SRG verpasst Zuschlag für Europa League und Conference League – Fans brauchen künftig zwei Abos
Die SRG ging bei der Ausschreibung der Übertragungsrechte für die UEFA Europa League und Conference League leer aus; Swisscom blue TV sichert sich die Champions League, DAZN die beiden anderen Wettbewerbe.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- Swisscom blue TV erhält die Rechte an der UEFA Champions League für die Saisons 2027/28 bis 2030/31.
- DAZN übernimmt die Übertragungsrechte für die UEFA Europa League und die UEFA Conference League im gleichen Zeitraum.
- Die SRG bewarb sich nicht um die Champions-League-Rechte, sondern nur um die Europa League und Conference League.
- Die SRG erhielt keinen Zuschlag und führt nun Gespräche mit Swisscom blue TV und DAZN über Sublizenzen.
- Ab 2027/28 benötigen Schweizer Fussballfans zwei Abos bei verschiedenen Anbietern, um alle europäischen Klubwettbewerbe zu sehen.
- In der Saison 2026/27 bleibt das SRG-Angebot unverändert mit einem Livespiel pro Runde in der Champions League sowie Europa/Conference League.
- Die SRG begründet ihren Verzicht auf die Champions League mit dem Rückfall der Schweiz im UEFA-Ranking und dem Sparauftrag des Bundesrats.
Neue Rechtevergabe zwingt SRG in die Defensive
Die Eingabefrist für die Ausstrahlungsrechte der europäischen Klubwettbewerbe der Saisons 2027/28 bis 2030/31 endete vergangene Woche. Nun steht fest: Die UEFA Champions League bleibt in der Schweiz bei Swisscom blue TV, während die UEFA Europa League und die UEFA Conference League künftig vom internationalen Streaminganbieter DAZN übertragen werden. Die SRG, die sich vor allem um die Live-Rechte der beiden kleineren Wettbewerbe bemüht hatte, ging leer aus. Der öffentlich-rechtliche Sender hatte sich im Rahmen der Ausschreibung nicht um die Champions League beworben – eine strategische Entscheidung, die auf die veränderte sportliche Ausgangslage und den finanziellen Sparkurs zurückgeht.
SRG verzichtet bewusst auf Champions League
Die SRG begründet ihren Verzicht auf die Champions League mit dem Rückfall der Schweiz im UEFA-Ranking. Schweizer Vereine werden künftig voraussichtlich seltener in der Königsklasse vertreten sein, dafür vermehrt in der Europa League und Conference League. Hinzu kommt der veränderte finanzielle Rahmen der SRG infolge des Sparauftrags des Bundesrats. Trotz des Fehlschlags bei der Ausschreibung bemüht sich die SRG derzeit in Gesprächen mit den Rechteinhabern um Sublizenzen. Mit Swisscom blue TV, das die Champions-League-Rechte hält, und DAZN, das für die Europa League und Conference League zuständig ist, verhandelt die SRG über die Möglichkeit, weiterhin angemessen und schweizweit frei empfangbar über die internationalen Klubwettbewerbe berichten zu können.
Swisscom blue TV verlängert Partnerschaft mit der UEFA
Swisscom blue TV, das sich selbst als «Home of Football» der Schweiz bezeichnet, setzt seine langjährige Partnerschaft mit der UEFA fort. Dirk Wierzbitzki, Leiter Privatkunden und Mitglied des Executive Committee Swisscom Schweiz, betonte: «Wir freuen uns für unsere Kundinnen und Kunden, dass sie bei blue Sport auch künftig den grössten europäischen Klubwettbewerb sehen werden.» Cyril Wick, CEO blue Entertainment, ergänzte: «Unsere Kundinnen und Kunden können sich ausserdem darüber freuen, dass sie auch künftig den Spitzenfussball in bester Bildqualität bei einem Anbieter finden werden.» Seit 2018 überträgt blue Sport die Champions League live und emotional begleitet über alle Plattformen. Auch über 2027 hinaus sollen die Zuschauerinnen und Zuschauer auf hochkarätigen Fussball und ein interaktives Sporterlebnis freuen können.
DAZN übernimmt Europa League und Conference League
DAZN, der internationale Streaminganbieter, sicherte sich die Übertragungsrechte für die UEFA Europa League und die UEFA Conference League. Damit endet die bisherige Aufteilung, bei der Swisscom blue TV alle drei Wettbewerbe zeigte. Ab der Saison 2027/28 müssen Fussballfans in der Schweiz zwei Abos bei verschiedenen Anbietern abschliessen, um alle Spiele der europäischen Klubwettbewerbe sehen zu können. Die SRG hatte sich im Rahmen der Ausschreibung vor allem um die Live-Rechte der beiden Wettbewerbe bemüht, da Schweizer Auftritte künftig vermehrt in diesen Wettbewerben zu erwarten sind. Der Sender erhielt jedoch keinen Zuschlag und verhandelt nun über Sublizenzen.
Finanzielle und sportliche Zwänge prägen die Entscheidung
Die SRG begründet ihre Strategie mit zwei Faktoren: dem Rückfall der Schweiz im UEFA-Ranking und dem Sparauftrag des Bundesrats. Der sportliche Abstieg der Schweizer Klubs in der europäischen Rangliste macht eine regelmässige Teilnahme an der Champions League unwahrscheinlicher, während die finanziellen Vorgaben des Bundesrats die SRG zu Einsparungen zwingen. Diese Kombination führte dazu, dass sich die SRG nicht um die teuren Champions-League-Rechte bewarb, sondern sich auf die beiden kleineren Wettbewerbe konzentrierte. Der Fehlschlag bei der Ausschreibung zeigt jedoch, dass die Konkurrenz durch internationale Streamingdienste wie DAZN stark ist.
Bis 2027 bleibt das SRG-Angebot unverändert
In der kommenden Saison 2026/27 bleibt das Angebot der SRG in den europäischen Klubwettbewerben unverändert. Wie bisher wird der Sender ein Livespiel pro Runde in der UEFA Champions League sowie in der UEFA Europa League beziehungsweise der Conference League übertragen. Erst ab der Saison 2027/28 tritt die neue Rechteverteilung in Kraft. Dann müssen sich die Fussballfans in der Schweiz auf eine fragmentierte Medienlandschaft einstellen, in der zwei Abos nötig sind, um alle Spiele zu sehen.
Offene Fragen zur Zukunft der SRG-Berichterstattung
Die SRG steht nun vor der Herausforderung, in Verhandlungen mit Swisscom blue TV und DAZN Sublizenzen zu erwerben, um weiterhin über die europäischen Klubwettbewerbe berichten zu können. Ob dies gelingt, ist ungewiss. Sollten die Gespräche scheitern, wäre die SRG ab 2027/28 von der Live-Berichterstattung über die europäischen Klubwettbewerbe ausgeschlossen – ein herber Verlust für den öffentlich-rechtlichen Sender, der sich als Anbieter von frei empfangbarem Spitzensport versteht. Die nächsten Monate werden zeigen, ob die SRG ihren Zuschauern weiterhin Live-Fussball aus Europa bieten kann.
Das Wichtigste
- Swisscom blue TV sichert sich die Champions-League-Rechte für 2027/28 bis 2030/31.
- DAZN erhält die Rechte an Europa League und Conference League für denselben Zeitraum.
- Die SRG bewarb sich nicht um die Champions League und erhielt keinen Zuschlag für die anderen Wettbewerbe.
- Ab 2027/28 sind zwei Abos nötig, um alle europäischen Klubwettbewerbe in der Schweiz zu sehen.
- Die SRG verhandelt mit den Rechteinhabern über Sublizenzen, um weiterhin berichten zu können.
- In der Saison 2026/27 bleibt das SRG-Angebot mit einem Livespiel pro Runde bestehen.







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