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Harald Krassnitzer über den Tod seiner Mutter: „Es ist eher ein Anfang“

Der „Tatort“-Star spricht über die intensive Zeit mit seiner an Demenz erkrankten Mutter, die am 14. Februar im Alter von 95 Jahren starb, und wie die Erfahrung seinen Blick auf Würde und Liebe veränderte.

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Harald Krassnitzer über den Tod seiner Mutter: „Es ist eher ein Anfang“
Der „Tatort“-Star spricht über die intensive Zeit mit seiner an Demenz erkrankten Mutter, die am 14. Februar im Alter voCredit · T-Online

Die Fakten

  • Harald Krassnitzers Mutter Susanne starb am 14. Februar 2026 im Alter von 95 Jahren.
  • Sie litt an Demenz, was die Beziehung zu ihrem Sohn zum Ende hin intensiver machte.
  • Krassnitzer pendelte zwischen seinem Wohnort Wuppertal und Salzburg, um seine Mutter zu besuchen.
  • Seine Schwester übernahm den Großteil der Pflege.
  • Krassnitzer spielt im Film „Der verlorene Mann“ (Kinostart 7. Mai) einen demenzkranken Ehemann.
  • Der Schauspieler ist seit 2009 mit Ann-Kathrin Kramer verheiratet.
  • Krassnitzer verkörpert seit 1999 den Wiener „Tatort“-Kommissar Moritz Eisner.

Ein Abschied, der kein Ende sein soll

Harald Krassnitzer, der seit 1999 als Wiener „Tatort“-Kommissar Moritz Eisner bekannt ist, trauert um seine Mutter Susanne. Sie starb am 14. Februar im Alter von 95 Jahren. Der 65-jährige Schauspieler spricht jedoch nicht von Verlust, sondern von einem Neuanfang. „Es ist eher ein Anfang“, sagte er in einem Interview. Die Mutter litt zuletzt an Demenz. Diese Krankheit prägte die letzten Jahre ihrer Beziehung auf eine Weise, die Krassnitzer als intensiver denn je beschreibt. „Die Beziehung zwischen uns wurde zum Ende hin intensiver als je zuvor“, erklärte er.

Pendeln zwischen Dreharbeiten und Pflege

Krassnitzer lebt in Wuppertal, seine Mutter in Salzburg. Trotz eines vollen Terminkalenders reiste er regelmäßig zu ihr. „Ich bin bei Drehpausen so oft wie möglich hingefahren“, berichtete er. Den Großteil der Pflege übernahm jedoch seine Schwester. „Meine Schwester hat einen Großteil dieser Arbeit gemacht, weil ich noch relativ intensiv mit Dreharbeiten und all dem Wahnsinn beschäftigt war, den man das Leben nennt“, sagte Krassnitzer. Die Demenz führte zu Momenten, in denen die Mutter ihren Sohn nicht erkannte. „Mal war ich für sie mein eigener Vater, mal der Bruder oder der Hund“, erzählte Krassnitzer. Erst gegen Ende sei er wieder als ihr Sohn wahrgenommen worden. „Bis dann irgendwann am Schluss nur noch eine Person zur Verfügung stand. Und das durfte ich dann sein. Ihr Sohn.“

Berührung als Botschaft: „Ich bin deine Mutter“

Besonders berührend war für Krassnitzer der körperliche Kontakt. „Wenn sie mir die Hand gegeben und einfach nicht mehr losgelassen hat, weil sie so fest zugedrückt hat, dass ich mich nicht hätte befreien können. Diese Berührung erzählte etwas“, sagte er. Die Botschaft dahinter: „Ich bin deine Mutter!“ Diese Geste habe ihn erschreckt, aber auch geöffnet. Ein weiterer prägender Moment war ein Spaziergang, den Krassnitzer mit seiner Schwester und der Mutter unternahm. Seine Schwester setzte die Mutter in den Rollstuhl und fuhr sie durch das Dorf. „Es hat keine 15 Sekunden gedauert und meine Mutter wandte sich der Sonne zu, wie eine Sonnenblume, weil sie die Wärme spürte“, erinnerte er sich. Die Mutter habe auch das Rascheln der Bäume anders wahrgenommen. „Da wurde mir klar, dass das, was ich unter Würde verstehe, völliger Blödsinn ist. Sie ist noch da. Sie fühlt und lebt im Moment“, so Krassnitzer.

Die Erkenntnis der Schwester: Liebe als zentraler Begriff

Krassnitzer betont, dass seine Schwester ihm eine neue Sichtweise auf Würde und Fürsorge vermittelt habe. „Meine Schwester hat mir gezeigt, dass es in diesem Zusammenhang nur einen einzigen Begriff gibt, der tatsächlich eine große Tragweite hat. Liebe“, resümierte er. Die Familie sei durch diese Zeit enger zusammengerückt. Der Schauspieler, der seit 2009 mit Ann-Kathrin Kramer verheiratet ist, verarbeitet die Erfahrungen nun auch beruflich. Am 7. Mai kommt sein Kinofilm „Der verlorene Mann“ in die Kinos. Darin spielt er an der Seite von Dagmar Manzel und August Zirner einen demenzkranken Ehemann, der die Scheidung von seiner Frau vergessen hat.

Ein Film über das Vergessen und was bleibt

Der Film „Der verlorene Mann“ widmet sich dem Thema Vergessen – und dem, was trotzdem bleibt. Für Krassnitzer ist es vor allem der Zusammenhalt, der durch die Pflege der Mutter noch enger geworden ist, und die Liebe, die sie gemeinsam weitertragen wollen. „Sie fühlt und lebt im Moment“, sagte er über seine Mutter. Krassnitzer, der Ende 2026 seinen letzten „Tatort“-Fall bestreiten wird, hat in der Zeit der Pflege gelernt, dass Würde nicht an kognitiven Fähigkeiten hängt. „Da wurde mir klar, dass das, was ich unter Würde verstehe, völliger Blödsinn ist“, wiederholte er. Die Beziehung zu seiner Mutter sei durch die Demenz nicht geschwächt, sondern gestärkt worden.

Das Wichtigste

  • Harald Krassnitzers Mutter Susanne starb am 14. Februar 2026 an den Folgen ihrer Demenz im Alter von 95 Jahren.
  • Der Schauspieler pendelte zwischen Wuppertal und Salzburg, während seine Schwester die Hauptlast der Pflege trug.
  • Die Demenz führte zu Momenten, in denen die Mutter ihren Sohn nicht erkannte, aber auch zu intensiver Nähe.
  • Krassnitzer definiert Würde neu: Sie äußert sich im Spüren von Sonnenwärme und Rascheln, nicht in kognitiven Fähigkeiten.
  • Seine Schwester lehrte ihn, dass Liebe der zentrale Begriff im Umgang mit Demenz ist.
  • Der Film „Der verlorene Mann“ (Kinostart 7. Mai) spiegelt Krassnitzers persönliche Erfahrungen wider.
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