Meryl Streep kehrt zurück: Miranda Priestly im Zeitalter der Achtsamkeit
Zwanzig Jahre nach dem Original kämpft die ehemalige Teufels-Chefin mit HR-Beschwerden, McKinsey-Beratern und einem Shitstorm um Fast Fashion.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- Der Film startet am 30. April 2026 in der Schweiz.
- Meryl Streep, Anne Hathaway, Emily Blunt und Stanley Tucci sind wieder dabei.
- Neue Darsteller: Lucy Liu, Kenneth Branagh und Justin Theroux.
- Miranda Priestly muss ihre Jacke nun selbst aufhängen, nachdem Assistentinnen sich bei HR beschwert haben.
- Das Magazin ‚Runway‘ wird von einem Yuppie-Verlag übernommen, der Daunenwesten für modisch hält.
- McKinsey-Berater kürzen das Budget: keine Privatlimousinen mehr, nur Uber; Flüge in der Touristenklasse; Business-Lunches in der Betriebskantine.
- Eine Partnerschaft mit einem Modelabel löst einen Shitstorm aus, weil es sich um Fast Fashion aus Sweatshops handelt.
- Andy Sachs ist nun eine renommierte Journalistin und soll das Image von ‚Runway‘ aufpolieren.
Die Rückkehr der Unausstehlichen
Meryl Streep ist zurück als Miranda Priestly, die knallharte Chefin des Modemagazins ‚Runway‘. Im ersten Teil von ‚The Devil Wears Prada‘ flötete sie nach dem Herunterputzen ihrer Assistentin stets: ‚Das wäre dann alles.‘ Zwanzig Jahre später hat sich die Welt verändert – und mit ihr die Arbeitsbedingungen. Priestly hält zwar noch die Zügel in der Hand, aber ihre Macht ist beschnitten. Wenn sie heute Mantel und Tasche auf den Tisch knallt, beschweren sich die Assistentinnen bei der Personalabteilung. Der Bürodrache wird dazu verdonnert, seine Jacke selbst an den Kleiderbügel zu hängen. Die Fortsetzung zeichnet ein ernüchterndes Bild des Journalismus: Zeitschriften sind von schwerreichen Besitzern abhängig. Ein Yuppie hat den Verlag übernommen, der Daunenwesten für den letzten modischen Schrei hält. Nun kürzt ein Heer von McKinsey-Beratern das Budget: Statt privater Limousinen gibt es nur noch Uber-Fahrten, nach Mailand fliegt man in der Touristenklasse, und die Business-Lunches muss die Chefin in der Betriebskantine abhalten.
Andy Sachs’ zweite Chance
Andy Sachs, wieder gespielt von Anne Hathaway, ist zurück bei ‚Runway‘. Aus der einstigen Assistentin, die Miranda Priestly nicht einmal beim Namen kannte – sie war nur ‚eine von den Emilys‘ –, ist eine renommierte Journalistin geworden. Ihre Aufgabe: das ramponierte Image der Zeitschrift aufzupolieren. Eine Partnerschaft mit einem Modelabel hat einen Shitstorm ausgelöst, weil man zu spät merkte, dass es sich um Fast Fashion aus Sweatshops handelt. Die Figur hat sich ebenso gewandelt wie die Branche. Der Modejournalismus hat an Glanz verloren, das Anzeigengeschäft schwindet. Die Zeitschrift muss sich an einen möglichst wenig schlimmen Milliardär hängen, um zu überleben.
Ein Teufel wird zum Sympathieträger
Trotz aller Veränderungen lebt der Film von Meryl Streeps Darstellung der unbarmherzigen Vorgesetzten. Doch der Teufel ist kein Teufel mehr: Miranda Priestly avanciert zur Sympathieträgerin. Man hat fast alle Figuren inzwischen liebgewonnen. Die Fortsetzung schafft es, den bekannten Figuren neue Aspekte abzugewinnen. Miranda wächst einem richtig ans Herz, ohne dass sie ihren feurigen Esprit verliert. Ein rücksichtsloser Machtmensch wie sie steht in Zeiten von Achtsamkeitsseminaren für Führungskräfte quer in der Landschaft – und genau das bietet Stoff für zeitgeistigen Humor. Neben Streep und Hathaway sind auch Emily Blunt und Stanley Tucci wieder dabei. Hochkarätige Neuzugänge wie Lucy Liu, Kenneth Branagh und Justin Theroux sowie Gastauftritte von Stardesignern, Supermodels, Popstars und YouTube-Sternchen ergänzen das Ensemble.
Eine gelungene Komödie mit Tiefgang
‚The Devil Wears Prada 2‘ ist eine gelungene Komödie, die zu unterhalten weiss. Der Film zeichnet ein ernüchterndes Bild des Journalismus, ohne dabei den Humor zu verlieren. Die Welt hat sich in zwanzig Jahren so stark verändert, dass die Fortsetzung massig Stoff für zeitgeistigen Humor bietet. Die Handlung greift aktuelle Themen auf: Fast Fashion, Sweatshops, die Abhängigkeit von Milliardären und die Macht der Personalabteilungen. Miranda Priestly muss sich nicht nur mit HR-Beschwerden auseinandersetzen, sondern auch mit Budgetkürzungen und einem Shitstorm. Der Film zeigt, wie sich die Branche gewandelt hat – und wie sich die Figuren anpassen müssen. Andy Sachs ist nicht mehr die naive Assistentin, sondern eine erfahrene Journalistin, die das Blatt wenden soll.
Ein Blick in die Zukunft des Modejournalismus
Die Fortsetzung lässt offen, ob ‚Runway‘ gerettet werden kann. Die Partnerschaft mit dem Fast-Fashion-Label hat das Image beschädigt, und die Budgetkürzungen durch McKinsey setzen das Magazin unter Druck. Doch der Film endet mit einer hoffnungsvollen Note: Miranda Priestly mag ihre Macht verloren haben, aber sie hat gelernt, sich anzupassen. Vielleicht ist sie nicht mehr der Teufel, aber sie ist immer noch eine Kämpferin. ‚The Devil Wears Prada 2‘ ist mehr als eine Fortsetzung – es ist eine Reflexion über die Veränderungen in der Mode- und Medienwelt. Und es beweist, dass selbst ein Teufel mit der Zeit gehen kann.
Das Wichtigste
- Meryl Streep kehrt als Miranda Priestly zurück, die nun mit HR-Beschwerden und Budgetkürzungen zu kämpfen hat.
- Anne Hathaway spielt Andy Sachs, die als erfahrene Journalistin das Image von ‚Runway‘ retten soll.
- Der Film thematisiert Fast Fashion, Sweatshops und die Abhängigkeit von Milliardären.
- McKinsey-Berater kürzen das Budget: keine Privatlimousinen, Touristenklasse, Betriebskantine.
- Die Fortsetzung ist eine gelungene Komödie, die den Figuren neue Aspekte abgewinnt und Miranda zum Sympathieträger macht.
- Der Film startet am 30. April 2026 in der Schweiz.


Tankstelle, erklärt
Experten fordern: Schaltet Solaranlagen an Feiertagen ab – Negativpreis erreicht Rekordtief

Buckelwal „Timmy“ in der Nordsee freigelassen – spektakuläre Rettungsaktion geglückt
