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Grossbrand in Riedt bei Erlen: Feuerwehr kämpft gegen Flammen und Gasgefahr

In der Nacht auf Dienstag brannte eine Gewerbeliegenschaft an der Hauptstrasse lichterloh; der Sachschaden liegt bei über einer Million Franken.

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Grossbrand in Riedt bei Erlen: Feuerwehr kämpft gegen Flammen und Gasgefahr
In der Nacht auf Dienstag brannte eine Gewerbeliegenschaft an der Hauptstrasse lichterloh; der Sachschaden liegt bei übeCredit · Blick

Die Fakten

  • Brandausbruch gegen 22 Uhr in einer Gewerbeliegenschaft an der Hauptstrasse in Riedt bei Erlen TG.
  • Beim Eintreffen der Einsatzkräfte stand das Gebäude bereits in Vollbrand.
  • Die Löscharbeiten wurden durch zahlreiche Gasflaschen und eine nicht abschaltbare Gasleitung erschwert.
  • Die Feuerwehr entschied sich für einen Löschangriff von oben und öffnete das Dach.
  • Rund 80 Angehörige der Feuerwehren aus Erlen, Sulgen, Amriswil und Weinfelden waren im Einsatz.
  • Die Hauptstrasse zwischen Sulgen und Erlen musste für die Dauer des Einsatzes voll gesperrt werden.
  • Verletzt wurde niemand; der Sachschaden geht in die Millionenhöhe.
  • Die Brandursache ist unklar und wird vom Brandermittlungsdienst der Kantonspolizei Thurgau untersucht.

Löschangriff unter erschwerten Bedingungen

In der Nacht auf Dienstag erschütterte ein Grossbrand die Gemeinde Riedt bei Erlen im Kanton Thurgau. Kurz vor 22 Uhr ging bei der Kantonalen Notrufzentrale die Meldung ein, dass an der Hauptstrasse eine Gewerbeliegenschaft in Vollbrand stehe. Als die ersten Einsatzkräfte eintrafen, schlugen meterhohe Flammen aus dem Gebäude. Die Löscharbeiten gestalteten sich äusserst anspruchsvoll. Die schlechte Zugänglichkeit zur Liegenschaft, zahlreiche gelagerte Gasflaschen sowie eine Gasleitung, die von aussen nicht abgeschaltet werden konnte, erschwerten den Einsatz zusätzlich. Aufgrund der massiven Brandausbreitung war ein Löschen von innen nicht mehr möglich. Die Feuerwehr entschied sich daher für einen Angriff von oben: Mithilfe einer Autodrehleiter und eines Hubretters wurde das Dach geöffnet, um den Brandherd gezielt bekämpfen zu können.

Warn-App Alertswiss aktiviert – Bevölkerung in Atem

Um 23.23 Uhr lösten die Thurgauer Behörden über die Warn-App Alertswiss eine Meldung aus. Die Bevölkerung wurde vor starker Rauchentwicklung gewarnt und aufgefordert, Fenster und Türen geschlossen zu halten, Lüftungen und Klimaanlagen abzuschalten, das betroffene Gebiet zu meiden und Nachbarn zu informieren. Die Warnung konnte erst gegen 1.45 Uhr wieder aufgehoben werden. Ralf Frei, Mediensprecher der Thurgauer Kantonspolizei, bestätigte auf Anfrage, dass der Brand gegen 22 Uhr ausgebrochen sei. «Als die Einsatzkräfte eintrafen, stand das Gebäude bereits in Vollbrand», so Frei. Verletzte gebe es keine. Gegen Mitternacht waren die Löscharbeiten bereits fortgeschritten, aber noch im Gang.

Grossaufgebot der Feuerwehren und Unterstützung durch Fachdienste

Insgesamt waren rund 80 Angehörige der Feuerwehren im Einsatz. Neben den Ortsfeuerwehren Erlen und Sulgen rückten auch die Stützpunktfeuerwehren aus Amriswil und Weinfelden aus. Vorsorglich standen zudem ein Rettungswagen mit einem Sanitätseinsatzleiter, Funktionäre der Kantonspolizei Thurgau, ein Vertreter des Amts für Umwelt sowie ein Feuerwehrinspektor der Thurgauer Gebäudeversicherung bereit. Da Löschwasser in einen angrenzenden Bach gelangte, errichtete die Feuerwehr eine Sperre. Ein Funktionär des Amtes für Umwelt begleitete die Löscharbeiten, um Umweltschäden zu minimieren. Die Hauptstrasse zwischen Sulgen und Erlen musste während des Einsatzes in beide Richtungen voll gesperrt werden; die Feuerwehren richteten Umleitungen ein.

Millionenschaden – Brandursache noch unklar

Nach Angaben der Kantonspolizei Thurgau vom Dienstagmorgen geht der Sachschaden in die Millionenhöhe. Verletzt wurde nach aktuellem Kenntnisstand niemand. Die Brandursache ist derzeit unklar und wird durch den Brandermittlungsdienst der Kantonspolizei Thurgau abgeklärt. Die Einsatzkräfte konnten verhindern, dass das Feuer auf benachbarte Gebäude übergriff. Die Gewerbeliegenschaft an der Hauptstrasse erlitt jedoch massive Schäden. Die genaue Schadenssumme wird noch ermittelt.

Hintergrund: Gefahren durch Gasflaschen und eingeschränkte Zugänglichkeit

Der Einsatz gestaltete sich nicht nur aufgrund der Brandintensität, sondern auch wegen der besonderen Gefahrenlage als schwierig. In der Liegenschaft waren zahlreiche Gasflaschen gelagert, und eine Gasleitung konnte von aussen nicht abgeschaltet werden. Dies zwang die Feuerwehr zu einem vorsichtigen Vorgehen unter ständigem Atemschutz. Die Entscheidung, das Dach zu öffnen, war taktisch notwendig, um den Brand von oben bekämpfen zu können. Wegen der giftigen Rauch- und Brandgase standen zahlreiche Atemschutztrupps im Einsatz. Die Feuerwehr musste jederzeit die Gefahr einer Gasexplosion berücksichtigen.

Ausblick: Ermittlungen laufen – Gemeinschaft zeigt sich betroffen

Die Brandermittler der Kantonspolizei Thurgau haben die Arbeit aufgenommen. Bislang gibt es keine Hinweise auf die Ursache des Feuers. Die Ermittlungen werden voraussichtlich mehrere Tage in Anspruch nehmen. In der Region herrscht Betroffenheit über den Vorfall. Die schnelle Reaktion der Einsatzkräfte verhinderte Schlimmeres, doch der wirtschaftliche Schaden für den betroffenen Gewerbebetrieb ist erheblich. Die Feuerwehr warnt generell vor der Gefahr von Gasflaschen in Lagerhallen und ruft zu erhöhter Vorsicht auf.

Das Wichtigste

  • Ein Grossbrand in einer Gewerbeliegenschaft in Riedt bei Erlen TG verursachte in der Nacht auf Dienstag Sachschaden in Millionenhöhe.
  • Die Feuerwehr musste wegen Gasflaschen und einer nicht abschaltbaren Gasleitung unter erschwerten Bedingungen löschen.
  • Rund 80 Einsatzkräfte der Feuerwehren Erlen, Sulgen, Amriswil und Weinfelden waren im Einsatz.
  • Die Hauptstrasse zwischen Sulgen und Erlen war während des Einsatzes voll gesperrt.
  • Verletzt wurde niemand; die Brandursache ist noch unklar und wird untersucht.
  • Die Warn-App Alertswiss informierte die Bevölkerung über die Rauchentwicklung; die Warnung wurde gegen 1.45 Uhr aufgehoben.
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