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Tabakovic rettet Gladbach in 88. Minute: Klassenerhalt gesichert, Dortmunds Vizemeisterschaft vertagt

Ein spätes Tor von Haris Tabakovic nach VAR-Prüfung beschert Borussia Mönchengladbach den 1:0-Sieg gegen Borussia Dortmund und den Verbleib in der Bundesliga.

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Tabakovic rettet Gladbach in 88. Minute: Klassenerhalt gesichert, Dortmunds Vizemeisterschaft vertagt
Ein spätes Tor von Haris Tabakovic nach VAR-Prüfung beschert Borussia Mönchengladbach den 1:0-Sieg gegen Borussia DortmuCredit · BILD

Die Fakten

  • Haris Tabakovic erzielt in der 88. Minute das 1:0-Siegtor für Mönchengladbach.
  • Der Treffer wurde zunächst wegen Abseits aberkannt, nach VAR-Überprüfung gegeben.
  • Gladbach sichert damit den Klassenerhalt in der Bundesliga.
  • Dortmund verpasst die vorzeitige Vizemeisterschaft, kann sie aber am nächsten Spieltag perfekt machen.
  • Nico Schlotterbeck (Dortmund) wird mit 29% der Stimmen zum Man of the Match gewählt.
  • xGoals: Mönchengladbach 1,79 – Dortmund 0,40.
  • 54.042 Zuschauer im Borussia-Park.
  • Letztes torloses Unentschieden zwischen beiden Teams im April 1994.

Ein Tor in letzter Minute entscheidet das Borussen-Duell

Borussia Mönchengladbach hat Borussia Dortmund mit 1:0 (0:0) besiegt und damit den Klassenerhalt in der Bundesliga gesichert. Der entscheidende Treffer fiel in der 88. Minute durch Haris Tabakovic, der eine Vorlage von Rocco Reitz eiskalt ins Tor schob. Die Fahne des Linienrichters ging zunächst hoch – Abseits. Doch nach einer VAR-Überprüfung wurde der Treffer gegeben, und der Borussia-Park explodierte. Dortmund rannte in den verbleibenden Minuten an, doch Gladbach verteidigte den knappen Vorsprung bis zum Abpfiff. Mit dem Sieg entledigten sich die Gladbacher ihrer letzten Abstiegssorgen. Trainer Eugen Polanski beobachtete die Szenerie sichtlich gerührt, während Siegtorschütze Tabakovic mit einem breiten Grinsen vor die jubelnden Fans in der Nordkurve stolzierte. „Nächste Saison Liga eins!“, rief der Stadionsprecher über die Lautsprecher. „Ich bin froh, dass wir jetzt durch sind“, sagte Verteidiger Nico Elvedi bei DAZN.

Gladbach dominiert, Kobel hält die Null

Borussia Mönchengladbach übernahm von Beginn an die Initiative und drängte auf die Führung. Joe Scally setzte sich in der 7. Minute im Strafraum gegen Julian Ryerson durch, doch der Pass zu Tabakovic konnte abgefangen werden. In der 19. Minute parierte Gregor Kobel einen Schuss von Scally. Kurz darauf jubelte Gladbach verfrüht: Nico Elvedi traf nach einem Freistoß von Kevin Stöger ins Netz, doch die Fahne ging wegen Abseits hoch (25.). Die beste Chance des ersten Durchgangs vergab Tabakovic in der 31. Minute: Nach einem Pass von Rocco Reitz kam er aus kurzer Distanz zum Abschluss, doch Kobel parierte glänzend. Die Direktabnahme wehrte der Schweizer stark ab, wofür er sich sogar einen anerkennenden Handschlag vom Gladbacher Stürmer abholte. Auch Yannik Engelhardt scheiterte nach einer Ecke von Franck Honorat mit einem Kopfball knapp am rechten Pfosten (42.). Dortmund blieb in der Offensive weitgehend harmlos – der einzige Torschuss der Gäste im ersten Durchgang war ein Versuch von Samuele Inácio in der Nachspielzeit (45.+2), den Moritz Nicolas ohne Probleme hielt. Mit einem torlosen Remis ging es in die Pause.

Nach der Pause: Gladbach drängt, Dortmund bleibt blass

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Fohlen das aktivere Team. Tabakovic verpasste in der 48. Minute die Führung nur um Zentimeter – sein Schuss rollte knapp am linken Pfosten vorbei. Julian Brandt zog für Dortmund in der 52. Minute mit links ab, schoss aber deutlich am Tor vorbei. Nach einer ruhigen Phase scheiterte Sabitzer mit einem Freistoß aus rund 26 Metern (76.). In der 78. Minute wurde ein Schuss von Reitz durch Schlotterbeck geblockt, woraufhin nach einem Konter Fabio Silva auf der Gegenseite knapp über das Tor schoss (79.). Engelhardt ließ in der 81. Minute eine weitere große Chance liegen, als sein Schuss aus 20 Metern knapp über die Latte segelte. Das Spiel nahm nun endlich etwas mehr Fahrt auf, war unterhaltsamer als in der ersten Halbzeit. Das lag vor allem an den Gladbachern, die mutig auf das 1:0 drängten.

VAR-Entscheidung bringt die Entscheidung

In der 88. Minute fiel dann doch noch die Entscheidung: Reitz spielte einen Steckpass in die Tiefe, Tabakovic lief alleine auf das Tor zu und schob die Kugel eiskalt ein. Die Fahne des Linienrichters ging zunächst hoch – Abseits. Doch nach einer VAR-Überprüfung wurde der Treffer gegeben. Das Tor hatte eine Wahrscheinlichkeit von 38 Prozent, die geringste im Spiel. „Es ist auf jeden Fall eine pissige Stimmung nach so einem späten Gegentreffer“, sagte BVB-Keeper Gregor Kobel bedient bei DAZN: „Das ist ärgerlich.“ Trotz der Niederlage wurde Nico Schlotterbeck mit 29 Prozent der Stimmen zum Man of the Match gewählt. Der Dortmunder Kapitän war der stärkste Akteur auf Seiten des BVB und erzielte mit 197 Punkten den höchsten Fantasy-Manager-Wert seines Teams. Schlotterbeck wies zudem die beste Pass-Effizienz aller Dortmunder Spieler auf (1,73) und blockte in der 78. Minute einen Schuss von Reitz. In der 88. Minute leitete er mit einer Flanke den Kopfball von Waldemar Anton ein, der jedoch am Tor vorbeiging. Schlotterbeck sah in der 56. Minute die Gelbe Karte.

Personelle Engpässe und historische Randnotizen

Gladbachs Trainer Polanski musste auf Torjäger Kleindienst und den gesperrten Castrop verzichten. Dafür durfte Talent Wael Mohya ran. Auch BVB-Coach Niko Kovac musste kreativ werden: Neben den bereits länger verletzten Niklas Süle, Emre Can und Felix Nmecha fiel auch Ramy Bensebaini aufgrund einer Fußverletzung aus. Luca Reggiani verteidigte für die verletzten Süle und Bensebaini, Samuele Inacio durfte sich wieder von Beginn an zeigen. Die Dortmunder Startelf: Kobel – Reggiani, Anton, Schlotterbeck – Beier, Ryerson – Bellingham, Sabitzer – Inacio, Brandt – Guirassy. Der BVB stand zudem vor seinem 2000. Bundesliga-Spiel und seinem 1000. Auswärtsspiel in der Liga. Auch Stuttgart erreicht diese Marke an diesem Wochenende. Nur die Bayern und Bremen haben mehr Spiele absolviert. Lange hatte es ausgesehen, als würden erstmals seit mehr als 30 Jahren keine Treffer im Borussen-Duell fallen. Das bislang letzte torlose Unentschieden der beiden West-Rivalen hatte es im April 1994 gegeben.

Ausblick: Dortmunds Vizemeisterschaft vertagt, Gladbach gerettet

Mit dem Sieg sicherten sich die Fohlen den Klassenerhalt in der Bundesliga. Gladbach war mit einem Vorsprung von sechs Punkten auf den Relegationsplatz in den Spieltag gegangen, war also noch nicht gerettet. Nun sind alle Abstiegssorgen beseitigt. Dortmund hingegen verpasste die vorzeitige Vizemeisterschaft, könnte diese aber am kommenden Spieltag perfekt machen. Der BVB ist Tabellenzweiter und hat die erneute Qualifikation für die Champions League bereits sicher. Die Statistik der Begegnungen: 134-mal trafen die beiden Clubs in Pflichtspielen bisher aufeinander. 62-mal siegte Dortmund, 36-mal gewann Mönchengladbach, und ebenso viele Partien endeten unentschieden. Die xGoals-Werte unterstreichen die Dominanz der Gastgeber: Mönchengladbach 1,79 – Dortmund 0,40. Der schnellste Spieler war Maximilian Beier (BVB) mit 34,92 km/h. Rocco Reitz wurde mit 22 Mal unter Gegnerdruck zum Most Pressed Player und wies mit +4,55 die beste Pass-Effizienz auf.

Das Wichtigste

  • Haris Tabakovic erlöst Mönchengladbach in der 88. Minute und sichert den Klassenerhalt.
  • Der VAR bestätigt den zunächst wegen Abseits aberkannten Treffer – ein entscheidender Moment.
  • Gladbach dominiert das Spiel mit 1,79 xGoals gegenüber 0,40 von Dortmund.
  • Dortmund verpasst die vorzeitige Vizemeisterschaft, kann sie aber am nächsten Spieltag nachholen.
  • Nico Schlotterbeck wird trotz Niederlage zum Man of the Match gewählt.
  • Das letzte torlose Unentschieden zwischen beiden Teams lag 32 Jahre zurück (April 1994).
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