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