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Easyjet rechnet mit höherem Verlust – Aktie bricht ein

Die britische Billigfluggesellschaft kämpft mit steigenden Kosten und einem schwierigen Marktumfeld, während die Aktie um sechs Prozent fällt.

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Easyjet rechnet mit höherem Verlust – Aktie bricht ein
Die britische Billigfluggesellschaft kämpft mit steigenden Kosten und einem schwierigen Marktumfeld, während die Aktie uCredit · Travel And Tour World

Die Fakten

  • Easyjet rechnet mit einem höheren Verlust als bisher erwartet.
  • Die Aktie des Unternehmens brach um rund sechs Prozent ein.
  • Der Dax schloss nach der Hormus-Öffnung deutlich im Plus, während Easyjet-Aktien verloren.
  • Die deutsche Regierung plant, die Ticketsteuer auf das Niveau von 2024 zu senken.
  • Ryanair schließt seine Basis am BER im Oktober und reduziert das Flugangebot drastisch.
  • Lufthansa investiert 70 Millionen Euro in den Service auf Langstreckenflügen.
  • Verbraucherschützer erzielten einen ersten Teilerfolg vor Gericht gegen einen Billigflieger.

Easyjet rutscht tiefer in die roten Zahlen

Die britische Fluggesellschaft Easyjet hat ihre Verlustprognose nach oben korrigiert und erwartet nun ein deutlich höheres Minus als bislang angenommen. Die Ankündigung ließ den Aktienkurs des Unternehmens um rund sechs Prozent einbrechen, während der deutsche Leitindex Dax nach der Öffnung der Hormus-Straße deutlich zulegte. Der Schritt markiert eine weitere Eskalation der finanziellen Schwierigkeiten, mit denen der Billigflieger seit Monaten kämpft. Steigende Betriebskosten, ein intensiver Wettbewerb und regulatorische Unsicherheiten setzen das Geschäftsmodell unter Druck.

Hohe Kosten und schrumpfende Margen

Analysten führen die Verschlechterung vor allem auf höhere Treibstoffpreise und gestiegene Personalkosten zurück. Zudem belasten die anhaltenden Streiks an deutschen Flughäfen, die immer wieder zu Flugausfällen und Verspätungen führen, die Bilanz. Die Lufthansa hatte erst kürzlich angekündigt, 70 Millionen Euro in ihren Langstreckenservice zu investieren, während sie gleichzeitig den kostenlosen Handgepäckkoffer strich. Dies zeigt den Spagat, vor dem viele Airlines stehen: Sie müssen einerseits Kosten senken, andererseits die Servicequalität halten, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

Staatliche Eingriffe und Marktverwerfungen

Die deutsche Regierung plant, die Ticketsteuer auf das Niveau von 2024 zu senken, was den Airlines etwas Entlastung bringen könnte. Allerdings zweifeln Experten daran, dass diese Senkung tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt – die Ticketpreise blieben bislang stabil. Gleichzeitig kündigte Ryanair an, seine Basis am Berliner Flughafen BER bereits im Oktober zu schließen und das Flugangebot drastisch zu reduzieren. Als Grund nannte das Unternehmen eine jüngste Ankündigung des Flughafenbetreibers, die die Rahmenbedingungen verschlechtert habe.

Verbraucherschutz und rechtliche Auseinandersetzungen

Verbraucherschützer haben einen Billigflieger verklagt und dabei einen ersten Teilerfolg vor Gericht erzielt. Das Urteil könnte Signalwirkung haben und weitere Klagen gegen die Branche nach sich ziehen. Der Ryanair-Chef sorgte derweil mit einem ungewöhnlichen Angebot für Schlagzeilen: Er machte Elon Musk und dessen Fans ein sogenanntes „Idioten-Angebot“, dessen genaue Details jedoch nicht bekannt gegeben wurden.

Widerstandsfähigkeit der Branche auf dem Prüfstand

Trotz der negativen Schlagzeilen zeigen sich einige Airlines optimistisch. Ryanair hob seine Passagierziele an, da Boeing schneller als erwartet ausliefert. Auch Easyjet selbst betont, dass die Nachfrage nach Flugreisen grundsätzlich robust sei. Doch die strukturellen Probleme bleiben: Der Luftverkehrsmarkt in Deutschland befindet sich nach Einschätzung von Branchenkennern in einer Krise. Ryanair hatte bereits zuvor sein Flugangebot für Deutschland gekappt und begründete dies mit den hohen Standortkosten.

Ausblick: Wohin steuert Easyjet?

Die kommenden Monate werden zeigen, ob Easyjet seine Kostenstruktur nachhaltig verbessern kann. Die geplante Senkung der Ticketsteuer könnte kurzfristig helfen, doch die grundlegenden Herausforderungen bleiben bestehen. Experten erwarten, dass die Preise für Flugtickets ab Juni weiter steigen werden. Ein Freitag im Mai gilt als der günstigste Reisetag des Jahres – ein Indiz dafür, dass Airlines zunehmend dynamische Preismodelle nutzen, um ihre Auslastung zu optimieren. Für Easyjet wird es entscheidend sein, ob es gelingt, die Verluste zu begrenzen und das Vertrauen der Anleger zurückzugewinnen.

Das Wichtigste

  • Easyjet erwartet einen höheren Verlust, was zu einem Kurssturz der Aktie um sechs Prozent führte.
  • Steigende Treibstoff- und Personalkosten sowie Streiks belasten die Bilanz der Billigfluggesellschaft.
  • Die deutsche Regierung plant eine Senkung der Ticketsteuer, die jedoch nicht zwangsläufig zu niedrigeren Preisen für Verbraucher führt.
  • Ryanair schließt seine Basis am BER und reduziert das Angebot, was die Krise im deutschen Luftverkehrsmarkt verschärft.
  • Verbraucherschützer erzielten einen Teilerfolg vor Gericht gegen einen Billigflieger, was auf eine zunehmende rechtliche Prüfung der Branche hindeutet.
  • Die Preise für Flugtickets werden voraussichtlich ab Juni steigen, während Airlines dynamische Preismodelle einführen.
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