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80. Tour de Romandie gesichert, doch der Kampf um den Hauptsponsor bleibt

Richard Chassot zieht nach einer Rekordbeteiligung eine positive Bilanz, warnt aber vor finanziellen Unsicherheiten ohne Sponsor für das Gelbe Trikot.

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80. Tour de Romandie gesichert, doch der Kampf um den Hauptsponsor bleibt
Richard Chassot zieht nach einer Rekordbeteiligung eine positive Bilanz, warnt aber vor finanziellen Unsicherheiten ohneCredit · rts.ch

Die Fakten

  • Richard Chassot ist seit 20 Jahren Direktor des Tour de Romandie.
  • Die Ausgabe 2026 wurde von Chassot als 'exceptionnelle' bezeichnet.
  • Erstmals säumten so viele Zuschauer die Strecken wie nie zuvor.
  • Das neue Streckenformat mit Schleifen und Wiederholungen wurde von Pascal Bärtschi entwickelt.
  • Tadej Pogacar, der beste Fahrer der Welt, trug zur Popularität bei.
  • Die 80. Ausgabe 2027 ist bestätigt, aber ohne Hauptsponsor für das Gelbe Trikot.
  • Sierre wird als Etappenort für 2027 gehandelt, 80 Jahre nach der ersten Austragung.
  • Paul Seixas wird als möglicher Teilnehmer für 2027 genannt.

Eine Woche, die in die Geschichte eingeht

Die 79. Ausgabe des Tour de Romandie im Jahr 2026 war nach den Worten von Direktor Richard Chassot eine 'belle semaine' und eine 'exceptionnelle' Veranstaltung. Nie zuvor habe er so viele Menschen an den Strecken gesehen, sagte Chassot. Das sonnige Wetter und die Teilnahme von Spitzenfahrern wie Tadej Pogacar bescherten der Rundfahrt ein Publikumsinteresse, das alle bisherigen Rekorde brach. Chassot, der die Tour seit zwei Jahrzehnten leitet, zeigte sich überwältigt von der Resonanz. 'Ehrlich, so viele Leute habe ich beim Tour de Romandie noch nie gesehen', erklärte er. Der Erfolg sei auch dem neuen Streckenkonzept von Pascal Bärtschi, dem technischen Direktor und Architekten der Tour, zu verdanken. 'Ich glaube, das hat sich ausgezahlt. Das Publikum hat Freude daran, die Fahrer mehrmals zu sehen', analysierte Chassot.

Der Starfaktor Pogacar

Neben dem neuen Format trug die Anwesenheit von Tadej Pogacar maßgeblich zur Begeisterung bei. Der slowenische Superstar, der als bester Fahrer der Welt gilt, zog die Massen an. 'Ehrlich, der beste Fahrer der Welt. Er ist heute ein Star, aber auch eine Kuriosität', sagte Chassot. Pogacars Teilnahme war ein entscheidender Faktor für den Zuschauerzuspruch und die mediale Aufmerksamkeit. Die Kombination aus innovativem Streckendesign und Weltklassefahrern schuf eine Dynamik, die die Tour de Romandie in diesem Jahr zu einem Höhepunkt des Radsportkalenders machte. Chassot betonte, dass die Popularität auch auf die wiederholten Durchfahrten durch die gleichen Orte zurückzuführen sei, was den Fans ermöglichte, die Fahrer mehrfach zu sehen.

Finanzielle Zukunft: Ohne Sponsor ein schwieriger Weg

Trotz des sportlichen und publiken Erfolgs bleibt die finanzielle Lage angespannt. Der Tour de Romandie hat derzeit keinen Hauptsponsor für das Gelbe Trikot, was die Planung der kommenden Jahre erschwert. Chassot zeigte sich dennoch zuversichtlich, dass die 80. Ausgabe 2027 stattfinden wird. 'Ich kann garantieren, dass es 2027 eine Tour geben wird, eine 80. Ausgabe, das ist sicher', versicherte er. Gleichzeitig machte er deutlich, dass ein Hauptsponsor die Situation erheblich verbessern würde. 'Aber klar, mit einem Hauptsponsor wäre es besser. Und es ist auch einfacher, die Zukunft aufzubauen', fügte er hinzu. Der Appell an potenzielle Geldgeber ist unüberhörbar: Die Tour de Romandie sucht dringend einen Partner, um ihre langfristige Stabilität zu sichern.

Historische Rückkehr nach Sierre

Ein möglicher Höhepunkt der 80. Ausgabe könnte die Rückkehr nach Sierre sein. Die Stadt im Kanton Wallis war bereits bei der ersten Austragung des Tour de Romandie vor 80 Jahren dabei. Nun wird Sierre als Etappenort für 2027 gehandelt. Eine solche Rückkehr wäre eine symbolträchtige Geste, die die Tradition der Rundfahrt würdigt. Die Planungen für das Jubiläumsrennen laufen bereits. Chassot und sein Team arbeiten daran, ein attraktives Programm zu schnüren, das sowohl sportlich als auch emotional überzeugt. Die Rückkehr nach Sierre könnte ein starkes Signal sein, dass die Tour de Romandie ihre Wurzeln ehrt, während sie sich gleichzeitig modernen Herausforderungen stellt.

Nachwuchshoffnung Paul Seixas

Ein Name, der in diesem Zusammenhang fällt, ist Paul Seixas. Der junge Fahrer wird als möglicher Teilnehmer für den Tour de Romandie 2027 gehandelt. 'Warum nicht Paul Seixas beim Tour de Romandie 2027?', heißt es in Fachkreisen. Seixas gilt als vielversprechendes Talent, das in den kommenden Jahren den Sprung in die Weltspitze schaffen könnte. Seine Teilnahme würde nicht nur sportliche Akzente setzen, sondern auch die Nachwuchsförderung der Rundfahrt unterstreichen. Chassot hat stets betont, dass die Tour de Romandie auch eine Plattform für aufstrebende Fahrer sein soll. Die Integration von Talenten wie Seixas könnte die Zukunft der Veranstaltung sichern.

Ausblick: Ein Balanceakt zwischen Tradition und Innovation

Der Tour de Romandie steht an einem Wendepunkt. Einerseits hat die 79. Ausgabe gezeigt, dass die Rundfahrt mit innovativen Konzepten und Staraufgeboten die Massen begeistern kann. Andererseits ist die finanzielle Basis ohne Hauptsponsor brüchig. Chassot muss einen schwierigen Balanceakt meistern: die Tradition der 80-jährigen Geschichte wahren und gleichzeitig moderne Vermarktungsstrategien entwickeln. Die kommenden Monate werden entscheidend sein. Gelingt es, einen namhaften Sponsor zu gewinnen, könnte die Tour de Romandie gestärkt aus der Krise hervorgehen. Bleibt der Erfolg aus, drohen Einschnitte. Chassot bleibt optimistisch, aber der Druck wächst. Die Radsportwelt blickt gespannt auf die Schweiz, wo eine der traditionsreichsten Rundfahrten um ihr Überleben kämpft.

Das Wichtigste

  • Der Tour de Romandie 2026 verzeichnete einen Besucherrekord, angetrieben durch neues Streckenformat und Tadej Pogacar.
  • Direktor Richard Chassot bestätigt die 80. Ausgabe 2027, jedoch ohne Hauptsponsor für das Gelbe Trikot.
  • Sierre ist als Etappenort für 2027 im Gespräch, 80 Jahre nach der ersten Austragung.
  • Nachwuchsfahrer Paul Seixas wird als möglicher Teilnehmer für 2027 genannt.
  • Die finanzielle Situation bleibt angespannt; ein Hauptsponsor wird dringend gesucht.
  • Die Tour de Romandie muss Tradition und Innovation vereinen, um langfristig zu bestehen.
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