Last-Minute-Niederlage: Freiburg verliert Halbfinal-Hinspiel in Braga mit 1:2
Trotz einer starken Leistung von Torhüter Noah Atubolu kassiert der SC Freiburg in der Nachspielzeit das entscheidende Tor und reist mit einer Hypothek zum Rückspiel.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- SC Freiburg verliert 1:2 bei Sporting Braga im Halbfinal-Hinspiel der Europa League.
- Demir Tiknaz bringt Braga in der 8. Minute in Führung, Vincenzo Grifo gleicht in der 15. Minute aus.
- Noah Atubolu hält in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit einen umstrittenen Elfmeter von Rodrigo Zalazar.
- Mario Dorgeles erzielt in der 90.+2 Minute das Siegtor für Braga nach einem Abpraller von Atubolu.
- Johan Manzambi spielt durch, Bruno Ogbus und Rouven Tarnutzer sitzen auf der Bank.
- Nottingham Forest besiegt Aston Villa mit 1:0 durch einen Handspenalty von Chris Wood in der 71. Minute.
- Das Rückspiel findet am 7. Mai in Freiburg statt; Freiburg benötigt einen Sieg mit zwei Toren Differenz.
Ein historischer Abend endet mit einer bitteren Pointe
Der SC Freiburg hat sich im Kampf um den ersten Finaleinzug seiner Vereinsgeschichte eine gute Ausgangslage im letzten Moment verspielt. Im Halbfinal-Hinspiel der Europa League unterlag die Mannschaft von Trainer Julian Schuster bei Sporting Braga mit 1:2. Vor den Felswänden des Estadio Municipal, einem der ungewöhnlichsten Stadien Europas, erlebte Freiburg einen Abend voller Emotionen – und einen späten Schock. Lange sah es nach einem verdienten 1:1 aus, das eine vielversprechende Basis für das Rückspiel gewesen wäre. Doch in der zweiten Minute der Nachspielzeit ließ Torhüter Noah Atubolu einen Schuss von João Carvalho nach vorne abprallen. Mario Dorgeles stand goldrichtig und schob den Ball mit links ins rechte untere Eck – über Atubolus Oberschenkel hinweg.
Freiburg zeigt Moral nach frühem Rückstand
Die Gastgeber begannen druckvoll und gingen bereits in der achten Minute in Führung. Nach einer unsauberen Klärung von Johan Manzambi gelangte der Ball zu Bragas João Gomes, der mustergültig auf Demir Tiknaz ablegte. Der Mittelfeldspieler schaffte es im Grätschen, den Ball ins lange Eck zu schieben. Freiburg schlug jedoch postwendend zurück. Nach einem Foul an Igor Matanovic ließ Schiedsrichter Anthony Taylor Vorteil laufen. Niklas Beste und Vincenzo Grifo stürmten zu zweit auf das Braga-Tor zu, Beste legte quer und Grifo vollstreckte eiskalt zum 1:1 (15. Minute).
Atubolu hält Elfmeter und zeigt starke Leistung
Kurz vor der Pause hatte Braga die große Chance zur erneuten Führung. Nach einer Ecke zog Philipp Lienhart seinen Gegenspieler an der Schulter zu Boden. Taylor ließ zunächst weiterlaufen, schaute sich die Szene nach Hinweis des Video-Assistenten jedoch an und entschied auf Elfmeter. Rodrigo Zalazar trat an, doch Noah Atubolu – Bundesliga-Rekordhalter mit fünf gehaltenen Elfmetern in Serie – parierte stark (45.+2). Atubolu war auch in der Folge ein sicherer Rückhalt. Er erklärte das späte Gegentor nach dem Spiel: „So ein unnötiges Gegentor, das ist unfassbar. Wie sie es durchgespielt haben, war viel zu einfach. Da hat ein bisschen die Kraft gefehlt. Das Problem war, dass ich den Ball nicht sehe. Da habe ich gerade noch die Hände hochbekommen.“
Schweizer Beteiligung auf beiden Seiten
Nati-Juwel Johan Manzambi spielte bei Freiburg durch und konnte sich immer wieder in Szene setzen. In der 56. Minute verpasste er ein Tor nur knapp. Mit Brian Ogbus und Rouven Tarnutzer saßen zwei weitere Schweizer auf der Freiburger Bank, blieben jedoch ohne Einsatz. Auf Seiten Bragas stand Bruno Ogbus ebenfalls nicht auf dem Feld, sondern verfolgte die Partie von der Bank aus. In der anderen Halbfinalpartie der Europa League setzte sich Nottingham Forest gegen Aston Villa mit 1:0 durch. Den entscheidenden Treffer erzielte Chris Wood in der 71. Minute der Schweizer Nationalspieler von Nottingham, fehlte im Aufgebot – er laboriert an einer Verletzung.
Conference League: Crystal Palace und Rayo Vallecano mit Vorteilen
In der Conference League hat Crystal Palace einen großen Schritt in Richtung Finale gemacht. Die Engländer besiegten Schachtar Donezk im polnischen Krakau mit 3:1. Der erste Treffer gelang bereits nach 22 Sekunden. Oleg Ocheretko glich kurz nach der Pause aus, doch Daichi Kamada und Jörgen Strand Larsen sorgten für den Auswärtssieg. Rayo Vallecano gewann sein Halbfinal-Hinspiel gegen Racing Strasbourg mit 1:0. Matchwinner war Alexandre Alemao, der in der 54. Minute nach einem Eckball am höchsten stieg und den einzigen Treffer des Abends erzielte. Die Spanier reisen mit einem leichten Vorteil ins Rückspiel im Elsass.
Rückspiel in Freiburg: Alles ist möglich
Trotz der bitteren Last-Minute-Niederlage gibt Freiburg die Hoffnung nicht auf. Im Rückspiel am 7. Mai (21 Uhr) im heimischen Stadion kann sich der SC Freiburg mit einem Sieg mit zwei Toren Differenz den ersten Einzug in ein europäisches Finale der Vereinsgeschichte sichern. Gegner wäre dann der Sieger des Duells zwischen Nottingham Forest und Aston Villa. Trainer Julian Schuster zeigte sich nach der Partie zuversichtlich: „Ich glaube, dass alles möglich ist. Wir haben gesehen, dass es ein Spiel auf Augenhöhe war. Man hat gerade auch an der Reaktion der Spieler gemerkt, dass alle wissen, was nächste Woche auf uns zukommt. Aber mit den Fans zu Hause ist alles möglich.“
Das Wichtigste
- Freiburg verliert 1:2 in Braga, kassiert das entscheidende Tor in der Nachspielzeit.
- Noah Atubolu hält einen Elfmeter und zeigt eine starke Leistung, patzt aber beim Gegentor.
- Johan Manzambi spielt durch, aber Freiburgs Schweizer Bank bleibt ungenutzt.
- Nottingham Forest gewinnt 1:0 gegen Aston Villa, Dan Ndoye fehlt verletzt.
- Das Rückspiel am 7. Mai in Freiburg entscheidet über den Finaleinzug; Freiburg braucht einen Zwei-Tore-Sieg.
- In der Conference League stehen Crystal Palace und Rayo Vallecano vor dem Einzug ins Finale.



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