Rhein-Neckar Löwen beenden Pleitenserie mit 30:22 gegen MT Melsungen
Nach drei Niederlagen in Folge feiern die Mannheimer einen klaren Heimsieg, während die Gäste aus Nordhessen den Anschluss an die Europacup-Plätze verlieren.

GERMANY —
Die Fakten
- Rhein-Neckar Löwen gewinnen 30:22 gegen MT Melsungen am 1. Mai 2026 in der SAP Arena.
- Die Löwen beenden damit eine Serie von drei Niederlagen in der Handball-Bundesliga.
- MT Melsungen kassiert die zweite deutliche Pleite in Folge nach dem 30:40 gegen Flensburg.
- Patrick Groetzki erzielt ein Tor verletzt sich dabei am Fuß.
- Co-Trainer Isaías Guardiola, 40 Jahre alt, erkämpft einen Siebenmeter und trifft zum 10:10-Ausgleich.
- Löwen-Keeper Mike Jensen glänzt in der zweiten Halbzeit mit sieben Paraden.
- MT Melsungen bleibt Tabellensiebter, zwei Punkte hinter Lemgo auf Platz sechs.
- Sebastian Heymann, der im Sommer nach Hannover wechselt, bleibt unauffällig in seinem Einsatz.
Löwen stoppen den Abwärtstrend
Die Rhein-Neckar Löwen haben ihre Negativserie in der Daikin Handball-Bundesliga beendet. Nach drei Niederlagen in Folge besiegten sie am Freitagabend in der SAP Arena den Tabellennachbarn MT Melsungen klar mit 30:22 (16:10). Der Sieg bringt die Mannheimer im Kampf um die Europacup-Plätze wieder in Schlagdistanz. Vor der Partie lagen sie fünf Punkte hinter den begehrten Rängen, nun haben sie Boden gutgemacht. Für die MT Melsungen war es die zweite deutliche Niederlage binnen einer Woche. Nach dem 30:40-Debakel gegen Flensburg in der Vorwoche verloren die Nordhessen erneut und bleiben Tabellensiebter.
Früher Rückstand und Guardiolas Comeback
Die Gäste aus Melsungen erwischten einen denkbar schlechten Start. Bereits nach 13 Minuten lagen sie mit 2:7 zurück. Doch dann kam Co-Trainer Isaías Guardiola aufs Feld – der 40-jährige Spanier, der eigentlich nur auf der Bank sitzen sollte, wurde erneut dringend gebraucht. Guardiola holte einen Siebenmeter heraus und traf anschließend selbst zum 10:10-Ausgleich in der 23. Minute. Melsungen schien zurück im Spiel. Doch dann brach das Angriffsspiel der Gäste völlig ein: Sieben Minuten lang blieb die MT ohne Treffer, während die Löwen einen 6:0-Lauf hinlegten und auf 16:10 davonzogen.
Groetzkis Volleyball-Tor und Verletzung
Das auffälligste Tor des Abends erzielte Patrick Groetzki in der 42. Minute. Nach einem Kempa-Pass von Haukur Thrastarson pritschte der Rechtsaußen den Ball wie beim Volleyball ins Netz – eine ungewöhnliche Aktion, die das Publikum begeisterte. Doch der 36-Jährige verletzte sich dabei leicht am Fuß und musste danach auf der Bank Platz nehmen. Die Löwen ließen sich davon nicht beeindrucken und bauten die Führung weiter aus. Nach 36 Minuten stand es bereits 20:12. „Wir wollten es besser machen als die letzten drei Spiele. Vor allem wollten wir viel laufen, und das haben wir gemacht“, sagte Löwen-Profi Edwin Aspenbäck nach der Partie.
Melsungens Fehlerflut und Jensens Paraden
Auf der Gegenseite herrschte Frust. „Wir haben einfach zu viele Fehler gemacht und konnten das nicht abstellen“, klagte Melsungens Florian Drosten. Die Gäste fanden nie zu ihrer Form und ließen den Löwen zu viele Räume. Löwen-Keeper Mike Jensen war in der zweiten Halbzeit mit sieben Paraden ein entscheidender Faktor. Er vereitelte mehrere aussichtsreiche Abschlüsse der MT und sorgte dafür, dass der Vorsprung nie gefährdet wurde. Am Ende stand ein verdienter 30:22-Erfolg, der die Löwen wieder auf Kurs bringt. Für Melsungen hingegen wird der Kampf um die Europacup-Plätze immer schwieriger: Lemgo auf Platz sechs hat zwei Punkte Vorsprung und ein Spiel mehr ausgetragen.
Machullas Taktik und die Lehren aus der Krise
Löwen-Trainer Maik Machulla hatte vor der Partie angekündigt, die Lehren aus den jüngsten Niederlagen gegen Flensburg und Göppingen ziehen zu wollen. „Das Flensburg-Spiel hat uns gezeigt, wozu wir zu Hause mit unseren Fans im Rücken in der Lage sind“, sagte er. Machulla stellte das Spiel um: weniger Systeme, mehr Ruhe und klare Aktionen. „Wir versuchen uns nicht mehr aus der gesamten Palette zu bedienen. Es geht darum, bestimmte Systeme so lange anzuwenden, bis der Gegner eine Lösung findet.“ Die Fehlerquote sei gesenkt worden, gab er zu Protokoll. „Das Ziel ist immer, sich zu verbessern. Wir wollen Dinge besser machen!“
Heymanns Abschied und die Kaderplanung
Nationalspieler Sebastian Heymann, der im Sommer nach Hannover wechselt, kam nach 20 Minuten in die Partie. Der 28-Jährige blieb unauffällig und konnte keine Akzente setzen. Machulla äußerte sich zum bevorstehenden Abgang: „Für beide Seiten ist es gut, dass die Sache entschieden ist und Klarheit herrscht.“ Er betonte, dass die Gespräche offen und ehrlich gewesen seien. Heymann habe sich im Abwehrzentrum einen wichtigen Platz erkämpft, aber im Angriff habe sich die Überzeugung nicht vollständig entwickelt. Der Wechsel verschaffe dem Verein wirtschaftlichen Freiraum für die Kaderplanung. „Das kann auch bedeuten, dass wir in die kommende Saison nicht mit einem vollständigen 16er-Kader gehen und diese Position unbesetzt lassen“, so Machulla.
Ausblick: Löwen auf Europakurs, Melsungen unter Druck
Mit dem Sieg haben die Rhein-Neckar Löwen den Anschluss an die Europacup-Ränge wiederhergestellt. Die Mannheimer liegen nun fünf Punkte hinter den begehrten Plätzen, haben aber Selbstvertrauen getankt. Für die MT Melsungen wird die Luft dünner. Als Tabellensiebter haben sie zwei Punkte Rückstand auf Lemgo, das zudem ein Spiel mehr bestritten hat. Die nächsten Partien werden zeigen, ob die Mannschaft die Wende schaffen kann. Die Löwen hingegen können aufbauen auf einer starken Defensivleistung und einem effizienten Angriff. Die Serie von drei Pleiten ist gestoppt – der Weg nach oben ist frei.
Das Wichtigste
- Rhein-Neckar Löwen beenden mit 30:22 gegen MT Melsungen ihre Serie von drei Niederlagen.
- MT Melsungen verliert zum zweiten Mal in Folge deutlich und fällt im Rennen um Europacup-Plätze zurück.
- Co-Trainer Isaías Guardiola (40) gleicht mit einem Siebenmeter und Tor zum 10:10 aus, bevor die Löwen einen 6:0-Lauf starten.
- Patrick Groetzki erzielt ein Tor verletzt sich dabei und muss ausgewechselt werden.
- Löwen-Keeper Mike Jensen hält sieben Bälle in der zweiten Halbzeit und sichert den Sieg.
- Sebastian Heymann, der im Sommer zu Hannover wechselt, bleibt in seinem Kurzeinsatz unauffällig.



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