SCR Altach verliert Cupfinale gegen LASK trotz zweimaliger Führung
Der SCR Altach unterliegt im ersten Cupfinale der Vereinsgeschichte dem LASK mit 2:4 nach Verlängerung – Trainer Ognjen Zaric hadert mit verpasster Chance.

AUSTRIA —
Die Fakten
- SCR Altach erreichte erstmals das ÖFB-Cupfinale am 1. Mai 2026 in Klagenfurt.
- Trainer Ognjen Zaric übernahm den Posten im Januar 2026 und führte das Team ins Finale.
- Altach führte zweimal durch Tore von Patrick Greil (5.) und Vesel Demaku (30.).
- LASK glich durch Moses Usor (11.) und Samuel Adeniran (66.) aus.
- In der Verlängerung entschieden George Bello (101.) und erneut Adeniran (103.) das Spiel.
- Suliman-Marlon Mustapha (Altach) sah nach einem Ellbogenschlag die Rote Karte (108.).
- LASK beendete eine 61-jährige Durststrecke ohne Titel seit 1965.
- Altach hat noch Chance auf Europacup über die Liga (8. Platz, 3 Runden vor Schluss).
Historischer Finaleinzug und dramatische Niederlage
Der SCR Altach stand am Freitag, dem 1. Mai 2026, zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte im Finale des ÖFB-Cups. Im Wörthersee Stadion in Klagenfurt traf der Vorarlberger Bundesligist auf den LASK, der seit 1965 auf einen Titel wartete. Vor 22.000 Zuschauern – darunter rund 15.000 Linzer Fans – entwickelte sich ein hochklassiges und mitreißendes Spiel. Altach, das auf dem Weg ins Finale Sturm Graz und Red Bull Salzburg ausgeschaltet hatte, ging zweimal in Führung. Patrick Greil traf bereits in der fünften Minute, nachdem ihm der Ball nach einem weiten Einwurf vor die Füße gefallen war. Der LASK glich durch Moses Usor in der elften Minute aus. Vesel Demaku brachte Altach in der 30. Minute erneut in Front, doch Samuel Adeniran stellte in der 66. Minute den erneuten Ausgleich her.
VAR-Entscheidungen und vergebene Chancen
Der LASK hatte in der ersten Halbzeit zwei Treffer durch den Videobeweis aberkannt bekommen. Zunächst wurde ein Tor von Samuel Adeniran wegen Abseits in der Entstehung zurückgenommen. Später rettete Altach-Torhüter Dejan Stojanovic gegen Adeniran und Sasa Kalajdzic. Trotz der Führungen und der guten Chancen konnte Altach die Linzer nicht entscheidend distanzieren. In der Verlängerung drehte der LASK das Spiel mit einem Doppelschlag: George Bello traf in der 101. Minute, nur zwei Minuten später erhöhte Adeniran auf 4:2. Altach musste die Partie nach einer Roten Karte gegen Suliman-Marlon Mustapha (108. Minute) wegen eines Ellbogenschlags gegen Bello in Unterzahl beenden.
Ognjen Zaric: Vom Jugendtrainer zum Cupfinalisten
Ognjen Zaric übernahm den SCR Altach erst im Januar 2026 und erlebte einen furiosen Start: Die Mannschaft verlor keines der ersten sechs Spiele unter seiner Leitung und zog sensationell ins Cupfinale ein. Der 37-jährige Tiroler begann seine Trainerkarriere 2010 beim FC Kufstein, wo er zunächst Jugendmannschaften betreute. Nach Stationen am Deutschen Fußball-Internat in Bad Aibling, bei der SpVgg Unterhaching (U17) und dem TSV 1860 Rosenheim (Regionalliga) sammelte er Erfahrungen in der Schweiz. Beim FC Basel trainierte er die U18 und wurde später Assistent der Profis. Als Cheftrainer des FC Winterthur führte er das budgetschwächste Team der Schweizer Liga sensationell in die Meistergruppe. Nach dem Abstieg im Herbst 2024 musste er Winterthur verlassen, bevor er in Altach die Nachfolge von Fabio Ingolitsch antrat.
Zarics Spielphilosophie und Teamgeist
Zaric setzt auf „Attacking Football“ mit hohem Pressing und vielen Ballgewinnen – eine Spielidee, die Altach laut eigenen Angaben zur Ligaspitze in diesen Bereichen gemacht hat. Der Trainer betonte, dass ihm die Entwicklung der Mannschaft wichtiger sei als die jüngsten Ergebnisse. „Es ist wichtig, dass wir als Mannschaft einige Schritte gemacht haben, auch in der Spielidee“, sagte Zaric. Der Erfolg im Cup sei nicht nur für den Verein, sondern auch für die Region eine große Sache. „Man merkt es im Umfeld, wie viel das den Leuten bedeutet. Nach so vielen schwierigen Jahren dürfen sie nun dieses Hoch erleben“, so Zaric. Trotz des Finaleinzugs bleibt der Klassenerhalt das primäre Ziel: „Nach der Situation im Vorjahr ist es mal wichtig, den Klassenerhalt zu sichern.“
LASK beendet 61-jährige Durststrecke
Für den LASK war der Cupsieg der erste Titel seit dem Double 1965. Die Linzer hatten bei fünf Finalteilnahmen seitdem stets als Verlierer den Platz verlassen. Trainer Dietmar Kühbauer, der im Vorjahr Wolfsberg zum Cuptitel geführt hatte, setzte auf eine offensive Dreierspitze mit Samuel Adeniran, Sasa Kalajdzic und Moses Usor. Der LASK führt zudem die Admiral Bundesliga an und hat die Chance auf das Double. Die Stimmung unter den 15.000 mitgereisten Linzer Fans war ausgelassen: Sie feierten die erste Titelparty in der Stadt seit der Meisterschaft des VÖEST Linz 1973/74. Der LASK hatte sich mit einem 4:2-Sieg nach Verlängerung gegen einen tapfer kämpfenden SCR Altach durchgesetzt.
Ausblick: Altachs Weg in die Zukunft
Trotz der Niederlage im Finale hat Altach weiterhin eine realistische Chance auf den Europacup über die Liga. Drei Runden vor Schluss belegen die Vorarlberger den achten Rang, der bei einer Cup-Niederlage zumindest einen Platz im österreich-internen Play-off garantieren würde. Zaric bleibt jedoch bodenständig: „Es gibt kein Team, das es bislang aus der Quali-Gruppe in eine Gruppenphase der Conference League geschafft hat – das gehört auch zur Wahrheit dazu.“ Für die kommende Saison strebt Altach eine langfristige Etablierung im Mittelfeld an. „Unser klares Ziel bleibt der Klassenerhalt, gleichzeitig wollen wir den nächsten Schritt als Verein machen und uns langfristig stabil im Mittelfeld etablieren“, sagte Zaric. Die abgeschaffte Punkteteilung könnte dabei helfen. Der Verein kann aus einem Einzugsgebiet von nur 7.200 Einwohnern schöpfen, doch der Zusammenhalt und die Leidenschaft der Fans sind enorm.
Das Wichtigste
- SCR Altach verlor sein erstes Cupfinale trotz zweimaliger Führung mit 2:4 nach Verlängerung gegen den LASK.
- Trainer Ognjen Zaric führte das Team innerhalb von vier Monaten ins Finale, nachdem er im Januar 2026 übernommen hatte.
- Der LASK beendete eine 61-jährige Durststrecke ohne Titel und hat weiterhin Chancen auf das Double.
- Altach hat über die Liga noch eine realistische Chance auf den Europacup (8. Platz, drei Runden vor Schluss).
- Zaric setzt auf offensiven Fußball mit hohem Pressing und will den Verein langfristig im Mittelfeld etablieren.
- Der Verein aus dem Rheindorf mit nur 7.200 Einwohnern zeigte eine bemerkenswerte Leistung und begeisterte die Fans.







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