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Schweinsteiger sieht Weltklasse-Potenzial im aktuellen DFB-Kader

Der Weltmeister von 2014 nennt Spieler, die seiner Meinung nach Weltklasse verkörpern, und identifiziert Schwächen im aktuellen Team.

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Schweinsteiger sieht Weltklasse-Potenzial im aktuellen DFB-Kader
Der Weltmeister von 2014 nennt Spieler, die seiner Meinung nach Weltklasse verkörpern, und identifiziert Schwächen im akCredit · BILD

Die Fakten

  • Bastian Schweinsteiger war Kapitän der deutschen Weltmeister-Elf von 2014.
  • Die Startelf von 2014 bestand fast ausschließlich aus Spielern auf ihrem Leistungshoch.
  • Neun von elf Stammspielern der WM-Endspiel-Mannschaft 2014 hatten Weltklasse-Niveau.
  • Schweinsteiger nennt Joshua Kimmich, Jamal Musiala und Florian Wirtz als Spieler mit Weltklasse-Niveau im aktuellen Kader.
  • Aleksandar Pavlovic wird von Schweinsteiger ebenfalls als Spieler mit Weltklasse-Format in aktueller Verfassung hervorgehoben.
  • Die fehlende Konstanz und das gelegentliche Nachlassen der Leistung sind laut Schweinsteiger die Hauptunterschiede zu Top-Nationen und dem Team von 2014.
  • Die WM 2026 findet in den USA, Mexiko und Kanada statt.

Rio 2014: Ein Team auf dem Zenit

Die deutsche Nationalmannschaft krönte sich 2014 in Brasilien zum Weltmeister. Angeführt von Bastian Schweinsteiger, der im Finale gegen Argentinien mit einer bemerkenswerten Willensleistung voranging, erreichte das Team den vierten WM-Titel. Dieses Meisterstück war die Krönung einer Karriere für viele der beteiligten Spieler. Ein Blick auf die damalige Startelf von Bundestrainer Jogi Löw offenbart eine Mannschaft, deren Akteure sich entweder auf ihrem absoluten Leistungshoch befanden oder auf dem besten Weg dorthin waren. Spieler wie Toni Kroos und Christoph Kramer entwickelten sich nach dem Turnier zu Weltklasse-Mittelfeldspielern, während Thomas Müller und Mesut Özil im offensiven Mittelfeld ihren Zenit erreichten. Lediglich der erfahrene Miroslav Klose, 36 Jahre alt, hatte seine beste Zeit wohl bereits hinter sich. Die Qualität dieser Mannschaft war unbestreitbar. Neun der elf Stammspieler im Endspiel von Rio konnten ohne große Diskussion als Weltklasse bezeichnet werden. Nur zwei Akteure, der positionsfremd eingesetzte Benedikt Höwedes und Christoph Kramer, der kurzfristig für den verletzten Sami Khedira ins Team rückte, erreichten in ihrer Karriere möglicherweise nicht die absolute Spitzenklasse.

Vergleich zur potenziellen Elf für 2026

Zwölf Jahre später richtet sich der Blick auf die potenzielle deutsche Nationalmannschaft für die Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Mexiko und Kanada. Bundestrainer Julian Nagelsmann wird im Sommer voraussichtlich nicht auf neun Spieler mit Weltklasse-Format für seine WM-Startelf zurückgreifen können. Derzeit scheint das DFB-Team nicht über die gleiche Dichte an Weltklassespielern zu verfügen wie die Generation von 2014. Diese Einschätzung mag pessimistisch erscheinen, doch die Diskrepanz zur damaligen Qualität ist offensichtlich. Es scheint unterschiedliche Auffassungen darüber zu geben, wie die aktuelle Mannschaft einzuschätzen ist.

Schweinsteigers Einschätzung: Weltklasse-Potenzial vorhanden

Weltmeister Bastian Schweinsteiger teilt diese Skepsis nicht gänzlich. Als ARD-Experte sieht er durchaus Spieler mit Weltklasse-Niveau im aktuellen Kader des Deutschen Fußball-Bundes. „Ich glaube schon, dass wir Spieler mit Weltklasse-Niveau haben: Kimmich, Musiala, Wirtz – auch Pavlovic in seiner aktuellen Verfassung“, analysierte der ehemalige Kapitän im Gespräch mit unserer Redaktion. Diese Namen deuten auf ein Vertrauen in die individuellen Fähigkeiten einzelner Talente hin. Schweinsteigers Einschätzung hebt hervor, dass trotz der wahrgenommenen Unterschiede zur Weltmeister-Elf von 2014, die individuelle Klasse einzelner Spieler durchaus vorhanden ist.

Fehlende Konstanz als Hauptproblem

Dennoch identifiziert Schweinsteiger klare Unterschiede zu den anderen Top-Nationen und dem eigenen Weltmeisterteam von 2014. Diese liegen seiner Meinung nach nicht primär in der individuellen Klasse, sondern in anderen entscheidenden Faktoren. Der ehemalige Mittelfeldstratege sieht die Hauptprobleme in der „fehlenden Konstanz“ und dem „immer mal wieder eintretenden Leistungsabfall“. Dies deutet auf eine mangelnde Stabilität über die gesamte Spieldauer und im Turnierverlauf hin. Diese Schwächen in der Beständigkeit der Leistung scheinen die größte Hürde für das Erreichen des Niveaus der Weltmeister von 2014 und der aktuellen Weltspitze zu sein.

Ausblick auf die WM 2026

Die WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada rückt näher und die Erwartungen an die deutsche Nationalmannschaft sind stets hoch. Die Analyse von Bastian Schweinsteiger liefert wichtige Einblicke in die Stärken und Schwächen des aktuellen Kaders. Die Hoffnung ruht auf den Schultern von Spielern wie Kimmich, Musiala, Wirtz und dem aufstrebenden Pavlovic, die das Potenzial zur Weltklasse verkörpern. Ihre Entwicklung und Konstanz werden entscheidend dafür sein, wie erfolgreich Deutschland bei zukünftigen Turnieren abschneiden wird. Die Herausforderung für Bundestrainer Nagelsmann wird darin bestehen, diese individuellen Talente zu einer konstanten und schlagkräftigen Einheit zu formen, die den Vergleich mit der Weltelite nicht scheuen muss.

Das Wichtigste

  • Bastian Schweinsteiger, Weltmeister von 2014, sieht im aktuellen DFB-Kader Potenzial für Weltklasse-Leistungen.
  • Er nennt explizit Joshua Kimmich, Jamal Musiala, Florian Wirtz und Aleksandar Pavlovic als Spieler mit diesem Potenzial.
  • Im Vergleich zur Weltmeister-Elf von 2014, die fast ausschließlich aus Spielern auf ihrem Leistungshoch bestand, sieht Schweinsteiger Defizite.
  • Die fehlende Konstanz und gelegentliche Leistungseinbrüche werden als Hauptunterschiede zu Top-Nationen und der damaligen deutschen Mannschaft genannt.
  • Die WM 2026 in Nordamerika wird als nächster wichtiger Prüfstein für die Entwicklung des Teams gesehen.
  • Schweinsteigers Einschätzung betont die Wichtigkeit individueller Klasse, aber auch die Notwendigkeit konstanter Spitzenleistungen.
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