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FC Basel Frauen erreichen Halbfinal trotz Einspruch wegen nicht gemeldeter Spielerin

Ein 1:1 nach Verlängerung und ein Penaltyschiessen bescheren dem FCB den Halbfinal-Einzug, doch St. Gallen protestiert wegen einer nicht auf dem Matchblatt vermerkten Einwechslung.

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FC Basel Frauen erreichen Halbfinal trotz Einspruch wegen nicht gemeldeter Spielerin
Ein 1:1 nach Verlängerung und ein Penaltyschiessen bescheren dem FCB den Halbfinal-Einzug, doch St. Gallen protestiert wCredit · SRF

Die Fakten

  • FC Basel besiegte St. Gallen im Penaltyschiessen nach 1:1 in der Verlängerung.
  • Sabina Jackson erzielte in der 71. Minute das 1:0 für Basel.
  • Sina Cavelti glich für St. Gallen in der 95. Minute aus.
  • Krystyna Flis traf in der 104. Minute zur erneuten Basler Führung.
  • St. Gallen legte Protest ein, weil Lena Bubendorf nicht auf dem Matchblatt stand.
  • FCB-Sportchef Fabian Sangines erklärte, Bubendorf sei nachträglich eingetragen worden.
  • Der Schweizerische Fussballverband prüft den Fall; FCB muss bis Montag 12:00 Uhr Stellung nehmen.
  • Servette Chênois und FC Zürich qualifizierten sich ebenfalls für den Halbfinal.

Dramatischer Sieg im Penaltyschiessen

Der FC Basel Frauen hat sich mit einem Kraftakt für den Halbfinal der Women's Super League qualifiziert. Im Rückspiel gegen St. Gallen setzte sich das Team nach einem 1:1 in der Verlängerung im Penaltyschiessen durch. 71 Minuten lang rannte Basel an, ehe Sabina Jackson mit einem Weitschuss das erlösende 1:0 gelang. Doch der Sieg steht unter Vorbehalt: St. Gallen legte Protest ein, weil in der Schlussphase der Verlängerung mit Lena Bubendorf eine Spielerin eingewechselt wurde, die nicht auf dem offiziellen Matchblatt stand. Der FCB-Sportchef Fabian Sangines erklärte, man habe Bubendorf vor dem Spiel nachträglich eingetragen, was bis 60 Minuten vor Anpfiff erlaubt sei. Allerdings müsse diese Änderung den Schiedsrichtern und dem Gegner mitgeteilt werden – was offenbar unterblieb.

Verlängerung mit Fehlern und Toren

Nach dem 1:1 im Gesamtscore musste die Verlängerung über das Weiterkommen entscheiden. Dort unterlief Basels Torhüterin Nanna Leivonen ein haarsträubender Fehler, den St. Gallens Sina Cavelti in der 95. Minute zum Ausgleich nutzte. Basel schlug zurück: Krystyna Flis traf in der 104. Minute zur erneuten Führung. Da keine weiteren Tore fielen, ging es ins Penaltyschiessen. Im Penaltyschiessen trafen sämtliche Basler Schützinnen, während bei St. Gallen zwei Spielerinnen scheiterten. Damit sicherte sich Basel den Halbfinal-Einzug – vorerst.

Protest wegen nicht gemeldeter Spielerin

St. Gallen legte umgehend Protest ein, da Lena Bubendorf nicht auf dem Matchblatt gestanden hatte. FCB-Sportchef Fabian Sangines wähnt sich jedoch in Sicherheit: Er betonte, die Spielerin sei nachträglich eingetragen worden, was regelkonform sei. Allerdings muss die Änderung den Schiedsrichtern und dem Gegner mitgeteilt werden, was offenbar nicht geschah. Der Schweizerische Fussballverband (SFV) erklärte am Samstag, den Fall zu prüfen. Der FCB wurde aufgefordert, bis Montag um 12:00 Uhr eine Stellungnahme abzugeben. Sollte der Protest Erfolg haben, droht Basel eine Niederlage am grünen Tisch.

Servette und Zürich souverän im Halbfinal

Während Basel zittern muss, zogen Servette Chênois und der FC Zürich souverän in den Halbfinal ein. Servette, das bereits das Hinspiel in Aarau mit 2:1 gewonnen hatte, fertigte die Gäste vor eigenem Publikum mit 4:0 ab. Zur Pause stand es bereits 3:0. Überragende Spielerin war Magdalena Izabela Sobal, die zwischen der 32. und 47. Minute einen Hattrick erzielte. Der FC Zürich qualifizierte sich zum fünften Mal in Folge für die Playoff-Halbfinals. Im Derby-Rückspiel gegen GC reichte dem Rekordmeister ein torloses Unentschieden, nachdem das Hinspiel 2:0 endete. GC war zwar überlegen, doch ein Tor gelang nicht – der grösste Aufreger war ein Lattenschuss von Dalila Ippolito in der 24. Minute.

Letzter Halbfinal-Platz noch offen

Ein Platz in den Halbfinals ist noch nicht vergeben. Am Samstag spielen Titelverteidiger YB und Rapperswil-Jona um das letzte Ticket. Das Hinspiel entschied YB mit 1:0 für sich. Sollte Basel der Sieg aberkannt werden, könnte sich die Ausgangslage für die verbleibenden Teams noch ändern.

Ausblick: Entscheidung am grünen Tisch

Der Fall Bubendorf wird nun vom SFV geprüft. Bis Montagmittag muss der FCB seine Sicht darlegen. Sollte der Protest durchdringen, wäre Basel ausgeschlossen und St. Gallen im Halbfinal. Die nächsten Tage werden zeigen, ob der dramatische Sieg auf dem Platz Bestand hat oder ob ein juristisches Nachspiel die Playoffs durcheinanderwirbelt.

Das Wichtigste

  • FC Basel gewann im Penaltyschiessen gegen St. Gallen, aber der Sieg ist wegen eines Protests gefährdet.
  • Lena Bubendorf wurde eingewechselt, obwohl sie nicht auf dem Matchblatt stand; der SFV prüft den Fall.
  • Servette Chênois und FC Zürich stehen bereits im Halbfinal, YB und Rapperswil-Jona spielen am Samstag um den letzten Platz.
  • Magdalena Izabela Sobal erzielte einen Hattrick für Servette Chênois.
  • Der FC Zürich qualifizierte sich zum fünften Mal in Folge für den Halbfinal.
  • Die Entscheidung über den Protest könnte die gesamte Playoff-Konstellation verändern.
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