Biathlon-Saison endet mit Karriereenden und Führungswechsel beim DSV
Nach 24 Jahren beendet Johannes Kühn seine Laufbahn, während Sandra Flunger das Frauen-Team übernimmt und Franziska Preuß zurücktritt.

GERMANY —
Die Fakten
- Johannes Kühn beendet nach 24 Jahren seine Biathlon-Karriere.
- Franziska Preuß gewinnt die Große Kristallkugel und beendet ihre Karriere.
- Sandra Flunger wird neue Cheftrainerin der Biathlon-Frauen.
- Bernd Eisenbichler kehrt als Sportdirektor Biathlon zum DSV zurück.
- DSV und Ruhpolding planen eine WM-Bewerbung ab 2032.
- Vanessa Voigt nutzt die Verfolgung in Oslo zur Aufholjagd.
- Philipp Nawrath sorgt mit einem sensationellen Rennen für ein deutsches Happy End.
- Lisa Hauser aus Österreich beendet ihre Biathlon-Karriere.
Ein Abschied nach 24 Jahren: Johannes Kühn tritt ab
Der Oberbayer Johannes Kühn hat nach 24 Jahren im Biathlon einen Schlussstrich gezogen. Der 32-Jährige blickt auf einen Einzelsieg, zwei Olympia-Teilnahmen und WM-Bronze zurück. Sein Karriereende markiert das Ende einer Ära für den deutschen Biathlon-Sport. Kühn war bekannt für seine Beständigkeit und kämpferische Einstellung. Sein letztes Rennen bestritt er in Oslo, wo die Saison ihren Abschluss fand. Der Deutsche Skiverband würdigte seine Verdienste, ohne jedoch offiziell Stellung zu nehmen.
Franziska Preuß krönt Karriere mit Kristallkugel und Rücktritt
Franziska Preuß gewann die Große Kristallkugel für den Gesamtweltcup und beendete anschließend ihre Karriere. Die 30-Jährige setzte sich im dramatischen Massenstart in Oslo gegen die Französin Lou Jeanmonnot durch. Die Siegerehrung zeigte eine sichtlich emotionale Preuß, die sich von den Fans verabschiedete. Preuß' Rücktritt kommt überraschend, da sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere stand. Sie hinterlässt eine Lücke im deutschen Frauenteam, das nun unter neuer Leitung steht.
Sandra Flunger übernimmt als Cheftrainerin der Frauen
Sandra Flunger wird neue Cheftrainerin der Biathlon-Frauen des Deutschen Skiverbandes. Die gebürtige Österreicherin bringt Erfahrung aus ihrer aktiven Zeit und als Trainerin mit. Sie tritt die Nachfolge von Kristian Mehringer an, der das Team zuletzt betreute. Parallel kehrt Bernd Eisenbichler als Sportdirektor Biathlon zum DSV zurück. Eisenbichler war zuvor in anderen Funktionen tätig und soll die sportliche Ausrichtung des Verbandes prägen. Der DSV und der Ort Ruhpolding planen zudem eine Bewerbung für die Biathlon-Weltmeisterschaften ab 2032.
Vanessa Voigt und Philipp Nawrath glänzen in Oslo
Vanessa Voigt nutzte die Verfolgung in Oslo zu einer beeindruckenden Aufholjagd. Die 26-Jährige, die als „Dieselmotor“ bekannt ist, zeigte im Flow eine starke Leistung und verbesserte sich um mehrere Plätze. Ihr Rennen war ein Lichtblick in einer ansonsten durchwachsenen Saison. Philipp Nawrath sorgte mit einem sensationellen Rennen für ein deutsches Happy End im letzten Saisonrennen. Der 28-Jährige fuhr auf den zweiten Platz im Massenstart und belegte in der Verfolgung den achten Rang, während der Norweger Sturla Holm Laegreid den Sieg holte. Nawraths Leistung unterstreicht sein Potenzial für die kommende Saison.
Weitere Personalien: Hauser, Strelow und Junioren
Die Österreicherin Lisa Hauser beendete nach dem Saisonfinale in Oslo ihre Biathlon-Karriere. Die 30-Jährige war mehrfache Weltcup-Siegerin und Olympiateilnehmerin. Ihr Rücktritt ist Teil einer größeren Welle von Karriereenden im internationalen Biathlon. Bei den deutschen Männern erlitt Justus Strelow einen Fingerbruch, weshalb ein verkleinertes Team nach Kontiolahti reiste. Die Junioren-WM verlief enttäuschend: Die deutsche Mixed-Staffel verpasste eine Medaille. Zudem unterbricht eine WM-Teilnehmerin ihre Karriere, wie der Verband mitteilte.
Zukunftsperspektiven: WM-Bewerbung und Medienpartnerschaft
Der DSV und Ruhpolding planen eine Bewerbung für die Biathlon-Weltmeisterschaften ab 2032. Dies würde die Rückkehr der WM nach Deutschland bedeuten, zuletzt fanden sie 2012 in Ruhpolding statt. Parallel verlängerten der DSV und ARD/ZDF ihre Medienpartnerschaft bis 2030, was die TV-Präsenz des Sports sichert. Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina rücken näher; der DSV hat bereits Nominierungen bekannt gegeben. Der Biathlon-Kalender für die kommende Saison umfasst Weltcups in Otepää, Kontiolahti und Nové Město. Die Saison beginnt traditionell mit dem Weltcup auf Schalke in der VELTINS-Arena am 30. Dezember.
Ein Sport im Wandel: Abschiede und Neuanfänge
Die Biathlon-Saison 2024/25 endet mit tiefgreifenden Veränderungen. Während erfahrene Athleten wie Kühn, Preuß und Hauser ihre Karrieren beenden, übernehmen neue Trainer und Funktionäre Verantwortung. Der DSV setzt auf Kontinuität mit Eisenbichler und Flunger, während die WM-Bewerbung langfristige Perspektiven schafft. Die kommende Saison wird zeigen, ob die deutschen Athleten die Lücken schließen können. Mit Nawrath und Voigt gibt es vielversprechende Talente, doch die Konkurrenz aus Norwegen und Frankreich bleibt stark. Der Biathlon-Sport bleibt in Bewegung – personell wie strategisch.
Das Wichtigste
- Johannes Kühn und Franziska Preuß beenden ihre Karrieren; Preuß gewann zuvor die Große Kristallkugel.
- Sandra Flunger wird Cheftrainerin der Frauen, Bernd Eisenbichler Sportdirektor Biathlon beim DSV.
- DSV und Ruhpolding planen WM-Bewerbung ab 2032, Medienpartnerschaft mit ARD/ZDF bis 2030 verlängert.
- Vanessa Voigt und Philipp Nawrath überzeugen in Oslo mit starken Leistungen.
- Lisa Hauser (Österreich) tritt ebenfalls zurück; Justus Strelow erleidet Fingerbruch.
- Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand/Cortina stehen als nächstes Großereignis an.






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