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Gastgewerbe in Deutschland: Rekordtourismus bringt keine Entlastung

Trotz eines Rekordjahres im Tourismus 2025 bleibt dem Gastgewerbe preisbereinigt kein Umsatzplus – die Mehrwertsteuersenkung auf Speisen ab 2026 soll helfen, doch viele Betriebe arbeiten am Limit.

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Gastgewerbe in Deutschland: Rekordtourismus bringt keine Entlastung
Trotz eines Rekordjahres im Tourismus 2025 bleibt dem Gastgewerbe preisbereinigt kein Umsatzplus – die MehrwertsteuersenCredit · blue News

Die Fakten

  • 2025 war ein Rekordjahr für den Tourismus in Deutschland.
  • Das Gastgewerbe konnte preisbereinigt nicht vom gestiegenen Umsatz profitieren.
  • Die Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants und Imbissen sinkt zum 1. Januar 2026 von 19 auf 7 Prozent.
  • Nicht alle Gastronomen geben die Steuersenkung an die Gäste weiter.
  • Der Bundestag verabschiedete Steuererleichterungen für die Gastronomie und eine höhere Pendlerpauschale.
  • Die Länder drohen, die Entlastungen nicht mitzutragen, Finanzminister Klingbeil sieht keine Hilfe vom Bund.
  • Viele Betriebe arbeiten am Limit, wie die Branche berichtet.

Rekordtourismus ohne Gewinn für die Gastronomie

2025 war ein Rekordjahr für den Tourismus in Deutschland – doch das Gastgewerbe konnte davon nicht profitieren. Preisbereinigt bleibt vom gestiegenen Umsatz nichts übrig, wie die Jahresbilanz zeigt. Die Branche kämpft mit steigenden Kosten und einer angespannten wirtschaftlichen Lage. Viele Betriebe arbeiten am Limit, berichten Branchenvertreter. Die Hoffnung ruht nun auf der geplanten Mehrwertsteuersenkung für Speisen, die zum 1. Januar 2026 in Kraft treten soll.

Mehrwertsteuersenkung: Nur sieben Prozent ab 2026

Die Mehrwertsteuer auf Speisen, die in Restaurants oder im Schnellimbiss verzehrt werden, sinkt von 19 auf 7 Prozent. Das beschloss der Bundestag im Rahmen eines Pakets mit Steuererleichterungen für die Gastronomie und einer höheren Pendlerpauschale. Doch nicht alle Gastronomen geben die Steuersenkung an die Gäste weiter, wie eine Analyse zeigt. Die Branche müsse schon lange Löcher stopfen, erklärt Katharina Spreier in einem Bericht. Viele Betriebe nutzen die Entlastung, um ihre Margen zu verbessern, statt die Preise zu senken.

Streit zwischen Bund und Ländern gefährdet Entlastungen

Das von der schwarz-roten Koalition versprochene Steuerminus für Gastronomen und die höhere Pauschale für Pendler drohen zu platzen. Die Länder weigern sich, die Entlastungen mitzutragen. Finanzminister Klingbeil macht deutlich, dass der Bund keine zusätzlichen Hilfen bereitstellen wird. Die Länder fordern eine Gegenfinanzierung, während der Bund auf die bereits beschlossenen Maßnahmen verweist. Der Streit könnte die Umsetzung der Steuersenkung verzögern oder sogar kippen.

Tierhaltungslogo auf Speisekarten geplant

Ein Label, das angibt, wie Tiere gehalten werden, soll ausgeweitet werden – künftig auch auf Speisekarten in der Gastronomie. Das berichten mehrere Quellen übereinstimmend. Die Initiative zielt darauf ab, Verbrauchern mehr Transparenz bei der Herkunft von Fleisch- und Milchprodukten zu bieten. Die Branche reagiert verhalten: Viele Betriebe befürchten zusätzlichen bürokratischen Aufwand. Befürworter hingegen sehen darin eine Chance, sich mit nachhaltiger Produktion zu profilieren.

Sternekoch Max Strohe kritisiert Berliner Gastronomie

Der Kreuzberger Sternekoch Max Strohe äußert sich kritisch über die kulinarische Entwicklung Berlins. „Bei gutem Essen denke ich lieber an München“, sagt er in einem Interview. Er beklagt den Niedergang der Berliner Gastronomie und Übergriffigkeit in Spitzenrestaurants. Strohe äußert Sehnsucht nach anständiger Küche und kritisiert die mangelnde Qualität vieler Betriebe. Seine Aussagen spiegeln eine Debatte wider, die in der Branche seit Monaten geführt wird.

Internationale Schlaglichter: Tessin, Noma und Five Guys

Im Tessin sorgt ein Nobellokal mit immer größeren Verlusten für Schlagzeilen, während die umstrittene Volksbank Brawo erneut verklagt wird. In Kopenhagen tritt der Noma-Chef nach Gewaltvorwürfen zurück. Die US-Burgerkette Five Guys kämpft darum, endlich Geld zu verdienen. Diese internationalen Beispiele zeigen, dass die Gastronomie weltweit unter Druck steht – ob in der Sterneküche oder im Fast-Food-Segment. Die Ökonomie des Aperol Spritz wird ebenfalls thematisiert, ein Symbol für veränderte Konsumgewohnheiten.

Ausblick: Wird Essengehen bald günstiger?

Die gesenkte Mehrwertsteuer könnte theoretisch die Preise für Gäste senken – doch die Praxis sieht anders aus. Viele Gastronomen nutzen die Entlastung, um ihre eigenen Kosten zu decken. Die Frage, ob Essengehen günstiger wird, bleibt offen. Der Streit zwischen Bund und Ländern könnte die Umsetzung weiter verzögern. Die Branche fordert langfristige Planungssicherheit, während die Politik um Kompromisse ringt. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die Entlastungen tatsächlich bei den Gästen ankommen.

Das Wichtigste

  • 2025 war ein Rekordtourismusjahr, aber das Gastgewerbe verzeichnet preisbereinigt kein Umsatzplus.
  • Die Mehrwertsteuer auf Speisen sinkt 2026 auf 7 Prozent, doch viele Gastronomen geben die Senkung nicht weiter.
  • Der Streit zwischen Bund und Ländern gefährdet die Steuererleichterungen für die Gastronomie.
  • Ein Tierhaltungslogo soll künftig auch auf Speisekarten erscheinen.
  • Sternekoch Max Strohe kritisiert den Niedergang der Berliner Gastronomie scharf.
  • Internationale Beispiele wie Noma und Five Guys zeigen den Druck auf die Branche weltweit.
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