Hitzesommer 2026: Erste Welle bereits im Mai, 81 Prozent Wahrscheinlichkeit für Rekordtemperaturen
Während Südeuropa schon im Frühjahr unter Extremtemperaturen leidet, warnen Wettermodelle für Deutschland vor einer Wiederholung des Dürresommers 2018 – mit neuem Risiko durch Starkregen.

AUSTRIA —
Die Fakten
- Im Vorjahr erreichte Spanien 46 Grad, Meteorologen erwarten 2026 erneut Rekordtemperaturen.
- Der 100-jährige Kalender sagt für 8. bis 18. Mai eine ungewöhnlich frühe Hitzewelle voraus.
- Die US-Wetterbehörde NOAA und das europäische ECMWF beziffern die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Sommer auf 81 Prozent.
- NASA-Berechnungen prognostizieren eine Temperaturabweichung von ein bis zwei Grad gegenüber dem Klimamittel.
- In Bernburg an der Saale wurden 2018 39,5 Grad gemessen, in Frankfurt am Main 18 Hitzetage in Folge.
- Italien, Griechenland und die Türkei haben bereits Notfallpläne ausgearbeitet, um Reisende bei Extremtemperaturen zu schützen.
- Eine Omegalage blockiert Atlantiktiefs und sorgt für ungewöhnliche Trockenheit im Frühjahr 2026.
Frühe Hitzewelle im Mai: 100-jähriger Kalender prognostiziert erste Extremphase
Der Sommer 2026 kündigt sich mit einer ungewöhnlich frühen Hitzewelle an. Laut dem 100-jährigen Kalender, auf den Landwirte und Hobbygärtner seit Jahrhunderten schwören, soll es zwischen dem 8. und 18. Mai zu einer langen Phase trockener und teils intensiver Hitze kommen. Die Temperaturen könnten so hoch steigen, dass das Pflanzenwachstum zeitweise ins Stocken gerät – ein außergewöhnliches Ereignis für diese Jahreszeit. Nach einem kurzen kühleren Rückschlag wird für den 24. bis 31. Mai eine zweite Hitzephase erwartet. Damit verschiebt sich die erste Hitzewelle deutlich vor den meteorologischen Sommerbeginn, ein Trend, der sich in den vergangenen Jahren bereits abzeichnete. Die Prognose deckt sich mit den aktuellen Beobachtungen: Der März 2026 fiel deutschlandweit zu trocken aus, im Osten kamen lokal kaum zehn Liter Regen pro Quadratmeter zusammen. Der April steuert auf einen historischen Negativrekord zu, mit unter sieben Litern pro Quadratmeter in der ersten Monatshälfte.
Omegalage blockiert Regen: Parallelen zum Dürresommer 2018
Verantwortlich für die Trockenheit ist eine sogenannte Omegalage: Ein massives Hochdruckgebiet über Skandinavien blockiert sämtliche Atlantiktiefs und lässt die Sonne unaufhörlich scheinen. Genau dieses Wettermuster prägte auch das Frühjahr 2018 und legte den Grundstein für eine Jahrhundertdürre. Die führenden Wettermodelle – das CFS der US-Wetterbehörde NOAA und das europäische ECMWF – beziffern die Wahrscheinlichkeit für einen deutlich zu warmen Sommer 2026 auf 81 Prozent. NASA-Berechnungen sehen eine Temperaturabweichung von ein bis zwei Grad gegenüber dem Klimamittel. Besonders im Fokus stehen der Westen mit Hessen und Nordrhein-Westfalen sowie der Osten Deutschlands – exakt jene Regionen, die schon 2018 unter Dürre und Ernteausfällen litten. Damals erreichte das Thermometer in Bernburg an der Saale 39,5 Grad, in Frankfurt am Main wurden 18 Hitzetage in Folge gemessen.
Keine Neuauflage von 2018: Wechsel aus Hitze und Starkregen erwartet
Trotz aller Übereinstimmungen erwarten Meteorologen keine exakte Wiederholung des Horrorsommers von 2018. Der Sommer 2026 dürfte deutlich fragmentierter ausfallen – mit einem Wechselspiel aus heißen Hochdruckphasen und teils heftigen Unwetterserien. Verantwortlich dafür sind der spürbar geschwächte Jetstream und die ungewöhnlich warmen Meeresoberflächen rund um Europa. Im Klartext bedeutet das: weniger flächendeckende Dürre als 2018, dafür ein höheres Risiko für Starkregen, Sturzfluten und regionales Hochwasser. Der 100-jährige Kalender kündigt für Anfang Juli nochmals „große Hitze“ an, die jedoch nur kurz anhalten und rasch von Regen und Gewittern abgelöst werden soll. Auch der August startet heiß, kippt aber schnell in wechselhaftes Wetter. Der Hochsommer bleibt kurz und punktuell – extreme Hitze wird von Dauerregen abgelöst.
Südeuropa bereitet sich auf Rekordtemperaturen vor: 50-Grad-Marke in Sicht
Bereits im Frühjahr stöhnt Südeuropa unter extremen Temperaturen. Im Vorjahr brütete Spanien bei 46 Grad, und auch heuer warnen Meteorologen vor einem Rekordsommer in beliebten Urlaubsregionen. Besonders Andalusien und die Inseln Mallorca und Ibiza sind stark betroffen. Die lokalen Behörden rufen Touristen dazu auf, sich auf extreme Bedingungen einzustellen und die direkte Sonne zu meiden. Italien, Griechenland und die Türkei bereiten sich ebenfalls auf historische Rekordwerte vor. In Athen und Rom wurden bereits erste Notfallpläne für die heißen Monate ausgearbeitet, um Reisende bei Extremtemperaturen zu schützen. Manche Experten sprechen sogar davon, dass die 50-Grad-Marke geknackt werden könnte. Reiseexperten raten jetzt schon dringend dazu, Ausflüge in die frühen Morgenstunden zu verlegen und in der Mittagszeit unbedingt im kühlen Schatten zu bleiben. Wer jetzt noch bucht, sollte zwingend auf eine funktionierende Klimaanlage im Hotelzimmer achten.
Thailand und Japan: Extreme Hitze auch außerhalb Europas
Nicht nur Europa leidet unter der Hitze. In Thailand ächzen weite Teile des Landes seit fast drei Wochen unter extremer Hitze mit gefühlten Temperaturen von teilweise mehr als 50 Grad. Japan hat auf die extremen Temperaturen reagiert und eine neue Hitzekategorie eingeführt. Auch für Österreich sieht ein Experte eine ähnliche Entwicklung. Der heurige Sommer werfe seine Schatten voraus – und diese seien glühend heiß. Bereits im Frühjahr stöhne Südeuropa unter extremen Temperaturen. Die Sommer am Mittelmeer verändern sich grundlegend. Wer gesundheitlich empfindlich auf hohe Temperaturen reagiert, muss seine Urlaubspläne für das Jahr 2026 möglicherweise noch einmal gründlich überdenken.
Ausblick: Was auf Urlauber und Landwirte zukommt
Die Prognosen für den Sommer 2026 zeichnen ein gemischtes Bild: einerseits frühe Hitzewellen und hohe Wahrscheinlichkeit für Rekordtemperaturen, andererseits das Risiko von Starkregen und Überschwemmungen. Für Landwirte bedeutet dies eine doppelte Herausforderung – Dürregefahr im Frühjahr und Ernteausfälle durch Unwetter im Sommer. Urlauber in Südeuropa sollten sich auf extreme Bedingungen einstellen. Die lokalen Behörden haben bereits Notfallpläne aktiviert, um Reisende zu schützen. Reiseexperten empfehlen, Aktivitäten in die Morgenstunden zu verlegen und klimatisierte Unterkünfte zu wählen. Die Wettermodelle sind sich einig: Der Sommer 2026 wird kein normaler Sommer. Die Frage ist nicht ob, sondern wann und wie intensiv die Hitze zuschlägt.
Das Wichtigste
- Die erste Hitzewelle 2026 wird bereits für Mai erwartet, mit möglichen Temperaturen, die das Pflanzenwachstum beeinträchtigen.
- Die Wahrscheinlichkeit für einen zu warmen Sommer liegt bei 81 Prozent, basierend auf NOAA- und ECMWF-Modellen.
- Anders als 2018 droht kein flächendeckender Dürresommer, sondern ein Wechsel aus Hitze und Starkregen mit erhöhtem Unwetterrisiko.
- Südeuropa bereitet sich auf mögliche 50 Grad vor; Italien, Griechenland und die Türkei haben Notfallpläne ausgearbeitet.
- Auch außerhalb Europas, etwa in Thailand und Japan, werden extreme Hitzerekorde verzeichnet.
- Urlaubern wird empfohlen, klimatisierte Unterkünfte zu buchen und die Mittagshitze zu meiden.







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