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Temperatursturz auf 6 Grad: Deutschland droht nach Hitzewoche ein Wetterumschwung mit Dauerregen und Hochwasser

Nach sommerlichen 31 Grad am Sonntag kündigt sich eine markante Abkühlung an: Ab Dienstag fallen die Temperaturen rapide, eine Luftmassengrenze bringt ergiebigen Regen – und ein quasistationäres Tief könnte Mitte Mai zu Überflutungen führen.

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Temperatursturz auf 6 Grad: Deutschland droht nach Hitzewoche ein Wetterumschwung mit Dauerregen und Hochwasser
Nach sommerlichen 31 Grad am Sonntag kündigt sich eine markante Abkühlung an: Ab Dienstag fallen die Temperaturen rapideCredit · BILD

Die Fakten

  • Am Sonntag, den 3. Mai 2026, werden in Deutschland bis zu 31 Grad erreicht – der erste Hitzetag des Jahres.
  • Ab Montag formiert sich eine Luftmassengrenze über der Landesmitte, die schauerartigen Regen und Gewitter bringt.
  • Bis Mittwoch sinken die Temperaturen auf 14 bis 18 Grad, im Norden auf 6 bis 8 Grad.
  • Vom 12. bis 17. Mai droht ein quasistationäres Tief über Mitteleuropa mit langanhaltendem Niederschlag.
  • Das europäische Wettermodell prognostiziert unwetterartige Regensummen, die zu Überflutungen und Hochwasser führen können.
  • Am Donnerstag, dem 14. Mai, werden nur noch 8 bis 12 Grad erwartet – verfrühte Eisheilige.
  • Bodenfrost ist in der zweiten Wochenhälfte im Norden möglich, örtlich auch Luftfrost.

Sommerlicher Höhepunkt am Sonntag – dann kippt das Wetter

Deutschland erlebt am Sonntag, den 3. Mai 2026, den ersten Hitzetag des Jahres. Die Temperaturen steigen von den Alpen bis zum Oderhaff auf 26 bis 30 Grad, vereinzelt sogar auf 31 Grad. Hoch WINFRIED, das sich vom Mittelmeerraum bis nach Belarus erstreckt, sorgt für eine sehr warme Südwestströmung. Doch schon am Nachmittag ziehen von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland erste Gewitter nordostwärts. In der Nacht zu Montag erreichen sie Hessen, Niedersachsen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern. Die Gewitter können lokal Sturmböen von 60 bis 80 km/h bringen.

Luftmassengrenze spaltet Deutschland – Regen und Gewitter im Norden

Am Montag formiert sich über der Landesmitte eine Luftmassengrenze. Sie trennt die warme Luft im Süden von der kühlen Atlantikluft im Norden. In der Nordhälfte kommt es zu zahlreichen Schauern und Gewittern, während im Südosten die Sonne noch scheint und die Temperaturen 24 bis 28 Grad erreichen. Am Dienstag erstreckt sich die Luftmassengrenze von Südwest nach Nordost über die Mitte. Dichte Wolken bringen schauerartigen Regen und eingelagerte Gewitter. Südlich des Mains hält sich schwülwarme Luft mit 20 bis 25 Grad, während an der See sowie in Eifel, Hochsauerland und Harz nur 11 bis 15 Grad gemessen werden.

Temperatursturz um 20 Grad – Eisheilige lassen grüßen

Bis Mittwoch fallen die Temperaturen weiter. Im Norden und Osten kippen die Werte auf 6 bis 8 Grad, in Berlin und Sachsen sind nur noch 9 Grad möglich. Im Südwesten und Westen bleibt es zweistellig, aber mit 14 bis 16 Grad deutlich kühler. Diplom-Meteorologe Dominik Jung spricht von einem „klassischen Übergang Richtung Eisheiligen-Phase“ (11. bis 15. Mai). Der Donnerstag wird der kühlste Tag der Woche: Nur 10 bis 19 Grad sind zu erwarten, in der Mitte und im Süden bleibt es stark bewölkt mit weiteren Schauern. Im Norden gibt es am Morgen Bodenfrost, vereinzelt sogar Luftfrost. Die Eisheiligen zeigen sich damit verfrüht.

Tief dreht sich über Mitteleuropa ein – Dauerregen und Hochwassergefahr

Ab dem 12. Mai zeichnet sich eine noch gravierendere Wetterentwicklung ab. Das blockierende Hoch über Osteuropa zieht sich nach Westrussland zurück, während auf dem Atlantik ein neues Hoch in Richtung Grönland aufstrebt. In die freiwerdende Lücke über Mitteleuropa stößt ein Tief vor, das von den Hochdruckgebieten regelrecht eingeschlossen wird. Dieses Tief verhält sich quasistationär und bewegt sich über Tage hinweg kaum vom Fleck. Das europäische Wettermodell prognostiziert langanhaltenden und regional ergiebigen Regen. Die Niederschlagsmengen könnten unwetterartige Ausmaße annehmen und zu Überflutungen, Hochwasser und Sturzfluten führen. Ein solches Phänomen wird als mitteleuropäischer Sommermonsun bezeichnet und ist eigentlich typisch für Ende Mai und Anfang Juni.

Temperaturen sinken unter 10 Grad – kaum Besserung in Sicht

Die Temperaturen gehen jeden Tag weiter zurück. An Christi Himmelfahrt, dem 14. Mai, werden nur noch 8 bis 12 Grad erreicht, in sonnigen Momenten bis 16 Grad. Am 17. Mai liegen die Werte zwischen 6 und 12 Grad, mit Sonnenschein bis 16 Grad. Die Sonne zeigt sich nur selten, da die dichte Bewölkung anhält. Klimatologe Dr. Karsten Brandt erklärt: „Dadurch bleibt es stark bewölkt, die Sonne kommt nicht raus, die kalte morgendliche Luft erwärmt sich gar nicht erst.“ Ein kleiner Trost: Ab Mittwoch, dem 6. Mai, gehen die Temperaturen etwas nach oben, aber sommerliche Werte wie am ersten Maiwochenende sind vorerst nicht in Sicht.

Natur profitiert von der Abkühlung – Dürrephase wird beendet

Der Wetterumschwung sei für die Natur dringend notwendig, betonen die Meteorologen. Die vorangegangene Phase großer Trockenheit werde durch die ergiebigen Niederschläge beendet. Die Luftmassengrenze sorge für eine „richtige Wohltat für die Natur nach der Dürre“, heißt es. Doch die Kehrseite der Medaille ist die Hochwassergefahr. Sollte das Tief tatsächlich über Tage hinweg stationär bleiben, könnten die Regenmengen in einigen Regionen zu Überflutungen führen. Das US-Wettermodell bestätigt die Prognose des europäischen Modells: Extremregen und Hochwasser sind möglich.

Das Wichtigste

  • Nach einem Hitzetag mit bis zu 31 Grad am 3. Mai folgt ein drastischer Temperatursturz um bis zu 20 Grad.
  • Eine Luftmassengrenze bringt ab Montag verbreitet Regen und Gewitter, besonders in der Nordhälfte Deutschlands.
  • Die Temperaturen fallen bis Mitte der Woche auf 6 bis 8 Grad im Norden und Osten, im Süden auf 14 bis 16 Grad.
  • Vom 12. bis 17. Mai droht ein quasistationäres Tief mit langanhaltendem Regen, der zu Überflutungen und Hochwasser führen kann.
  • Die Eisheiligen zeigen sich verfrüht: Bodenfrost und örtlich Luftfrost sind in der zweiten Wochenhälfte möglich.
  • Die Niederschläge beenden eine Trockenperiode, bergen aber das Risiko unwetterartiger Ereignisse.
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