Sport

Antonelli triumphiert in Miami: Dritter GP-Sieg in Serie für Mercedes

Der 18-jährige Italiener baut seine WM-Führung auf 20 Punkte aus, während Ferrari nach einer umstrittenen Strategie und einer nachträglichen Strafe für Leclerc nur noch die dritte Kraft im Feld ist.

5 min
Antonelli triumphiert in Miami: Dritter GP-Sieg in Serie für Mercedes
Der 18-jährige Italiener baut seine WM-Führung auf 20 Punkte aus, während Ferrari nach einer umstrittenen Strategie und Credit · Blick

Die Fakten

  • Kimi Antonelli gewinnt den GP von Miami vor Lando Norris und Oscar Piastri.
  • Antonelli führt die Fahrerwertung mit 100 Punkten an, 20 vor Teamkollege George Russell.
  • Charles Leclerc erhält eine 20-Sekunden-Strafe, nachdem er in der letzten Runde Schikanen abkürzt.
  • Max Verstappen wird Fünfter und erhält eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen Überfahrens der Boxenausgangslinie.
  • Nico Hülkenberg (Audi) muss wegen eines technischen Problems aufgeben.
  • Der Rennstart wurde wegen drohender Gewitter von 22 Uhr auf 19 Uhr deutscher Zeit vorverlegt.
  • Mercedes gewinnt den vierten GP in Folge, McLaren holt zwei Autos aufs Podest.

Ein Rennen voller Wendungen

Der Große Preis von Miami bot von der ersten bis zur letzten Runde Dramatik. Fünf verschiedene Piloten führten das Feld zwischenzeitlich an, darunter Charles Leclerc, Lando Norris, Oscar Piastri, Max Verstappen und der spätere Sieger Kimi Antonelli. Nach zwei Dritteln der 57 Runden war klar, dass die Entscheidung im Duell zwischen dem WM-Leader und dem Sprint-Sieger Norris fallen würde. Am Ende setzte sich Antonelli einigermaßen ungefährdet durch und feierte seinen dritten GP-Sieg der Saison. Der angekündigte heftige Regen, der zur Vorverlegung des Starts geführt hatte, blieb während des Rennens aus. Die Sicherheitsmaßnahmen der Veranstalter, die auf die strengen örtlichen Gesetze bei Gewittern reagierten, erwiesen sich als unnötig, aber vorausschauend. Die Entscheidung, den Start um drei Stunden vorzuverlegen, schuf ein größeres Zeitfenster für die Durchführung des Grand Prix unter bestmöglichen Bedingungen.

Antonelli baut WM-Führung aus

Mit seinem dritten Saisonsieg baute Kimi Antonelli seine Führung in der Fahrerwertung auf 20 Punkte vor Teamkollege George Russell aus. Der 18-jährige Italiener zeigte sich nach dem Rennen erleichtert: „Mein Start war nicht so schlecht wie beim Sprint und vorher. Wir hatten ein großartiges Energie-Management. Nach drei Siegen in Serie muss ich vor allem dem Team und der Familie danken.“ Russell, der als Zweiter ins Ziel kam, liegt nun mit 80 Punkten auf Rang zwei, gefolgt von Charles Leclerc (59), Lando Norris (51) und Lewis Hamilton (51). Die Dominanz von Mercedes scheint jedoch nicht unantastbar: Trotz des vierten Sieges im vierten GP war die Konkurrenz nach der kriegsbedingten Pause näher dran als zuvor.

Ferrari patzt mit Strategie und kassiert Strafe

Charles Leclerc erlebte ein Rennen zum Vergessen. In Runde 24 funkte der Monegasse wütend an die Ferrari-Box: „Wenn ihr das nächste Mal eine Entscheidung trefft, sprecht bitte auch mit mir. Ich bin auch noch da.“ Die Italiener hatten ihn offenbar früher als geplant hereingeholt, als er sich im Kampf um die Führung befand. Danach hatte Leclerc nichts mehr mit der Spitze zu tun. Auf der Schlussrunde verlor er gar Platz drei an Piastri und drehte sich, sodass er nur Sechster wurde. Stunden nach Rennende folgte die nächste Hiobsbotschaft: Die Stewards belegten Leclerc mit einer 20-Sekunden-Strafe, weil er nach dem Dreher mehrere Schikanen abgekürzt hatte. In der Begründung hieß es, das Auto habe nach dem Einschlag in die Mauer in Kurve 3 die Rechtskurven nicht richtig bewältigen können, weshalb der Fahrer gezwungen war, die Schikanen abzukürzen. Die Kommissare sahen darin einen dauerhaften Vorteil durch das Verlassen der Strecke und wandelten eine Durchfahrtsstrafe in eine Zeitstrafe um. Leclerc fiel dadurch auf Rang acht zurück. Ferrari ist hinter Mercedes und McLaren nur noch die dritte Kraft im Feld.

Verstappen kämpft sich zurück, aber ohne Podestchance

Max Verstappen war der auffälligste Fahrer in Miami – allerdings nicht wegen eines Sieges. Der Red-Bull-Pilot rutschte beim Start weg und fiel ans Ende des Feldes, kämpfte sich dann aber beeindruckend durch das Feld und wurde Fünfter. Für einen Podestplatz reichte die Pace des Red Bull nicht. Eine nachträgliche Fünf-Sekunden-Strafe wegen Überfahrens der Linie am Boxenausgang änderte nichts an seiner Position. Verstappen zeigte einmal mehr seine Klasse, doch das Auto ließ ihn im Kampf um die Spitze im Stich. Die Dominanz der vergangenen Jahre scheint vorerst gebrochen.

Audi mit Pechsträhne – Hülkenberg gibt auf

Für Audi setzte sich die Pleitenserie aus Miami fort. Nico Hülkenberg, der von Startplatz zehn ins Rennen ging, kollidierte in der ersten Runde mit dem Williams von Carlos Sainz und musste früh an die Box, um einen neuen Frontflügel abzuholen. Wenig später gab er das Rennen wegen eines technischen Problems auf. „So haben wir uns den Abschluss der Woche natürlich nicht vorgestellt. Ich musste wegen eines technischen Problems aufgeben. Das ist frustrierend“, sagte der Deutsche. Teamkollege Gabriel Bortoleto fehlte schlicht der Speed, um in Schlagdistanz zu den Punkten zu kommen. „Vom Gefühl her hatte ich die Pace, um um die Punkte zu kämpfen. Aber wenn du ganz hinten losfährst, ist es schwierig. Ich hatte einige gute Manöver, aber es hat nicht gereicht. Es ist ein solides Resultat. Ich bin stolz auf unser Team“, so der Brasilianer. Da Williams drei Zähler holte, verlor Audi in der Konstrukteurswertung einen Platz. Nur Cadillac und Aston Martin sind noch punktlos.

McLaren zurück in der Weltmeisterschaft

Lando Norris zeigte sich nach dem Rennen mit gemischten Gefühlen: „Ich habe gemischte Gefühle. Aber Kimi hat einen Superjob gemacht. Ich glaube, wir sind mit zwei Autos auf dem Podest zurück in der Weltmeisterschaft. Bei diesen neuen Regeln darfst du noch weniger Fehler machen als vorher.“ Teamkollege Oscar Piastri ergänzte: „Bei diesen neuen Regeln musst du Geduld haben und warten. Diesmal hat es geklappt. Als Team haben wir gezeigt, dass wir auf Tiefschläge reagieren können.“ McLaren gelang es, beide Autos auf das Podest zu bringen – ein klares Zeichen der Stärke nach einer schwierigen Phase. Die neue Regeländerung, die weniger Fehler verzeiht, scheint dem Team zu liegen.

Ausblick: Montreal als nächste Bewährungsprobe

Die Formel 1 reist nun nach Kanada. Am 24. Mai wird in Montreal der nächste Grand Prix ausgetragen. Mercedes wird versuchen, seine Siegesserie fortzusetzen, während McLaren und Ferrari auf Wiedergutmachung hoffen. Für Audi geht es darum, die Pechsträhne zu beenden und endlich die ersten Punkte der Saison zu holen. Die Vorfreude auf das Rennen in Montreal ist groß – und die Spannung in der WM bleibt erhalten.

Das Wichtigste

  • Kimi Antonelli gewinnt den GP von Miami und baut seine WM-Führung auf 100 Punkte aus.
  • Charles Leclerc erhält eine 20-Sekunden-Strafe wegen Abkürzens von Schikanen nach einem Dreher.
  • Max Verstappen kämpft sich nach einem Startfehler auf Platz fünf zurück, bleibt aber ohne Podestchance.
  • Nico Hülkenberg muss bei Audi wegen eines technischen Problems aufgeben, die Pechsträhne hält an.
  • McLaren bringt beide Autos aufs Podest und meldet sich in der WM zurück.
  • Der Rennstart wurde wegen drohender Gewitter vorverlegt, der Regen blieb jedoch aus.
Galerie
Antonelli triumphiert in Miami: Dritter GP-Sieg in Serie für Mercedes — image 1Antonelli triumphiert in Miami: Dritter GP-Sieg in Serie für Mercedes — image 2Antonelli triumphiert in Miami: Dritter GP-Sieg in Serie für Mercedes — image 3
Mehr dazu