HSV vor Schlüsselspiel in Frankfurt: Polzin warnt vor riskanten Entscheidungen
Drei Spieltage vor Saisonende kann der Hamburger SV mit einem Sieg bei Eintracht Frankfurt den Klassenerhalt nahezu perfekt machen – doch Trainer Merlin Polzin muss personelle Fragen klären.

GERMANY —
Die Fakten
- HSV gastiert am 32. Spieltag der Bundesliga am Samstag um 15:30 Uhr bei Eintracht Frankfurt.
- Trainer Merlin Polzin kann auf Kapitän Yussuf Poulsen, Luka Vuskovic und Jean-Luc Dompe zurückgreifen.
- Alexander Rössing-Lelesiit erlitt einen kleinen Rückschlag im Training, sein Einsatz ist fraglich.
- Philip Otele ist gesperrt, Miro Muheim verletzt – beide fallen sicher aus.
- Eintracht Frankfurt steht mit 43 Punkten auf Rang 7, punktgleich mit dem SC Freiburg.
- Frankfurt ist seit 13 Spielen gegen den HSV ungeschlagen (längste Serie des Clubs).
- Schiedsrichter Deniz Aytekin leitet sein letztes HSV-Spiel; Bilanz: 8 Siege, 9 Remis, 17 Niederlagen.
- Das Hinrundenduell endete 1:1; seitdem hat Frankfurt den Trainer gewechselt (Albert Riera seit Februar).
Letzte Auswärtsfahrt vor dem Saisonfinale
Der Hamburger SV reist am 32. Spieltag der Bundesliga zu Eintracht Frankfurt. Anpfiff im Deutsche Bank Park ist am Samstag um 15:30 Uhr. Für die Rothosen ist es die vorletzte Auswärtspartie in dieser Saison – und eine wegweisende. Mit einem Sieg könnte der HSV einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Derzeit liegt die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin auf einem Abstiegsplatz, doch die Konkurrenz ist nah. Drei Spieltage vor Schluss zählt jeder Punkt. „Wir wollen im Hier und Jetzt sein, um die Kraft des Moments für uns zu nutzen“, sagte Polzin in der Pressekonferenz. Der Coach betonte, dass die Vergangenheit keine Rolle spiele – nur das kommende Spiel zähle.
Personelle Entscheidungen: Polzin setzt auf smarte Lösungen
Polzin kann mehrere Profis zurückbegrüßen, die zuletzt verletzt oder angeschlagen fehlten. Kapitän Yussuf Poulsen, Luka Vuskovic und Jean-Luc Dompe sind wieder Optionen für den Kader. Der Trainer kündigte jedoch an, keine riskanten Entscheidungen zu treffen. „Wir müssen hier eine smarte Lösung finden, die allen hilft“, betonte Polzin. Die endgültige Kaderentscheidung fällt nach dem Abschlusstraining am Freitag. Derweil gab es bei Alexander Rössing-Lelesiit einen Rückschlag im Training – der 19-Jährige laboriert noch an einer Syndesmose-Verletzung aus dem Stadtderby Ende Januar. Sicher fehlen werden der gesperrte Philip Otele und der verletzte Miro Muheim. Polzin zeigte sich dennoch zuversichtlich: „Wir merken, dass alle viel dafür tun, dem Verein beim Erreichen seiner Ziele zu helfen.“
Frankfurt: Europapokal-Ambitionen und Trainerwechsel
Eintracht Frankfurt liegt mit 43 Punkten auf Rang 7, punktgleich mit dem SC Freiburg. Die Platzierung würde zur Teilnahme an der Conference-League-Qualifikation berechtigen – doch durch den Einzug von Bayern München und VfB Stuttgart ins DFB-Pokalfinale könnte ein zusätzlicher Europacup-Platz frei werden. Sollte die Bundesliga einen fünften Champions-League-Platz erhalten, wäre Frankfurt sogar direkt für die Europa League qualifiziert. Allerdings hat die SGE zuletzt nachgelassen: Nur ein Sieg aus den vergangenen fünf Spielen, in der Formtabelle liegt Frankfurt auf Platz 13. Zudem steht ein neuer Trainer an der Seitenlinie: Dino Toppmöller wurde Anfang Februar durch den Spanier Albert Riera ersetzt. Unter Riera holte Frankfurt 16 Punkte aus elf Spielen (vier Siege, vier Remis, drei Niederlagen) und verbesserte sich tabellarisch um einen Platz. Frankfurt geht mit einer beeindruckenden Serie ins Duell: 13 Spiele ohne Niederlage gegen den HSV – die längste Ungeschlagen-Serie des Clubs gegen einen Gegner.
Historische Last: HSV erinnert sich an den Abstieg 2018
Für den HSV ist es die erste Rückkehr nach Frankfurt seit fast genau acht Jahren. Das letzte Auswärtsspiel im damaligen Waldstadion endete mit einer 0:3-Niederlage am 33. Spieltag der Saison 2017/18 – eine Pleite, die den erstmaligen Bundesliga-Abstieg der Rothosen maßgeblich besiegelte. Seither hat sich nicht nur die sportliche Situation geändert, sondern auch der Name des Stadions: Aus der Commerzbank Arena wurde 2020 der Deutsche Bank Park. Mit 59.500 Plätzen ist es die viertgrößte Spielstätte der Bundesliga, knapp vor dem Volksparkstadion. HSV-Trainer Polzin zeigte sich trotz der historischen Hypothek optimistisch: „Ich freue mich auf ein sehr intensives Spiel in einem lauten Stadion mit einem lauten Gästeblock – und im besten Fall mit einem positiven Ergebnis für uns.“
Schiedsrichter Aytekin: Letzter Auftritt vor dem Karriereende
Die Partie wird von Schiedsrichter Deniz Aytekin geleitet – es ist sein letztes Spiel mit Beteiligung des HSV. Der 47-Jährige beendet nach dieser Saison seine Karriere. Vor vier Wochen hatte Aytekin beim 1:1 gegen Augsburg für Wirbel gesorgt: Er nahm einen aussichtsreichen Freistoß zurück, nachdem er FCA-Stürmer Michael Gregoritsch befragte, ob er wirklich gefoult worden sei. Zudem zeigte er HSV-Linksverteidiger Miro Muheim die Rote Karte (unstrittig) und nahm einen Elfmeter für den HSV nach Videobeweis zurück. Trotz des Unmuts blieb das Verhältnis intakt: Aytekin signierte nach dem Spiel sein Trikot und überließ es den HSV-Offiziellen; es hängt nun in der Schiedsrichter-Kabine im Volkspark. Seine Bilanz gegen den HSV ist negativ: Acht Siege und neun Unentschieden stehen 17 Niederlagen gegenüber. In dieser Saison verwies er neben Muheim auch Fábio Vieira des Feldes (beim 0:0 in Berlin im September). Aytekin wurde dreimal zum Schiedsrichter des Jahres gewählt (2019, 2022, 2024). Der DFB scheint ihm eine Abschiedstournee durch große Stadien zu ermöglichen: Nach Stuttgart, Hamburg und Dortmund folgt nun Frankfurt.
Ausblick: Monat der Entscheidungen beginnt
Das Spiel in Frankfurt läutet den „Monat der Entscheidungen“ für den HSV ein. Noch drei Spieltage bleiben, um den Klassenerhalt zu sichern. Der Countdown läuft – jedes Spiel ist ein Endspiel. Polzin und sein Team wissen um die Schwere der Aufgabe. Frankfurt ist zu Hause stark, die Serie spricht gegen den HSV. Doch die Rückkehr von Leistungsträgern gibt Hoffnung. „Der Monat der Entscheidungen ist gestartet“, sagte Polzin. Die Partie wird live auf Sky übertragen. Der HSV bietet zudem einen Livestream über das HSVnetradio sowie Updates auf X, Facebook und Instagram an. Für die mitgereisten Fans steht ein lauter Gästeblock bereit – sie sollen den entscheidenden Unterschied machen.
Das Wichtigste
- Der HSV kann mit einem Sieg in Frankfurt den Klassenerhalt nahezu perfekt machen, doch die historische Bilanz (13 Spiele ohne Sieg gegen Frankfurt) mahnt zur Vorsicht.
- Trainer Polzin muss abwägen zwischen dem Wunsch, Leistungsträger wie Poulsen und Vuskovic einzusetzen, und dem Risiko eines Rückfalls.
- Eintracht Frankfurt kämpft unter Neu-Trainer Riera um einen Europapokalplatz und ist zu Hause traditionell stark.
- Schiedsrichter Aytekin pfeift sein letztes HSV-Spiel – seine Bilanz gegen die Rothosen ist negativ, aber die Stimmung ist versöhnlich.
- Die Partie ist der Auftakt in den entscheidenden Monat Mai, in dem über Auf- und Abstieg in der Bundesliga endgültig entschieden wird.


Bayern-Trainer Kompany rotiert vor PSG-Rückspiel: Sieben Änderungen gegen Heidenheim

32. Spieltag in der 2. Bundesliga: Schalke vor Aufstieg, Platzsturm-Diskussion tobt
