Tauchdrama vor Rangiroa: Boot rast in Gruppe – ein Taucher verliert Bein
Am Ostersonntag gerät ein Boot in Französisch-Polynesien ausser Kontrolle, nachdem der Schiffsführer über Bord gespült wird. Eine Schweizer Taucherin überlebt wie durch ein Wunder.

SWITZERLAND —
Die Fakten
- Gianna F. (24) aus dem St. Galler Rheintal überlebt knapp.
- Brian Pethke (24) verliert ein Bein.
- Der Tauchinstruktor erleidet zwei offene Beinbrüche.
- Der Unfall ereignet sich am Ostersonntag vor der Insel Rangiroa.
- Das Notstopp-System des Bootes versagt.
- Eine Spendenkampagne wird wegen finanzieller Sorgen gestartet.
Ein idyllischer Tauchgang endet im Horror
Es sollte ein unvergessliches Erlebnis werden – und wurde es auf furchtbarste Weise. Am Ostersonntag, dem 20. April 2025, befindet sich eine Gruppe von Tauchern vor der Insel Rangiroa in Französisch-Polynesien nach einem Tauchgang an der Oberfläche. Plötzlich erfasst eine Welle das Boot, der Schiffsführer wird über Bord geschleudert. Das führerlose Boot beschleunigt und kreist in Höchstgeschwindigkeit unkontrolliert um die im Wasser treibenden Menschen. Gianna F., eine 24-jährige Schweizerin aus dem St. Galler Rheintal, ist mitten in dieser Horrorszene. Sie taucht immer wieder ab, um der Schiffsschraube zu entkommen, doch der Sog reisst sie mehrfach an die Oberfläche. «Ich kann es kaum fassen, dass ich noch lebe», sagt sie heute. «Ich hatte mit meinem Leben abgeschlossen.»
Der Unfallhergang im Detail
Die Gruppe hatte zwei Tauchgänge gebucht. Der erste sei unspektakulär gewesen, erzählt Gianna F., aber die See war rau und die Strömungen stark. Zwei Stunden später sind sie erneut auf dem Boot. «Der Anfang war mega! Wir haben direkt einen Tigerhai gesehen. Dazu gesellten sich Delfine mit ihrem Baby – ein unglaubliches Erlebnis.» Nach 45 Minuten kehren die drei Taucher zusammen mit dem Tauchinstruktor an die Oberfläche zurück. Sie lassen ihre Tarierwesten auf, nehmen Atemregler und Maske ab. Als das Boot sie abholen will, passiert das Unfassbare: Eine Welle erfasst das Boot, der Bootsführer geht über Bord. Das Notstopp-System versagt. Das Boot rast nun führerlos und mit voller Geschwindigkeit umher. Gianna F. versucht, unter Wasser zu bleiben, wird aber immer wieder hochgerissen. Ihr Begleiter Brian Pethke (24) verliert ein Bein, der Tauchinstruktor erleidet zwei offene Beinbrüche. Ärzte, die zufällig unter den Tauchern sind, leisten Erste Hilfe und retten den Verletzten zweimal das Leben.
Die Betroffenen und ihre Geschichten
Gianna F. ist eine leidenschaftliche Alleinreisende. Seit sie volljährig ist, spart sie jeden Rappen, um neue Orte zu entdecken. Ihre grosse Leidenschaft ist das Tauchen. Im November 2025 brach sie zu einer Weltreise auf, die in Französisch-Polynesien endete. In einem Tauchcenter lernte sie den Deutschen Brian Pethke und seinen Reisebegleiter kennen. Gemeinsam beschlossen sie, auf Rangiroa zu tauchen. Brian Pethke verlor bei dem Unfall ein Bein. Sein Reisebegleiter Tim T. erhielt lebensrettende Hilfe von den anwesenden Ärzten. Die finanziellen Sorgen sind gross: Eine Spendenkampagne wurde gestartet, um die medizinischen Kosten und den Lebensunterhalt zu decken. Gianna F. ist traumatisiert, aber dankbar: «Ich kann es kaum fassen, dass ich noch lebe.»
Die Folgen und offene Fragen
Der Unfall wirft Fragen nach der Sicherheit von Tauchausflügen auf. Warum versagte das Notstopp-System? Hätte der Bootsführer besser gesichert werden müssen? Die Behörden in Französisch-Polynesien haben Ermittlungen aufgenommen. Die Tauchbasis, bei der die Gruppe gebucht hatte, äusserte sich bislang nicht. Für Gianna F. und die anderen Überlebenden beginnt nun ein langer Weg der Genesung – körperlich und seelisch. Die Spendenkampagne läuft, doch die Zukunft ist ungewiss. Der Vorfall zeigt, wie schnell ein Paradies zum Albtraum werden kann.
Ein Blick auf die Region: Tauchen im Maratua-Atoll
Während das Drama vor Rangiroa die Schlagzeilen beherrscht, locken andere Tauchreviere mit unberührter Unterwasserwelt. Das Maratua-Atoll in der Celebes-See etwa bietet abwechslungsreiche Tauchgänge zwischen Steilwand, Strömung und Makro. Die Schwesterresorts Nunukan und Nabucco mit ihren Extra-Divers Tauchbasen zeigen unterschiedliche Perspektiven auf dasselbe Revier. Im Mittelpunkt stehen konkrete Taucherlebnisse – von ruhigen Driftdives bis zu strömungsreichen Kanälen mit Grossfisch. «Ohne Boot geht gar nichts», sagt Beat Waefler, der das Resort Nunukan seit vielen Jahren leitet. Die Nähe zur Tiefsee prägt die Tauchgänge: Schon wenige Minuten vom Steg entfernt beginnt die Steilwand. Grosse Schwämme, Gorgonien in warmen Farben, buschige Weichkorallen. Mit zunehmender Tiefe wird die Sicht besser, fast klar. Fledermausfische, Füsiliere und Schnapper begleiten den Drift. Es ist ein ruhiges, fast schwereloses Gleiten entlang der Wand.
Sicherheit beim Tauchen: Lehren aus dem Unglück
Der Unfall vor Rangiroa ist eine Mahnung: Auch unter scheinbar kontrollierten Bedingungen kann das Unerwartete geschehen. Taucher sollten sich stets der Risiken bewusst sein – insbesondere bei starkem Seegang und Strömungen. Die Versagen des Notstopp-Systems wirft technische Fragen auf, die die Branche beschäftigen werden. Für Tauchschulen und Reiseveranstalter bedeutet dies, Sicherheitsprotokolle zu überprüfen und zu verschärfen. Die Spendenkampagne für die Opfer zeigt die Solidarität der Tauchgemeinschaft, doch sie kann das Erlebte nicht ungeschehen machen. Die Betroffenen werden noch lange mit den Folgen kämpfen.
Das Wichtigste
- Am Ostersonntag 2025 gerät vor Rangiroa ein Boot ausser Kontrolle, nachdem der Schiffsführer über Bord gespült wird.
- Die Schweizer Taucherin Gianna F. überlebt knapp, ihr Begleiter Brian Pethke verliert ein Bein, der Tauchinstruktor erleidet Beinbrüche.
- Das Notstopp-System des Bootes versagt, was die Katastrophe begünstigt.
- Eine Spendenkampagne wurde gestartet, um die finanziellen Folgen für die Opfer zu mildern.
- Der Vorfall wirft Fragen zur Sicherheit von Tauchausflügen auf und könnte zu strengeren Vorschriften führen.
- Tauchen bleibt trotz der Risiken eine faszinierende Aktivität, die jedoch stets mit Vorsicht und Respekt vor den Naturgewalten ausgeübt werden sollte.





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