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Wintereinbruch im Mai: Schnee und Frost überraschen Deutschland

Eine Kaltfront bringt ungewöhnliche Schneefälle und Frost bis in tiefere Lagen, während Experten eine langanhaltende Wetterkrise prognostizieren.

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Wintereinbruch im Mai: Schnee und Frost überraschen Deutschland
Eine Kaltfront bringt ungewöhnliche Schneefälle und Frost bis in tiefere Lagen, während Experten eine langanhaltende WetCredit · Blick

Die Fakten

  • Schneefälle und Frost treten Mitte Mai in mehreren deutschen Mittelgebirgen auf.
  • Die Schneefallgrenze sinkt teilweise auf 500 Meter.
  • Der Deutsche Wetterdienst warnt vor Windböen, glatten Straßen und einem abrupten Ende des Frühlings.
  • Experten zufolge kommt es nur etwa alle zehn Jahre zu Schneefällen im Mai.
  • Die Kältewelle könnte laut Wetterexperten noch bis zu 10 Tage andauern.
  • In Japan werden Schneehöhen von bis zu 1,83 Metern gemessen.

Unerwartete weiße Pracht in Deutschland

Mitten im Frühling erlebt Deutschland einen abrupten Wetterumschwung. Schneeflocken tanzen in den Mittelgebirgen, während die Temperaturen in den Keller fallen. Von sonnigen Tagen mit Freibadwetter ist keine Rede mehr. Die Farbe Weiß dominiert nun vielerorts, wo noch vor wenigen Tagen Frühlingsgefühle herrschten. Diese winterlichen Szenen sind nicht nur eine Überraschung für die Bevölkerung, sondern auch für Wetterexperten. Die Schneefallgrenze sinkt ungewöhnlich tief, was zu eisglatten Straßen und Frost führt. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat für mehrere Regionen amtliche Warnungen herausgegeben. Besonders betroffen sind die Hochlagen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Oberhalb von 600 Metern fielen mehrere Zentimeter Schnee, und auf dem Brocken mussten Räumfahrzeuge die Straßen freihalten. Auch der Wurmberg meldet eine leicht angezuckerte Landschaft. Diese Wetterkapriolen kommen pünktlich zu den Eisheiligen, einer traditionellen Periode, die für die letzten Nachtfröste des Jahres bekannt ist.

Ursachen für den Kälteeinbruch

Meteorologen erklären diese ungewöhnliche Wetterlage mit dem Zustrom von Polarluft. Diese kalte Luftmasse drückt die Schneefallgrenze nach unten und lässt die Temperaturen empfindlich sinken. "Es ist viel Polarluft in Deutschland angekommen", erklärt Meteorologe Dominik Jung. Dies führt dazu, dass die Schneefallgrenze in der Nacht zu Dienstag nur noch bei 500 Metern lag. Karsten Brandt von Donnerwetter.de bezeichnet die Kältewelle als bemerkenswert und hebt hervor, dass es nur etwa alle zehn Jahre im Mai schneit. Die plötzliche Wetteränderung ist drastisch: Noch am Wochenende zeigte sich Bayern von seiner warmen Seite mit Temperaturen von bis zu 28 Grad Celsius rund um Passau. Innerhalb von nur zwei Tagen hat sich das Wetter jedoch komplett gewandelt. Der DWD rechnet mit weiterem Neuschnee und Frost in vielen Teilen Deutschlands. Die Meteorologen warnen vor gefährlichen Böen, die Geschwindigkeiten von bis zu 95 km/h am Alpenrand erreichen können. Dies bedeutet ein abruptes Ende des Frühlings und stellt eine Herausforderung für Mensch und Natur dar.

Regionale Unterschiede und Warnungen

Während die Mittelgebirge mit Schnee bedeckt sind, zeigt sich das Wetter im Norden Deutschlands wechselhafter, aber weniger winterlich. Hier ziehen von Nordwesten dichte Wolkenfelder auf, begleitet von schauerartigem Regen und vereinzelt möglichen Gewittern. Die Temperaturen pendeln sich meist zwischen 10 und 17 Grad ein. In Süddeutschland sagt der DWD weiterhin ungemütliches Wetter voraus. Insbesondere in Höhenlagen zwischen 600 und 800 Metern geht der Regen in Schnee über. Kräftige Schauern und vereinzelt sogar Graupelgewitter begleiten die winterlichen Niederschläge. Die Straßenverhältnisse werden durch Glätte und umgekippte Lkw in mehreren Bundesländern beeinträchtigt. Der Deutsche Wetterdienst hatte am Dienstagmorgen für etliche Kreise und Städte, vor allem in Süd- und Nordwestdeutschland, amtliche Warnungen vor starken Windböen herausgegeben. Diese Warnungen unterstreichen die Gefahren, die mit dem abrupten Wetterumschwung verbunden sind.

Internationale Parallelen und Ausblick

Die ungewöhnlichen Schneefälle im Mai sind nicht auf Deutschland beschränkt. In Japan werden in einigen Regionen, insbesondere im Nordosten und Westen des Landes, Schneehöhen von bis zu 1,83 Metern gemessen. Dies stellt dort ebenfalls eine bemerkenswerte Situation dar. Die Prognosen für die kommenden Tage lassen wenig Hoffnung auf eine schnelle Rückkehr sommerlicher Temperaturen. Wetterexperten sprechen von einer "echten Wetterkrise", die noch bis zu 10 Tage andauern könnte. "Das hat mit dem Wonnemonat Mai so gar nichts zu tun", kommentiert ein Meteorologe die anhaltende Kältewelle. Die Aussichten für das kommende lange Wochenende sind ebenfalls getrübt. "Den Feiertag kann man eigentlich vergessen", so ein Experte. Die erwarteten Temperaturen im Bergland sinken in der Nacht zum Mittwoch auf rund 0 Grad, begleitet von teilweise stürmischem Wetter. Am Donnerstag bleibt es wechselhaft, mit vereinzelten Sonnenstrahlen, aber weiterhin unbeständig.

Langfristige Perspektiven und historische Einordnung

Obwohl Schneefälle im Mai selten sind, sind sie nicht gänzlich unbekannt. Meteorologe Dominik Jung erinnert daran, dass es "auch schon im August geschneit hat". Dennoch wird das Ausmaß der aktuellen Situation als "wirklich ungewöhnlich" eingestuft. Karsten Brandt von Donnerwetter.de ergänzt, dass solche Wetterereignisse nur etwa alle zehn Jahre vorkommen. Die anhaltende Kälte und die Schneefälle stellen eine Herausforderung für die Natur dar, insbesondere für die beginnende Vegetation und die Landwirtschaft. Die späten Fröste können empfindliche Pflanzen schädigen und Ernteausfälle verursachen. Die aktuelle Wetterlage zwingt die Menschen, sich auf winterliche Bedingungen einzustellen, auch wenn der Kalender den Mai anzeigt. Dicke Jacken und warme Kleidung sind wieder gefragt, und die Vorfreude auf den Sommer wird auf unbestimmte Zeit verschoben. Die meteorologischen Vorhersagen deuten darauf hin, dass der Mai seinem Namen in diesem Jahr kaum gerecht wird.

Das Wichtigste

  • Mitte Mai haben Schneefälle und Frost Deutschland überrascht, insbesondere in den Mittelgebirgen.
  • Der Zustrom von Polarluft ist die Hauptursache für die tiefen Temperaturen und die niedrige Schneefallgrenze.
  • Wetterdienste warnen vor Glätte, Windböen und einem abrupten Ende der Frühlingsgefühle.
  • Experten halten die aktuelle Wetterlage für ungewöhnlich und prognostizieren eine anhaltende Kältewelle.
  • Die Schneefälle im Mai sind ein seltenes Phänomen, das nur etwa alle zehn Jahre auftritt.
  • Internationale Berichte bestätigen ähnliche Wetterextreme, wie hohe Schneefälle in Japan.
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