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Fribourg-Gottéron erstmals Schweizer Meister: Roger Rönnbergs harter Weg zum Titel

Nach 89 Jahren ohne Titel beendet der HC Fribourg-Gottéron seine Durststrecke – dank eines schwedischen Trainers, der mit eiserner Hand die Kultur des Clubs umkrempelte.

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Fribourg-Gottéron erstmals Schweizer Meister: Roger Rönnbergs harter Weg zum Titel
Nach 89 Jahren ohne Titel beendet der HC Fribourg-Gottéron seine Durststrecke – dank eines schwedischen Trainers, der miCredit · SVT Nyheter

Die Fakten

  • Fribourg-Gottéron gewann am 30. April 2026 erstmals den Schweizer Meistertitel.
  • Der Club hatte zuvor vier Playoff-Finals verloren, seit dem Aufstieg in die höchste Liga 1980.
  • Trainer Roger Rönnberg, 54, kam im Frühjahr 2024 von Frölunda Göteborg.
  • Rönnberg gewann mit Frölunda mehrere schwedische Meisterschaften und Champions-Hockey-League-Titel.
  • Der bisherige Trainer Christian Dubé wurde nach 14 Jahren entlassen, trotz guter Bilanz.
  • Im ersten Finalspiel gegen Davos griff ein Fan Rönnberg und sein Team in der Coaching-Zone an.
  • Captain Julien Sprunger steht kurz vor dem Karriereende und feierte den ersten Titel.
  • Davos verpasste laut Bündner Tagblatt eine einmalige Chance wegen bevorstehender Abgänge.

Ein Triumph nach 89 Jahren des Wartens

Knapp 89 Jahre nach der Gründung des Clubs ist der HC Fribourg-Gottéron erstmals Schweizer Meister. Das Team, das lange als Inbegriff des charmanten Verlierers galt, hat die Serie gegen den HC Davos für sich entschieden. Die NZZ schreibt von einer Utopie, die nun Realität geworden sei – vier verlorene Playoff-Finals seit 1980 hatten den Club zur tragischen Figur des Schweizer Eishockeys gemacht. Der Titelgewinn kommt überraschend früh. Noch vor zwei Jahren schien der Traum in weiter Ferne. Watson spricht von einem Triumph der Hockey-Romantik, der für die Ewigkeit Bestand haben werde.

Der Umbruch unter Roger Rönnberg

Der Grundstein für den Wandel wurde im Frühjahr 2024 gelegt. Der langjährige Trainer und Sportchef Christian Dubé musste gehen – begleitet von lautem Getöse, wie die Freiburger Nachrichten berichten. Dubé habe es nicht geschafft, den Paradigmenwechsel im Team zu vollziehen: zu viel Genügsamkeit, zu wenig Winner-Mentalität. Als Nachfolger wurde Roger Rönnberg verpflichtet, ein hochdekorierter Schwede, den Blick als Titelhamster bezeichnet. Der 54-Jährige stiess mit seiner knüppelharten Trainingsmethode einige Spieler vor den Kopf. Er sei ungehobelt und impulsiv, heisst es. Doch der Erfolg gibt ihm recht.

Rönnbergs Methoden: Härte als Erfolgsrezept

Rönnberg macht keine Unterschiede zwischen Ausländern und Schweizern, Talenten oder Routiniers. Seine harte, kompromisslose Art kommt nicht bei allen gut an, aber sie hat die Copains aus der Komfortzone gescheucht. Watson zufolge hat er die Leistungskultur geschärft und interne Kritik und Unruhe dafür in Kauf genommen. Die neue Kultur macht den Club auch für Talente attraktiv. Blick hebt die Zuzüge von Attilio Biasca, Ludvig Johnson, Jamiro Reber und Jonas Taibel hervor. Dieser Impuls tue dem Schweizer Eishockey gut.

Der Fan-Angriff im ersten Finalspiel

Die Finalserie begann mit einem Eklat. Im ersten Auswärtsspiel in Davos führte Fribourg zwischenzeitlich 3:0, ehe Davos auf 3:2 verkürzte. In der Schlussphase foulte Davos-Spieler Brendan Lemieux seinen Gegenspieler Christoph Bertschy und erhielt eine Matchstrafe. Anschließend kam es zu einer Schlägerei zwischen Filip Zadina und Simon Seller. Dann eskalierte die Situation: Ein Heim-Fan versuchte, Rönnberg und seine Spieler in der Coaching-Zone anzugreifen. Sicherheitskräfte mussten eingreifen. Rönnberg zeigte sich empört und forderte eine Entschuldigung. Trotz der Tumulte gewann Fribourg mit 3:2 und sicherte sich einen wichtigen Auswärtssieg.

Davos: Eine verpasste Chance

Für den Finalverlierer Davos bleibt die Enttäuschung. Das Bündner Tagblatt spricht von einer verpassten Chance, angesichts der herausragenden Qualifikation und der bevorstehenden Abgänge von Captain Matej Stransky, Klas Dahlbeck, Michael Fora und Simon Knak. Die Sterne hätten in der jüngeren Vergangenheit nie so gut gestanden für den HCD. Die Konstellation sei vielleicht einmalig gewesen. Das Ende nach den vergangenen Monaten ist eine Enttäuschung. Die Mannschaft hatte sich viel vorgenommen, doch der Titel blieb verwehrt.

Ausblick: Keine Dynastie, aber ein neues Selbstverständnis

Der Titelgewinn soll nicht die Krönung, sondern der Grundstein für ein neues Gottéron-Selbstverständnis sein, fordern die Freiburger Nachrichten. Es werde wieder Niederlagen geben, aber der eingeschlagene Weg müsse weitergegangen werden. Watson hingegen sieht den Club nicht als Kandidaten für eine Dynastie. Die besonderen Umstände dieser Saison seien einmalig und so wenig wiederholbar wie eine Hochzeitsnacht. Dennoch hat Rönnberg eine Kultur etabliert, die den Club für die Zukunft rüstet.

Julien Sprunger: Vom Urgestein zum Meister

Captain Julien Sprunger, ein Urgestein des Clubs, fehlten nur noch zwei Siege zur Unsterblichkeit. Er sicherte im Playoff-Final den dritten Auswärtssieg in Folge – eine Position, in der sich Gottéron noch nie befand. Der Titel ist die Krönung einer langen Karriere. Für Sprunger und die Fans ist der Triumph die Erlösung nach 89 Jahren. Der Club hat bewiesen, dass aus Utopie Realität werden kann.

Das Wichtigste

  • Fribourg-Gottéron beendet nach 89 Jahren die Titellosigkeit und gewinnt erstmals die Schweizer Meisterschaft.
  • Trainer Roger Rönnberg führte den Club mit harten Methoden zum Erfolg, nachdem er 2024 den langjährigen Trainer Christian Dubé ablöste.
  • Der Fan-Angriff im ersten Finalspiel gegen Davos überschattete den Start der Serie, doch Fribourg gewann das Spiel und letztlich den Titel.
  • Davos verpasste laut lokalen Medien eine einmalige Chance, da mehrere Schlüsselspieler den Club verlassen werden.
  • Der Titelgewinn soll den Grundstein für ein neues Selbstverständnis legen, doch Experten erwarten keine Titel-Serie.
  • Die neue Leistungskultur unter Rönnberg macht den Club attraktiv für junge Talente und stärkt den Schweizer Eishockey-Nachwuchs.
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