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Andreas Pietschmann spielt Rudolf Heß im NS-Drama „Nürnberg“

Der Schauspieler spricht über seine Rolle als NS-Verbrecher und die Herausforderungen des Historienfilms, der auch Tom Keune und Hollywood-Stars zeigt.

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Andreas Pietschmann spielt Rudolf Heß im NS-Drama „Nürnberg“
Der Schauspieler spricht über seine Rolle als NS-Verbrecher und die Herausforderungen des Historienfilms, der auch Tom KCredit · Spiegel

Die Fakten

  • Andreas Pietschmann verkörpert Rudolf Heß im Historien-Drama „Nürnberg“.
  • Der Film thematisiert die Nürnberger Prozesse gegen führende Nationalsozialisten.
  • Tom Keune spielt Robert Ley, einen fanatischen Nationalsozialisten.
  • Russell Crowe ist als Hermann Göring zu sehen.
  • Rami Malek gehört ebenfalls zum internationalen Staraufgebot.
  • Regie führt der US-Amerikaner James Vanderbilt.
  • Die Dreharbeiten fanden zwischen November 1945 und Oktober 1946 statt.

Pietschmann als Rudolf Heß im Fokus

Der Schauspieler Andreas Pietschmann übernimmt eine markante Rolle im Historien-Drama „Nürnberg“. Er verkörpert Rudolf Heß, eine der zentralen Figuren des NS-Regimes, die sich den Nürnberger Prozessen stellen mussten. Der Film, inszeniert vom US-amerikanischen Regisseur James Vanderbilt, beleuchtet eines der prägendsten Kapitel der deutschen Nachkriegsgeschichte auf der großen Leinwand. Neben Pietschmann sind weitere namhafte Darsteller im Cast vertreten. Tom Keune schlüpft in die Rolle des fanatischen Nationalsozialisten Robert Ley, während Hollywood-Größen wie Russell Crowe als Hermann Göring und Rami Malek das internationale Star-Ensemble ergänzen. Die Produktion verspricht eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Verbrechen und den Tätern des NS-Staates. Die Nürnberger Prozesse stellten einen historischen Wendepunkt dar, bei dem führende Nationalsozialisten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zur Rechenschaft gezogen wurden. Die Darstellung dieser komplexen und dunklen Periode erfordert von den Schauspielern eine besondere Intensität und historische Genauigkeit.

Tom Keunes Darstellung des Robert Ley

Tom Keune, der im Film den Reichsleiter Robert Ley verkörpert, beschreibt seine Figur als einen fanatischen Nationalsozialisten, der von seiner Ideologie restlos überzeugt war. „Ich will, dass die Zuschauer spüren, was für ein Arschloch dieser Typ war“, zitiert eine Publikation den 50-jährigen deutschen Schauspieler. Ley, der die Deutsche Arbeitsfront leitete und sich vor Prozessbeginn das Leben nahm, war laut Keune für Argumente nicht erreichbar und von Kopf bis Fuß von der NS-Ideologie durchdrungen. Keune erläutert weiter, dass Ley aufgrund seiner tiefen Überzeugung, seiner Alkoholsucht und einer Kopfverletzung aus dem Ersten Weltkrieg zu den unberechenbarsten Persönlichkeiten der Zeit zählte. Der Schauspieler betont, dass er die Rolle nicht so angelegt habe, dass die Zuschauer Leys Perspektive nachvollziehen könnten. Vielmehr solle die Darstellung an einen schlimmen Unfall erinnern, von dem man nicht wegsehen könne. Die Rolle des Robert Ley nimmt im Film eine bedeutende Stellung ein, insbesondere im Vergleich zu anderen NS-Größen wie Göring oder Heß. Ein wesentlicher Teil des Films widmet sich der Figur Dr. Douglas M. Kelley, dem Psychiater, der von der US-Seite eingesetzt wurde, um die Vernehmungsfähigkeit der Angeklagten zu prüfen. Kelley verlor schließlich den Glauben an sein eigenes Urteilsvermögen angesichts der Unzugänglichkeit Leys.

Herausforderungen historischer Rollen

Die Darstellung von NS-Verbrechern birgt für Schauspieler erhebliche ethische und künstlerische Herausforderungen. Tom Keune äußert in einem Interview, dass er sich bewusst war, eine Figur darzustellen, die es nicht verdiene, in einer Weise beleuchtet zu werden, die eine Identifikation ermöglicht. Sein Ziel sei es, die Zuschauer dazu zu bringen, die Taten und die Person Leys mit Distanz und Abscheu zu betrachten. Die Vorbereitung auf solche Rollen erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit der historischen Materie und den psychologischen Abgründen der Charaktere. Andreas Pietschmann wird als Rudolf Heß eine Figur verkörpern, die für die Verbrechen des NS-Regimes mitverantwortlich war. Die Darstellung von historischen Persönlichkeiten, insbesondere von Tätern, verlangt von den Schauspielern eine Gratwanderung zwischen Authentizität und moralischer Verantwortung. Der Film „Nürnberg“ setzt sich mit den Nürnberger Prozessen auseinander, die nach dem Zweiten Weltkrieg stattfanden. Zwischen November 1945 und Oktober 1946 wurden führende Nationalsozialisten vor Gericht gestellt. Die Besetzung mit internationalen Stars und deutschen Schauspielern unterstreicht die Bedeutung dieses historischen Ereignisses für die globale Nachkriegsordnung.

Der Film „Nürnberg“ im Kino

Das Historien-Drama „Nürnberg“ bringt ein entscheidendes Kapitel der Nachkriegsgeschichte auf die Leinwand. Regisseur James Vanderbilt hat eine Starbesetzung versammelt, um die komplexen Figuren und die dramatischen Ereignisse der Nürnberger Prozesse darzustellen. Der Film verspricht, die Zuschauer tief in die Atmosphäre der Gerichtsverhandlungen und die psychologischen Abgründe der Angeklagten eintauchen zu lassen. Die Besetzung mit Schauspielern wie Russell Crowe, Rami Malek, Andreas Pietschmann und Tom Keune signalisiert den Anspruch, eine international relevante Produktion zu schaffen. Die Rollen der führenden Nationalsozialisten, darunter Hermann Göring, Rudolf Heß und Robert Ley, werden von Darstellern verkörpert, die sich intensiv mit der Materie auseinandergesetzt haben. Der Film wird als packendes Justiz-Drama beschrieben, das die Zuschauer mit den dunklen Seiten der menschlichen Natur konfrontiert. Die Darstellung von Persönlichkeiten, die von fanatischer Ideologie und unerschütterlichem Glauben an ihre Taten geprägt waren, stellt eine besondere Herausforderung dar und verspricht zugleich eine fesselnde Kinoerfahrung.

Hintergrund der Nürnberger Prozesse

Die Nürnberger Prozesse waren eine Reihe von Militärgerichten, die nach dem Zweiten Weltkrieg von den Siegermächten unter der Führung der Vereinigten Staaten, Großbritanniens, der Sowjetunion und Frankreichs abgehalten wurden. Sie dienten dazu, die Hauptkriegsverbrecher des nationalsozialistischen Deutschlands zur Rechenschaft zu ziehen. Die Prozesse fanden zwischen dem 20. November 1945 und dem 1. Oktober 1946 im Justizpalast Nürnberg statt. Angeklagt waren 24 führende Persönlichkeiten des NS-Regimes. Die Anklagepunkte umfassten Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Bedeutung der Nürnberger Prozesse reicht weit über die juristische Aufarbeitung hinaus. Sie legten den Grundstein für das moderne Völkerstrafrecht und etablierten das Prinzip, dass Individuen für ihre Handlungen während eines Krieges strafrechtlich verfolgt werden können. Der Film „Nürnberg“ greift diese historische Bedeutung auf, um die Ereignisse und ihre Protagonisten einem breiteren Publikum näherzubringen.

Das Wichtigste

  • Andreas Pietschmann spielt Rudolf Heß im neuen Historien-Drama „Nürnberg“.
  • Der Film thematisiert die Nürnberger Prozesse und die Täter des NS-Regimes.
  • Tom Keune verkörpert Robert Ley und thematisiert die Herausforderungen bei der Darstellung von NS-Verbrechern.
  • Russell Crowe und Rami Malek sind als Hermann Göring und weitere Figuren zu sehen.
  • US-Regisseur James Vanderbilt inszeniert das historische Drama.
  • Die Nürnberger Prozesse fanden von November 1945 bis Oktober 1946 statt.
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