Bernadette Chirac: Vom Schatten ins Rampenlicht – Ein Film porträtiert die unkonventionelle Première Dame
Léa Domenachs satirischer Biopic „Bernadette“ mit Catherine Deneuve zeigt die Metamorphose der Präsidentengattin zur schillernden Figur – und wirft die Frage auf, wie viel Wahrheit in der Fiktion steckt.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- Der Film „Bernadette“ von Léa Domenach wird am 3. Mai 2026 um 21:10 Uhr auf France 2 ausgestrahlt.
- Catherine Deneuve spielt die Titelrolle der Bernadette Chirac, die von 1995 bis 2007 Première Dame Frankreichs war.
- Michel Vuillermoz verkörpert Jacques Chirac, der von 1995 bis 2002 Präsident war und im September 2019 starb.
- Der Film wurde hauptsächlich in der Marne gedreht, darunter in Épernay, Reims und Châlons-en-Champagne.
- Die Familie Chirac wurde nicht um Erlaubnis gefragt; Claude Chirac, die Tochter, äußerte im Juni 2022 ihren Unmut darüber.
- Bernadette Chirac wird am 18. Mai 93 Jahre alt; sie und ihre Tochter Claude (63) sind die letzten Überlebenden des Chirac-Clans.
- Eine Schlüsselszene zeigt Bernadette bei einer Party bei Régine mit der Band 2Be3 – ob dies wirklich geschah, bleibt ungeklärt.
Eine unerwartete Filmheldin
Catherine Deneuve, die Grande Dame des französischen Kinos, schlüpft in die Rolle einer Frau, die lange im Schatten ihres Mannes stand: Bernadette Chirac. Der Film „Bernadette“, eine satirische Komödie von Léa Domenach, wird am Sonntag, dem 3. Mai 2026, um 21:10 Uhr auf France 2 ausgestrahlt. Er zeichnet ein unkonventionelles Porträt der Première Dame der Jahre 1995 bis 2007 – fernab jeder Hagiografie. Domenach, die zuvor als Journalistin arbeitete und die Serie „Jeune & Golri“ schuf, wählte einen ironischen, respektlosen Ton. Sie stützt sich auf umfangreiche Recherchen und Archivmaterial, das zum Teil nachgestellt wurde. Das Ergebnis ist ein filmisches Spiegelkabinett, das die Ära Chirac aus ungewohnter Perspektive zeigt.
Vom Schmollwinkel zur Partygängerin
Der Film erzählt die Metamorphose von Bernadette Chirac, die sich im Laufe der Jahre von einer zurückhaltenden Ehefrau zu einer schillernden Figur des öffentlichen Lebens wandelte. „Bernadette hatte wirklich eine Promi-Ader. Sie war eine Nachteule, liebte es auszugehen und bis spät in die Nacht Dinner zu geben“, erklärte Domenach in einem Interview. Sie frequentierte die High Society der 1990er Jahre – eine Seite, die viele nicht kannten. Eine besonders amüsante Sequenz zeigt Bernadette auf einer Party bei Régine, dem legendären Nachtclub, in Begleitung der Boyband 2Be3. Ob dies tatsächlich geschah, bleibt offen. „Wir fanden es lustig, sie sich mit Filip von 2Be3 tanzend vorzustellen. Das werden wir nie erfahren“, so Domenach. Die Szene sei jedoch von realen Begebenheiten inspiriert – Bernadettes ausgeprägter Geselligkeit.
Ein Staraufgebot und ein umstrittener Dreh
Neben Deneuve versammelt der Film ein hochkarätiges Ensemble: Michel Vuillermoz spielt Jacques Chirac, der von 1995 bis 2002 Präsident war und im September 2019 starb. Sara Giraudeau verkörpert die Tochter Claude, die im Film als unerbittlich dargestellt wird. Denis Podalydès spielt einen Berater von Bernadette, Laurent Stocker tritt als Nicolas Sarkozy auf, und François Vincentelli als Dominique de Villepin. Sogar der Komiker Artus ist als Judoka David Douillet zu sehen. Die Dreharbeiten fanden hauptsächlich in der Champagne statt: in Épernay, Reims und Châlons-en-Champagne. Die Salons des Rathauses von Épernay dienten als Kulisse für den Élysée-Palast. Die Familie Chirac wurde nicht konsultiert; Claude Chirac äußerte im Juni 2022 öffentlich ihren Unmut darüber, dass weder sie noch ihre Mutter um Erlaubnis gebeten wurden. Da es sich um eine Fiktion handelt, war dies rechtlich nicht erforderlich.
Jacques Chirac: Der unantastbare Präsident
Der Film spielt vor dem Hintergrund der politischen Karriere Jacques Chiracs, der als „Lieblingspräsident der Franzosen“ galt. Sein Erdrutschsieg gegen Jean-Marie Le Pen bei der Wiederwahl 2002 stellte einen Rekord auf. Chirac blieb trotz Verurteilungen im Zusammenhang mit den Ausgaben der Pariser Stadtverwaltung unbehelligt – eine Art organisierte Nachsicht. Er war eine schillernde Figur, bekannt für seinen Humor („1664, das Bier“, „der Mulot“) und seine historische Geste der Anerkennung der französischen Mitschuld an der Shoah. Sein klares „Nein“ zum Irakkrieg 2003 prägte sein Image. Die satirische Darstellung im Film zeigt auch die Schattenseiten: Chirac als Drahtzieher im Hintergrund, der stets einen Schritt voraus war, aber auch mit wechselndem Erfolg agierte. Die Beziehung zu Bernadette wird als eine von Macht und gegenseitiger Abhängigkeit gezeichnet.
Faktencheck: Was ist wahr, was erfunden?
Der Film ist als „Komödie, inspiriert von wahren Begebenheiten“ gekennzeichnet. Die Frage nach der Authentizität ist Teil des Vergnügens. Bernadette Chirac, die am 18. Mai 93 Jahre alt wird, und ihre Tochter Claude (63) sind die letzten Überlebenden des Chirac-Clans. Die Familie hat den Film nicht autorisiert. Domenach, Tochter des politischen Journalisten Nicolas Domenach, kannte die rebellische Seite Bernadettes zunächst nicht. Sie ließ sich von einem Dokumentarfilm inspirieren. Die Besetzung von Deneuve war ein „Wunschtraum“, wie die Regisseurin zugab. „Sie hat beim Lesen des Drehbuchs gelacht und die Rolle angenommen – obwohl sie historische Rollen normalerweise ablehnt.“ Der Film ist eine „Rache einer Blonden“, wie es in einer Kritik hieß – eine Anspielung auf Bernadettes Imagewandel.
Ein Film, der polarisiert – und unterhält
Die Kritiken sind gemischt: Während einige den Film als gelungene Satire loben, die der Figur dennoch Respekt zollt, sehen andere eine verzerrte Darstellung. Die Komödie sei gut, besonders für ein Debüt, urteilte ein Rezensent. Der Film biete eine „savoureuse comédie“ (köstliche Komödie), in der Deneuve ihr Bestes gebe. Die Drastik der Karikaturen – Vuillermoz als hässlicher, überzeichneter Chirac – mag manchen übertrieben erscheinen. Dennoch: Der Film wirft ein neues Licht auf eine Frau, die lange unterschätzt wurde. Bernadette Chirac, die ihren Mann „die Schildkröte“ nannte, hat sich ihren Platz in der Geschichte erkämpft. Ob die Party mit 2Be3 wirklich stattfand, bleibt ein Geheimnis – aber die Frage allein zeigt, wie sehr die öffentliche Figur Bernadette die Fantasie beflügelt.
Das Wichtigste
- Der Film „Bernadette“ porträtiert die ehemalige Première Dame als unkonventionelle, feierlustige Figur – ein Kontrast zu ihrem öffentlichen Image.
- Catherine Deneuve spielt die Hauptrolle; Michel Vuillermoz verkörpert Jacques Chirac, der 2019 starb.
- Die Regisseurin Léa Domenach stützt sich auf Archivmaterial, aber viele Szenen sind fiktiv – die Familie Chirac wurde nicht konsultiert.
- Der Film wird am 3. Mai 2026 auf France 2 ausgestrahlt; er wurde in der Champagne gedreht.
- Die Frage nach der Wahrheit hinter der Party mit 2Be3 bleibt unbeantwortet – ein Beispiel für die Vermischung von Fakt und Fiktion.
- Bernadette Chirac, die am 18. Mai 93 wird, und ihre Tochter Claude haben den Film nicht autorisiert.







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